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Der Wettbewerb, dem sich die Hochschulen jetzt stellen müssen

Die bundesweiten Studierendenzahlen werden in diesem Winter voraussichtlich sinken. Zum ersten Mal seit 15 Jahren. Eine Trendwende, die sich im Hintergrund seit langem abzeichnete und viele Hochschulen trotzdem überraschend heftig trifft.

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Artikelbild: Der Wettbewerb, dem sich die Hochschulen jetzt stellen müssen

Bild: Gerd Altmann / pixabay.

JEDES JAHR ENDE NOVEMBER, Anfang Dezember meldet das Statistische Bundesamt die neuen Studierendenzahlen zum gerade begonnenen Wintersemester. Noch vorläufig, beruhend auf den sogenannten Schnellmeldungen der Hochschulen an die Statistischen Landesämter, und doch handelt es sich um einen verlässlichen und vielbeachteten Trendanzeiger.

Dieses Jahr dürften die "Schnellmeldungsergebnisse der Hochschulstatistik" noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit erhalten. Denn es zeichnet sich etwas ab, das es seit anderthalb Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat: Die Gesamtzahl der Studierenden in Deutschland wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgehen. Und das deutlich. Ein Wendepunkt für die Hochschulen, der sich seit Jahren andeutete, wird damit Realität.

Denn wer die Studienanfänger-Zahlen der vergangenen Jahre beobachtet hat, dürfte nicht überrascht sein. Sie sinken schon seit 2018. Allerdings bislang nur recht sachte: Gegenüber ihrem letzten Höhepunkt 2017 (rund 513.200) ging es bis 2021 auf etwa 472.400 runter. Also halb so wild, gar nicht so viel?

Nicht wirklich. Tatsächlich beschleunigte sich der Rückgang zuletzt bereits: Allein zwischen 2020 und 2021 verringerte sich die Zahl der Erstsemester um ...

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Kommentare

#1 -

Mai | Fr., 28.10.2022 - 13:34
Den Wissenschaftspolitikern waren diese Entwicklungen längst klar und haben die zu erwartenden sinkenden Studentenzahlen zB beim Bau von Studentenwohnheim oder Hörsälen eingepreist. Die Überlast galt als große Ausnahme. Jetzt kehrt man endlich zu normalen Verhältnissen zurück. Und das ist gut so.

#2 -

Fumarius | Sa., 29.10.2022 - 10:21
Allerdings ist auch der "umgekehrte " G8-Effekt zu beachten: Durch die Rückkehr zu G9 in vielen Bundesländern gibt es einen "ausfallenden" Abiturjahrgang - ein Teil des Rückgang könnte in diesem Sinne nur temporär sein.

#3 -

Naja | Sa., 29.10.2022 - 13:26
Im Text heisst es: "Und auch diese Gesamtzahl war wegen Corona vermutlich noch nach oben verzerrt, denn viele Studierende blieben unter anderem wegen ausgefallener Lehrveranstaltungen und Prüfungen länger eingeschrieben als normalerweise."



Der Satzteil "wegen ... " ist eine stark verzerrte Sicht auf die Dinge. An den Universitäten gibt es Pruefungsordnungen, die absichern, dass Prüfungen im notwendigen Umfang stattfinden MÜSSEN und diese rechtlichen(!) Regelungen waren natürlich auch während Corona in Kraft. Ebenso sorgen Prüfungsordnungen dafür, dass die für ein in der Studienhöchstdauer erfolgreiches Absolvieren notwendigen Lehrveranstaltungen stattfinden MÜSSEN. An der Universität, an der ich lehre, haben alle Veranstaltungen und Prüfungen wie ...

#4 -

Ralf Tegtmeyer | Do., 03.11.2022 - 22:49
Die Covid-19-Effekte, i.e. "Emergency Semester" und folgender "Enthaltsamkeit" von potentiellen Studienanfänger:innen sind natürlich zu berücksichtigen. Aber das Thema ist in der Tat bei vielen Hochschulen aktuell. Kolleg:innen heben übrigens gerade eine kurze Auswertung vorgelegt:
https://medien.his-he.de/publikationen/detail/expansion-oder-stagnation-im-hochschulbereich

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