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Neue Verhältnisse

Wie man die Studentenströme zwischen Universitäten und Fachhochschulen neu verteilen könnte, wieso alle davon etwas hätten und was das mit der ungeliebten Kapazitätsverordnung zu tun hat: ein Gastkommentar von Oliver Günther.

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Artikelbild: Neue Verhältnisse

Foto: ulrichw

DIE KAPAZITÄTSVERORDNUNG (KapVO) regelt, wieviel Lehrkapazität für die Ausbildung eines Studierenden erforderlich ist. Sie hat sich nie besonderer Beliebtheit erfreut . Als ein in dieser Form international wohl einmaliges Konstrukt versucht sie, landes- bzw. bundesweit einheitlich zu regeln, wie viele Lehrstunden in die Ausbildung eines Mediziners (viele!), Juristen (eher weniger) oder Historikers (ganz wenige) zu investieren sind. Schon die normative Idee, die diesen Beispielen zugrunde liegt, ist nicht immer nachzuvollziehen. Zudem ist die KapVO schwer zu verstehen, nur wenige Spezialisten durchschauen sie im Detail. Unterschiede zwischen Hochschulen ebnet sie ein, abgesehen von dem Bekenntnis zu einem zweistufigen Studiensystem, das Fachhochschulen dezidiert von Universitäten abgrenzt. Aber dazu später mehr. Im Ergebnis fordern viele die ersatzlose Abschaffung der Kapazitätsverordnung.

Ihren Kern bildet das Konzept des Curricularnormwerts (CNW) – laut Wikipedia „eine Festlegung, wie viele Deputatsstunden für die Ausbildung eines Studenten in einem bestimmten Studiengang an Hochschulen erforderlich sind.“ Höhere CNWs indizieren einen Bedarf an mehr Personal, das in dem entsprechenden Studiengang pro Studierendem vorzusehen ist. Die ...

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Kommentare

#1 -

Christian Wartena | Mo., 23.10.2017 - 10:51
Der Kern der Idee ist also, dass FHs bei gleicher Anzahl von Professoren und Dozenten mehr Studierende aufnehmen, die Unis bei gleichbleibender Kapazität weniger. Und das soll vorteilhaft für die FHs sein? Die Dozenten an den FHs haben schon ein viel höheres Lehrdeputat und keinen Mittelbau, der ein Teil der Lehre (z.B. auch Korrekturarbeiten) übernehmen kann. Ein weiterer Punkt ist auch merkwürdig: nicht für gute Lehre, sondern für gute Forschung soll man belohnt werden: wenn ein Fachbereich viel Drittmittel und damit Personal für die Forschung einwirbt, geht der CNW hoch, und darf auch für die Lehre mehr Personal eingestellt werden.

#2 -

Josef König | Mo., 23.10.2017 - 14:20
Es gut und wichtig, dass über die Abschaffung oder Änderung der KapVO nachgedacht bzw. diskutiert wird, denn diese Kapazitätsverordnung verhindert seit Jahren, dass die Qualität der Lehre über zusätzliches Personal für die Lehre verbessert werden kann. Jede neu geschaffene zusätzliche Stelle an Hochschulen, die auch in der Lehre tätig ist, erhöht die Zahl der Studierenden automatisch.

Der Wissenschaftsrat hat bereits in den 80er und 90er Jahren die Ausweitung der Fachhochschulen und ein anderes Verteilungsverhältnis von Studierenden zwischen Unis und FHs gefordert (ich bitte um Nachsicht, dass ich weiter von FHs spreche und nicht von so genannten Hochschulen für angewandte Forschung ...

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