Für eine Gesellschaft, in der sich das Lügen nicht mehr lohnt
Kurz vor dem Science March habe ich mit Claus Martin, einem der deutschen Initiatoren, über seine Motive und die Erfahrungen der vergangenen Monate gesprochen.

CLAUS MARTIN IST Opern-Regisseur und Musical-Komponist. Und einer der Initiatoren des Science March Germany. Wie passt das zusammen, habe ich mich gefragt – und dann im Auftrag von Spektrum.de ihn. Martins Antwort: Sehr gut. Wissenschaft sei ja nichts, was nur die Wissenschaftler angeht. "Wir wollen für eine Gesellschaft auf die Straße gehen, in der sich das Lügen nicht mehr lohnt. In der sich Politiker Fakten nicht einfach zurechtbiegen können, in der Populisten auffliegen, wenn sie gefühlte Wahrheiten als Wahrheiten deklarieren."
Martin räumt im Interview ein, dass der deutsche March ein Wahrnehmungsproblem habe – "weil wir zu stark mit dem US-March gleichgesetzt werden, der in der Tat eher eine Kundgebung der Wissenschaft ist." Genau das wolle der deutschen March nicht sein, "sondern eine Demonstration aus der Mitte der Gesellschaft heraus von Leuten, die sich Sorgen um die Demokratie machen. Das ist keine Lobbyveranstaltung aus der Wissenschaft für die Wissenschaft."
Gerade weil in Deutschland die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit nicht direkt bedroht sei, ...
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