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Sind Agenturen die Lösung? Kommt auf das Problem an

Die EFI-Wissenschaftsweisen raten von der Gründung einer eigenständigen Transferagentur ab. Sie sollten lieber noch einmal genauer hinschauen, fordert Volker Meyer-Guckel. Eine Replik.

BRAUCHT DEUTSCHLAND eine neue Innovationsagentur? Die Grünen haben mit "D.Innova" ein entsprechendes Konzept vorgestellt. Auch die FDP argumentiert schon länger in Richtung einer neuen "Transfergemeinschaft". Nun positioniert sich die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) und äußert sich skeptisch gegenüber der Auslagerung von Innovationsförderung in neue Agenturen. Sie begründet das mit Überlegungen zur demokratischen Legitimation solcher Institutionen und den auch für neue Agenturen geltenden engen regulatorischen Rahmen.

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Artikelbild: Sind Agenturen die Lösung? Kommt auf das Problem an

Volker Meyer-Guckel , 61, ist stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes.

Foto: Stifterverband/Damian Gorczany.


Doch hat es die Idee einer neuen Agentur verdient, etwas genauer hinzuschauen: Was könnte sie sein? Wäre ihr Wirken tatsächlich eine bislang unbekannter Kompetenzverlust für demokratische Institutionen? Und wie wahrscheinlich wäre es, dass sich die regulatorischen Rahmen doch ändern lassen?

Zur ersten Frage, was die Agentur sein könnte . Zunächst einmal hat hier die EFI Recht: Für die Förderung angewandter Forschung, wie wir sie kennen, bräuchte es tatsächlich keine neue Einrichtung. Sie könnte im alten Modus der Projektförderung geschehen, wie es gängige Praxis ist.

Doch geht es hier ja gerade ...

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Kommentare

#1 -

Ruth Himmelreich | Mi., 20.10.2021 - 13:02
"Das bedeutet, dass die Nachfrageseite, wie Unternehmen, Kommunen oder zivilgesellschaftliche Akteure und Akteurinnen, zwingend in Antragstellung und Auswahlentscheidungen eingebunden sein muss. Anträge können nicht allein aus den wissenschaftlichen Einrichtungen kommen."



Nur nicht. Das ist dann der Rundfunkrat 2.0. Hätten die zivilgesellschaftlichen Akteure, die Kommunen und Unternehmen beispielsweise BioNTech schneller und besser auf den Weg gebracht, oder wäre das Verfahren zäher und bürokratischer gelaufen, weil für x Partikularinteressen auch noch Fragebögen und Nachweise zu liefern wären?

#2 -

Maik Eichelbaum | Mi., 20.10.2021 - 14:58
Lieber Herr Meyer-Guckel, vielen Dank für diesen anregenden Beitrag! Vor allem der Verweis auf die eigentliche Funktion von Projektträgern, die zum Teil auch noch beliehen sind, also hoheitliche Aufgaben des Staates ausüben können und sollen, bringt es auf den Punkt: Projektträger sind keine Agenturen und können diese heute oft geforderte Agilität und Flexibilität in der Forschungs- und Innovationsförderung gar nicht leisten, sondern werden im Zweifel eher härter in der Auslegung der Gesetze, Verwaltungsvereinbarungen und Förderrichtlinien agieren, gerade weil sie gar keine demokratische Legitimation für ein freieres Handeln haben. Und da aber nahezu jedes von einem Ministerium direkt verantwortete Programm schließlich ...

#3 -

HGH | Mi., 20.10.2021 - 20:18
Danke für den Beitrag, der zeigt, dass es zunächst auf eine innovative Mission ankommt. Weg vom Modell des Staffellaufs, wie es in der Vorstellung von Forschungsketten und Wertschöpfungsketten zum Ausdruck kommt. Hin zum Fußballspiel, wo unterschiedliche Akteure nur durch gestaltetes gemeinsames Handeln zum Erfolg kommen. Dies bedingt den Forschungsmodus der Transdisziplinarität, orientiert am gemeinsam definierten Problem und verbunden mit dem Kriterium von Kommerzialisierungschancen. Bliebe nur noch das Problem, das öffentliches Geld immer öffentliches Geld bleibt und Haushaltsregelungen unterworfen ist, egal in welcher institutionalisierten Form es verausgabt wird. Es dennoch einmal konkret jenseits aller nachvollziehbaren Interessen z.B. Von HAWs durchzudeklinieren, wäre ...

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