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Bologna abschaffen heißt Anschluss verlieren

Die AfD will Bachelor und Master in Sachsen-Anhalt abschaffen. Doch bislang wird kaum diskutiert, welche dramatischen Folgen ein Bologna-Rückbau für Mobilität, Kooperationen und die internationale Attraktivität der Hochschulen hätte. Ein Gastbeitrag von David Akrami Flores.
David Akrami Flores bei einem Vortrag am Rednerpult.

David Akrami Flores ist Referatsleiter im Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe des Europäischen Hochschulraums für Internationalisierung und Mobilität. Foto: DAAD/Martin Magunia.

WÄRE MORGEN WAHLTAG in Sachsen-Anhalt, dann könnte die AfD mit rund 40 Prozent Regierungsverantwortung übernehmen. In ihrem als "Regierungsprogramm" bezeichneten Wahlprogramm kündigt sie an, den Bologna-Prozess rückabzuwickeln und Bachelor und Master wieder durch das Diplom zu ersetzen. Angesichts der Prognosen zum Wahlausgang erscheint es dringend geboten, die möglichen Folgen solcher Entscheidungen konkret zu benennen.

Wie weitgehend der angekündigte Bologna-Rückbau wäre, lässt sich nicht genau aus dem Wahlprogramm ablesen, aber zwei verschiedene Szenarien zeichnen sich ab.

Szenario 1: Ein Sonderweg im bestehenden System

In einem ersten Szenario würden die Studiengänge von Bachelor und Master wieder komplett auf das alte System von Diplom und Magister umgestellt, doch die grundsätzliche Logik des Bologna-Prozesses bliebe im Studiensystem erhalten.

Was würde das bedeuten? An den Universitäten würden die Studierenden vom ersten Semester an wieder einen einzigen Abschluss anstreben – Diplom oder Magister statt Master. Der Bachelor als erster qualifizierender Abschluss würde dabei zwangsläufig entfallen, die Studiengänge müssten grundlegend neu strukturiert und auf eine andere Regelstudienzeit ausgelegt werden. Statt zwei gestufter Abschlüsse gäbe es zukünftig nur noch einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Das wiedereingeführte Vordiplom beziehungsweise die Zwischenprüfung wären keine eigenständigen Abschlüsse und würden in der Regel nicht zur Bewerbung für einen Master an einer Hochschule in einem anderen Bundesland berechtigen. Und wer in einem solchen System an der langen Studienzeit scheitert oder am Ende des Studiums durchfällt, stünde dann nur mit dem Abitur da.

Ferner müsste die AfD erläutern, wie sich die Abschlüsse von Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit vor der Bologna-Reform unterschiedlichen Studienzeiten künftig zueinander verhalten sollen.

Dieses Szenario würde die durch den Bologna-Prozess definierten Strukturen des Europäischen Hochschulraums allerdings nicht völlig außer Kraft setzen. Denn grundsätzlich sind Diplom oder Magister auch mit diesen nicht unvereinbar. Schon jetzt existieren vereinzelt akkreditierte Diplomstudiengänge, die modular aufgebaut sind, ECTS-Leistungspunkte zur Bemessung des Studienumfangs nutzen und denselben Qualitätsstandards wie Bachelor- und Masterstudiengänge unterliegen. Auch neu eingeführte Diplome könnten also so ausgestaltet werden.

Und dennoch: Bachelor und Master haben sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten in Deutschland und Europa etabliert; die Bezeichnungen sind international leicht verständlich und anerkannt. Ein wieder eingeführtes Diplom wäre zwar keineswegs unbekannt, wiche aber von der inzwischen innerdeutsch wie international üblichen gestuften Abschlussarchitektur ab. Die Mobilität von Studierenden zwischen Bundesländern und Hochschulen in Europa würde eingeschränkt. Für internationale Studieninteressierte, Hochschulen und Arbeitgeber entstünde zusätzlicher Erklärungsbedarf. Die internationale Attraktivität des Hochschulstandorts Sachsen-Anhalt würde spürbar leiden.

Szenario 2: Das vollständige Ende von Bologna in Sachsen-Anhalt

Deutlich weiterreichend wäre ein zweites Szenario: In diesem Falle würden neben der Änderung von Abschlussbezeichnungen und Studienstruktur auch die weiteren Bologna-Instrumente und damit die Grundlagen bundesdeutscher, europäischer und internationaler Hochschulzusammenarbeit abgeschafft: das ECTS-System ("European Credit Transfer and Accumulation System"), die gemeinsamen Standards der Qualitätssicherung von Studiengängen durch Akkreditierung und der Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen. Aus diesen drei Grundlagen ist über zwei Jahrzehnte hinweg die gemeinsame Infrastruktur des Europäischen Hochschulraums entstanden. Mit den bekannten Vorteilen: Studiengänge wurden international vergleichbar, Mobilität erleichtert und die Qualität von Studium und Lehre für Studierende leichter überprüfbar gemacht.

