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Der Mut zur Veränderung reichte nur für einen neuen Namen

Die zur Strategie umgetaufte Exzellenzinitative geht heute in ihre entscheidende Wettbewerbsrunde. Die Universitäten reichen fürs Schaufenster aufgehübschte Antragsprosa ein. Genau das hatten wir mit unseren Reformvorschlägen verhindern wollen. Eine Bilanz von Dieter Imboden.

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Artikelbild: Der Mut zur Veränderung reichte nur für einen neuen Namen

Tom Thistlethwaite: " KTM - Exzellent" Bike Decal , CC BY-NC 2.0

GEMÄSS EINER KÜRZLICH veröffentlichten Umfrage stehen Assistenzärzte am Universitätsspital Zürich im Mittel nur anderthalb Stunden ihres mindestens 10-stündigen Arbeitstages im direkten Kontakt mit Patienten. Die restliche Zeit verbringen sie an Sitzungen oder vor dem Bildschirm, wo sie aufschreiben, was sie tun wollen oder getan haben.

Das ist traurig – für die Ärztinnen und Ärzte genau so wie für die Patienten. Durch Schreiben werden Menschen nicht gesund. Ärzte hätten Wichtigeres zu tun und könnten ihr Wissen sinnvoller einsetzen. Doch sie sind nicht die einzigen Berufsleute, welche sich durch Fremdbestimmung immer weiter von jenen Dingen entfernen, für die man sie eigentlich auf ihren Posten gewählt hat. Auch Forscherinnen und Forscher erleiden dieses Schicksal. Wer erfolgreich forscht, endet am Schreibtisch, schreibt Forschungsanträge, deren Durchführung später andern überlassen werden muss, und sieht das Labor nur noch, wenn ein Gast zu Besuch kommt.

Die Situation ist nicht neu; sie besitzt ...

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Kommentare

#1 -

Frank A. Stengel | Mi., 21.02.2018 - 17:23


In ihren kritischen Kommentaren zur Exzellenzstrategie weisen Ernst-Ludwig von Thadden und Dieter Imboden auf bedeutende Schwächen des Wettbewerbs hin. Auch wenn ich mich zumindest in Teilen anschließen kann, sind v.a. zwei Punkte ergänzungsbedürftig.

Mein erster Punkt betrifft die Erfolgsmessung, die, auch wenn sie auf der Basis des "past merit" geschieht, problematisch bleibt. Auch wenn die Beobachtung richtig ist, dass Wissenschaftler*innen grundsätzlich schon wüssten, wer in ihrem Gebiet führend ist, wird die Sache in Bezug auf Cluster oder gar ganze Universitäten zunehmend schwieriger. Aus pragmatischen Gründen kann unmöglich erwartet werden, dass Gutachter*innen tatsächlich alle Publikationen aller in der Förderlinie angetretenen PIs ...

#2 -

Carl Wechselberg | Mi., 21.02.2018 - 21:58
Ich fand das alte Zöllner-Modell einer verdauerten Exzellenz-Region (ohne weitere Wettbewerbsförmigkeit) umstandslos richtig. Diesen Ausweg hat man mutlos verworfen, nun wird es mühsam und kontraproduktiv. Betrachtet man die Antragslage bei den Clustern kritisch, gibt es viel altbekannte Ein-Punkt-Exzellenz und wenig wirklich raumgreifend Neues. Wo sind die großen geisteswissenschaftlichen Ansätze zum neuen digitalen Kapitalismus? Wo, die innovativen Initiativen zur Nutzung der Potentiale aus der Verbindung von Lebenswissenschaften und IT? Am ehesten wäre ein solcher großer Aufschlag zum Thema „digitale Gesellschaft“ dem Berliner Verbundantrag zuzutrauen - gelingt es dort aber überhaupt, sich auf einen derartigen Rahmen zu verständigen und ihn mit Substanz ...

#3 -

S. Bernstein | Do., 22.02.2018 - 10:45
Tausenden, wenn nicht gar noch mehr Wissenschaftlern in diesem Land und an Hochschulen ist dieser Wettbewerb herzlich egal. Sie werden dabei nicht bedacht und es interessiert sich auch keiner für ihre Arbeit.

Gerade dadurch, dass das kleine Deutschland in der Wissenschaft breit aufgestellt war, hat es viele Ideen und Erfindungen gegeben. Wenn man jetzt (und das schon seit Jahren) nur die Großen fördert, dann führt das zu einem Wegfall der kleinen Fächer und einer Verengung der Forschungsthemen. Das Ergebnis der Exzellenz ist doch, dass den Absolventen dieser Universitäten und Einrichtungen die Forschungswelt auf lange Sicht vorbehalten ist und sie logischer ...

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