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Der Studierendenverband fzs will die Zukunft des Qualitätspakts Lehre mitgestalten – als gleichberechtigter Partner der HRK. Ein Interview.

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KEVIN KUNZE

ist Vorstandsmitglied des freien zusammen-schlusses von studentInnenschaften (fzs).

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JAN CLOPPENBURG

ist fzs-Ausschussmitglied und gehörte früher zum fzs-Vorstand.



Bund und Länder steigen in die Verhandlungen um das Nachfolgeprogramm zum Qualitätspakt Lehre ein, die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat dazu neulich ein viel beachtetes Positionspapier eingespielt. Und was sagen die Studierenden?

Jan Cloppenburg: Zunächst ein Wort zum Qualitätspakt. Das ist ein Programm, das wir Studierendenvertreter verhältnismäßig gut finden, weil es die Qualität der Hochschullehre in den Vordergrund stellt und die Lehrenden dazu anregt, sich mehr Gedanken um ihre Studierenden zu machen. Was uns weniger gefällt, ist seine Beschränkung auf zuletzt lediglich 156 von 240 staatlichen Hochschulen. Indem ein Drittel der Hochschulen nicht gefördert werden, sagt man denen doch: "Bei Euch kommt es nicht darauf an. Die Qualität eurer Lehre interessiert uns nicht." Gute Lehre wird aber immer und überall benötigt.

Kevin Kunze: Und deshalb brauchen wir als Neuauflage einen Qualitätspakt, der sich auch und gerade um diejenigen Hochschulen kümmert, die bisher zu den Wettbewerbsverlierern gehörten. Die dadurch erst recht abgehängt worden sind, weil sie im Gegensatz zu vielen anderen nicht ...

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Kommentare

#1 -

Claudia Bade | Mi., 21.11.2018 - 16:49
Vielen Dank für das Interview und die wichtigen Aussagen und Anregungen! Ich freue mich sehr, dass die Zielgruppe der guten wie schlechten Lehre hier ihre Position darstellen kann und zum Nachdenken anregt.



Drei kleine Kommentare:

(1) Die Community of Professionals von Lehre hoch n (https://lehrehochn.de), ist ein gutes Beispiel, wie Lehrende, Hochschulleitungen, Hochschuldidaktiker*innen und auch Studierende vernetzt werden, um "grottenschlechte Lehre" möglichst langfristig zu verhindern.



(2) Die Ausschreibung für die Jahrestagung 2019 (www.dghd19.de) der dghd (deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik) formuliert u.a. dass Lehrende auch zunehmend erwarten gutes Coaching, Weiterbildungen, Austauschplattformen etc. für die Verbesserung ihrer Lehre zu bekommen und ein ...

#2 -

Mannheimer Studi | Mi., 21.11.2018 - 17:35
Kunze schreibt: "Natürlich muss es etwas bringen, wenn man sich für die Lehre einsetzt – zwangsweise liegt der Fokus aktuell auf der Forschung, Lehre fällt oft hinten über, weil vor allem gute Forschung belohnt wird, statt guter Lehre."

So habe ich es auch das ein oder andere Mal in meinem Studium erlebt. Schade, dass Kunze und Cloppenburg anscheinend nicht soweit mitdenken, dass personenbezogene Fördergelder die guten Lehrkräfte in eine herausgehobene Stellung bringen, auch und gerade bei der Suche nach unbefristeten Stellen. Da der Gedanke dahinter ziemlich offensichtlich ist stellt sich mir die Frage, ob der fzs wohl dagegen ist, des ...

#3 -

McFischer | Do., 22.11.2018 - 11:03
Der Aussage

"Viele Lehrende werden auf uns losgelassen ohne jede didaktische Schulung, dabei wächst die Heterogenität an den Hochschulen genauso wie an den Schulen. Für Lehrer ist es deshalb selbstverständlich geworden, sich mit Diversität und neuen Lehr- und Lernmethoden auseinanderzusetzen. Wir Studierende haben dagegen täglich Ohnmachtserlebnisse in unseren Lehrveranstaltungen, weil Wissenschaftlerkarrieren größtenteils didaktikfreie Zonen sind. "

kann, ja muss man zustimmen. Sich für gute Lehre zu engagieren mag dem/der jeweiligen Lehrenden mal einen Preis oder lobende Erwähnung bringen... der/die professorale Kollege/-in nebenan, der das 1,5 Mio internationale Forschungsprojekt an Land zieht, bekommt die Reputation, die Rufe an andere Unis, die ...

#5 -

Steffen Prowe | Do., 22.11.2018 - 22:54
Der Satz "Solange es keine strukturellen Anreize für Wissenschaftler_innen gibt, sich in der Lehre zu engagieren, werden sie es auch nicht in ausreichendem Maße tun." trifft oftmals zu, das beginnt bereits bei Berufungsverfahren. Würde es wie in den Niederlanden ein verpflichtendes (!!) Zertifikat für Lehrende an Hochschule geben (siehe https://www.vsnu.nl/en_GB/utq), würde bereits hier der Anspruch an gute Lehre klar zum Ausdruck kommen.

Und dass Studierende hier eine wichtige, wenn nicht sogar DIE WICHTIGSTE Stimme sind, sollte allen Lehrenden täglich deutlich vor Augen stehen (oder sitzen in Seminaren).

Eine gemeinsame Anstrengung um gute Lern- und Lehrformen ist daher zu 100% zu ...

#6 -

Kochundkellner_in | Mo., 26.11.2018 - 14:47
Als Postdoc und Dozierende/r an einer Universität kann ich Kunzes/Cloppenburgs Einschätzung nur teilen. "Schießt" du einen ERC Starting Grant oder Äquivalentes, hast du es geschafft. Machst du tolle Lehrveranstaltungen, bekommst du für dein berufliches Fortkommen innerhalb der Wissenschaft nichts dafür - und Anerkennung oder Unterstützung schon mal gar nicht.

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