Eine Abschaffung dieses Systems hätte noch tiefgreifendere Folgen für Hochschulen und Studierende in Sachsen-Anhalt. Für Studierende ginge die mit ECTS eingeführte studierendenorientierte Hochschullehre verloren: Statt des Zeitaufwands der Studierenden als Maßstab würde sich das Studium wieder rein an Semesterwochenstunden und Lehrangeboten bemessen. Die Planung des Studienverlaufs würde schwieriger, internationale Studienaufenthalte oder innerdeutsche Hochschulwechsel und die damit verbundenen Anerkennungsverfahren von Studienleistungen wären erheblich aufwendiger und gegebenenfalls nicht immer möglich.

Hinzu kämen die bereits im ersten Szenario beschriebenen Risiken eines einstufigen Hochschulabschlusses. Im Wettbewerb um deutsche wie internationale Studierende wäre dies für den Standort Sachsen-Anhalt eine schwere Hypothek. Denn zukünftige Studienanfängerinnen und -anfänger werden sich eher dort einschreiben, wo Studienstrukturen national und international etabliert und vergleichbar sind.

Für die Hochschulen stünde noch Grundlegenderes auf dem Spiel: Internationale Kooperationen, Erasmus-Partnerschaften, gemeinsame Studienprogramme und Europäische Hochschulallianzen fußen auf dem Vertrauen, das durch vergleichbare Studienstrukturen und gemeinsame Standards der Qualitätssicherung im Rahmen des Bologna-Prozesses entstanden ist. Je stärker Hochschulen hiervon abweichen (müssen), desto größer werden Abstimmungsaufwand und Unsicherheit in der innerdeutschen und der internationalen Zusammenarbeit – und desto schwieriger wird es, internationale Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie neue Partnerinstitutionen zu gewinnen.

Es geht um weit mehr als Abschlussbezeichnungen

Gerade für die Hochschulen, die an einer Europäischen Hochschulallianz beteiligt sind, wäre eine Abkehr von Bologna eine erhebliche Belastung für die Zusammenarbeit in diesen Allianzen und könnte die gemeinsame Arbeit deutlich erschweren. Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Bundesland müssten zudem national und international mit einem neuen und außerhalb Sachsen-Anhalts unbekannten Diplom werben. Zugleich ginge ihren Absolventinnen und Absolventen eine mit Bologna gewonnene Durchlässigkeit verloren: Ein gestufter Abschluss eröffnet heute den regulären Weg in ein Masterstudium – auch an Universitäten – und über den Master den Zugang zur Promotion, der vor Bologna als Ausnahme galt.

Ob Sachsen-Anhalt lediglich einen Sonderweg innerhalb des bestehenden Systems einschlägt oder sich faktisch vom Europäischen Hochschulraum isoliert, beides hätte weitreichende Folgen für Studierende und Hochschulen: Die nationale und internationale Attraktivität der Hochschulen, ihre Position im Wettbewerb um Talente und Kooperationspartner und ihre Anschlussfähigkeit im bundesdeutschen und europäischen Hochschulraum würden erheblich leiden. Hochschulen und Studierende müssten einen hohen Preis dafür zahlen.

Am Ende braucht es eine differenzierte Debatte darüber, was mit Bologna tatsächlich auf dem Spiel steht. Es geht um weit mehr als den Titel auf der Urkunde.

Kommentare

#1 -

Th. Klein | Do., 23.07.2026 - 11:40

Mir ist nicht klar, wer der Adressat des Textes ist. Es liest sich etwas, als wolle der Autor die Wähler/innen in Sachsen-Anhalt warnen. Dafür ist dies vermutlich der falsche Kanal. Alle Anderen werden informiert, was passieren könnte und signalisiert, dass Hochschulen und Studierende leiden werden. Hochschulen? Ja, die sind von der Gesetzgebung abhängig. Studierende? Die laufenden Studiengänge müssten doch m.E. abgeschlossen werden können. Und Studieninteressierte, die sollten einfach mit den Füßen abstimmen. Wenn die AFD eine unsinnige Politik betreibt, dann sollte man entsprechend reagieren. Und wenn kaum noch Jemand in Sachsen-Anhalt studieren wird, wird diese Politik scheitern. 

#2 -

Wolfgang Kühnel | Do., 23.07.2026 - 11:53

"Statt des Zeitaufwands der Studierenden als Maßstab würde sich das Studium wieder rein an Semesterwochenstunden und Lehrangeboten bemessen."

