Eine Notgemeinschaft für die Lehre
Wer die Einheit von Forschung und Lehre wirklich will, unterstützt die Initiative des Wissenschaftsrats. Ein Gastbeitrag von Klaus Diepold.

DIE HOCHSCHULREKTORENKONFERENZ (HRK) hat den Vorschlag des Wissenschaftsrates, eine unabhängige Förderorganisation für lehrbezogene Vorhaben einzurichten, vorschnell als unnötig abgetan. Auch wenn der Vorschlag bisher nur in groben Zügen skizziert wurde, stellt er doch einen konkreten Handlungsauftrag dar an die Gemeinschaft der Lehrenden in allen Arten von Hochschulen, diesen Gedanken aufzunehmen und inhaltlich auszugestalten.
Die unabhängige Organisation, die der Wissenschaftsrat anregt, soll wissenschaftsgetragen sein, was bedeutet, dass es sich hier um eine Gemeinschaft der Hochschullehrer und – lehrerinnen handeln würde, die frei von politischen Trends agiert, geprägt vom beruflichen Selbstverständnis und getragen von der Mission der Lehre. In Anlehnung an die Ursprünge der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wäre der Name „Notgemeinschaft der Deutschen Hochschullehre“ denkbar.
Die Notgemeinschaft könnte die Verteilung von Fördergeldern für Lehrprojekte, vergleichbar zur Funktion der DFG, übernehmen. Wir haben in den vergangenen Jahren im Rahmen des Qualitätspakts Lehre vielfältige positive Erfahrungen in der Förderung neuartiger Lehrformate gesammelt. Es gibt genügend Argumente und Befunde, die nahe legen, diese Form der Projektförderung dauerhaft weiterzuführen.
Die Existenz einer Notgemeinschaft und der damit verbundenen Fördermittel bedeutet keineswegs zwangsläufig, ...
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