Meines Wissens wird oft dafür gesorgt, dass die ECTS-Punkte proportional zur Zahl der Semesterwochenstunden sind, etwa: drei Punkte entsprechen 2 SWS.

"Der Bachelor als erster qualifizierender Abschluss würde dabei zwangsläufig entfallen,"

Der Autor vermeidet die offizielle (aber unzutreffende) Terminologie "berufsqualifizierend" für den Bachelor-Abschluss. Wofür qualifiziert der denn in den Fächern Jura, Medizin und dem schulischen Lehramt? Außerdem lässt der Autor die Schwierigkeiten unter den Tisch fallen, ein Modul mit 8 ECTS-Punkten in einem anderen europäischen Land anzuerkennen, wenn der Titel ein etwas anderer ist oder wenn bei übereinstimmenden Titeln dieses Modul dort 9 ECTS-Punkte hat. Der zuständige Diplom-Prüfungsausschuss konnte eine Anerkennung unbürokratisch vornehmen, heute haben wir die verstärkte Bürokratie der Prüfungsämter. Übrigens ist auch ein modularisierter Diplom-Studiengang mit ECTS-Punkten denkbar.

Darüber hinaus ist der ursprüngliche Wunsch nach verkürzten Studienzeiten nicht in Erfüllung gegangen. Erst eine Bachelor-Thesis und dann eine Master-Thesis (danach ggfs. ein Dissertation) kosten Zeit, und die zweimalige Bewerbung um einen Studienplatz auch, wenn es zweimal Beschränkungen und ggfs. Wartesemester gibt. Die Regelstudienzeit wird somit oft überschritten. Die Leute beim DAAD sehen das anders, aber an den Universitäten sind Bachelor und Master keineswegs so beliebt wie dargestellt, man spricht vom "Hamster im Laufrad". Sie wurden von den oberen Instanzen auch brutal eingeführt, einfach mit (auch finanziellen) Drohungen für den Fall der Weigerung. Das haben noch nicht alle Leute vergessen. Auch Mathias Brodkorb formuliert Vorbehalte der Hochschulen und Mängel des neuen Systems:

https://www.sueddeutsche.de/bildung/mathias-brodkorb-alles-ein-starres-korsett-1.2479514

Und die tatsächliche inhaltliche und vom Anspruch her begründete Äquivalenz europa- oder gar weltweit ist -- aller Akkreditierung zum Trotz --nur ein Wunsch geblieben. Ein Niveaugefälle gab es natürlich schon immer, auch in USA, wo der Bachelor eine uralte Tradition hat. Dass der deutsche 3-jährige Bachelor in USA auf einen dort üblichen 4-jährigen stößt, sei nur am Rande vermerkt. Das Chaos mit G8- bzw. G9-Gymnasien in Verbindung mit der 9-jährigen Sekundarstufe an Gesamtschulen kommt dann noch hinzu. International passt das wie die Faust aufs Auge, ebenso wie die zahlreichen Schulabschlüsse, die es in Deutschland gibt (zumindest BBR, EBBR, MSA, FHR, AHR) und die man gewiss auch beibehalten wird, falls mal eine Einheitsschule eingeführt werden sollte . 

 

#2.1 -

Berliner Uni | Fr., 24.07.2026 - 15:59

Antwort auf von Wolfgang Kühnel (nicht überprüft)

Den hier genannten Punkten kann ich größtenteils überhaupt nicht zustimmen.

- Die Entsprechung von ECTS und SWS ist in Standard-Formaten (z.B. Übung+Vorlesung) innerhalb eines Landes gegeben, aber wenn man davon weggeht (Ländern mit anderem Semesterzuschnitt, seminaristische Veranstaltungen, Praktika etc.) geht die Rechnung nicht auf; da schaffen ECTS Vergleichbarkeit. Viele Unis haben auch Workload-Analysen durchgeführt und danach Punkte angepasst.

- Den Vorwurf des "Hamsterrads"  habe ich schon sehr lange nicht mehr gehört, und es war noch nie richtig. Das alte System schützt nur die sehr engagierten und sehr selbständigen Studierenden, die nicht auf Bafög angewiesen sind (Stichwort Regelstudienzeit), während der weit überwiegende Teil der Studierenden sehr froh über Orientierung und Struktur ist.

- Ein Bachelor macht auch in Jura oder Lehramt sehr viel Sinn, weil er eine Gelegenheit gibt, nochmal das Fach zu wechseln – auf was inhaltlich Entfernteres oder auch in eine Spezialisierung. Viele Lehramtsstudierende wechseln z.B. noch in den Fachmaster, weil sie erkannt haben, dass Lehramt doch nicht das richtige war. Das ist heute viel einfacher als zu Diplom- / Magisterzeiten

- „Brutal eingeführt“ ist reine Polemik. Uns hat niemand mit Gefängnis bedroht. Geld hat hier auch niemand dafür bekommen.

Aber die Studiendauer hat sich nicht verringert, dass stimmt.

#2.2 -

McFischer | Di., 28.07.2026 - 15:03

Antwort auf von Wolfgang Kühnel (nicht überprüft)

Einige Ihrer Punkte haben durchaus eine gewisse Aussagekraft - nicht alles ist gut gelungen im Rahmen von Bologna. Aber dennoch einige Anmerkungen:

1. Jura, Medizin, Lehramt... zumindest bei den ersten beiden Studienrichtungen hat der Bachelor sowieso keine Bedeutung erlangt, da beides in Deutschland mit dem Staatsexamen abschließt. Und Lehramt gehört halt zu den intensiv auf Länderebene geregelten Sonderfällen, wo - das ist richtig - ebenfalls meist der Masterabschluss Voraussetzung ist, um als Lehrkraft zu arbeiten. Aber was ist mit den anderen Studienrichtungen? Gerade in den etwas anwendungsnäheren Fächern - Wirtschaft, Gesundheit... - ist ein Bachelor eben doch berufsqualifizierend. Insbesondere auch an den Fachhochschulen.

2. Die Frage der Anerkennung zwischen Hochschulen und auch international ist und bleibt oft schwierig. Aber dies eben nicht wegen Bologna, sondern trotz Bologna. Hiermit sind ja zumindest die Grundlagen für einfachere Anerkennungen gelegt worden, die es vorher so nicht gab. Wenn dies noch immer nicht überall mit entsprechender Flexibilität umgesetzt wird, ist das schade, aber eben in der weiteren Entwicklung hinzuwirken. Anders formuliert: ja, vielleicht war es faktisch früher einfacher, aber eben auch sehr willkürlich und ohne Basis.

3. Die "Hamster im Laufrad" Rhetorik ist sehr von vorgestern. Wie schon der Co-Kommentator schreibt: früher war das unstrukturierte System für einige Wenige sicher besser (mehr Freiheit, mehr einfache Fokussierung), aber für die Vielen war es eben ein unstrukturiertes Studium, wo sich niemand Gedanken gemacht hat, was ein Absolvent am Ende so wissen und können sollte. Zudem kam und kommt dieses Argument auch erstaunlicherweise immer nur aus den Geistes-/Sozialwissenschaften - wenn Sie vor 20 Jahren Medizin, Tiermedizin oder Biochemie studiert haben, waren das auch damals durchgetaktete Studiengänge mit wenig Wahlfreiheit.

4. Die über 10 Jahre alte Referenz auf Herrn Brodkorb kommentiere ich mal nicht...

#2.2.1 -

Wolfgang Kühnel | Di., 04.08.2026 - 12:46

Antwort auf von McFischer (nicht überprüft)

Den "Hamster im Laufrad" sehe ich immer noch, schauen Sie einfach auf ein Bachelor-Zeugnis. In meinem Vordiplom- und Hauptdiplom-Zeugnis standen je 4 Noten, die ebenso vielen Prüfungen entsprachen (plus die Diplomarbeit). In einem heutigen Bachelor-Zeugnis können 30-35 Einzelnoten stehen, die ebenso vielen Prüfungen entsprechen, also ca. 6 Prüfungen pro Semester. Wenn alle nur 3 ECTS-Punkten entsprächen, hätten wir deren 60. Und weil es so viele Prüfungen gibt, muss der Prüfungszeitraum länger werden, an meiner Universität belegen die Prüfungsklausuren schon fast die gesamte vorlesungsfreie Zeit, weil sonst die Räume nicht ausreichten. Die SemesterFERIEN sind bis auf die Weihnachtspause abgeschafft. Und wer leidet darunter am meisten? Natürlich diejenigen Studenten, die sonst in den Ferien gejobbt haben, also gerade nicht die Kinder reicher Leute. Sechs Prüfungen in der vorlesungsfreien Zeit Febr.-April bedeuten -- falls gleichverteilt -- alle 8-10 Tage eine. Überlegen Sie mal, wie schön das für die Studenten ist. Dass es keine ECTS-Punkte ohne eine Prüfung geben darf, haben mir die Uni-Juristen mit einem alten KMK-Beschluss versucht zu begründen. Vielleicht spüren Sie dem mal nach: Welche gesetzliche Grundlage gibt es dafür?

 

#2.2.1.1 -

Berliner Uni | Mo., 10.08.2026 - 11:34

Antwort auf von Wolfgang Kühnel (nicht überprüft)

Ich weiss ja nicht, auf welche Studienordnungen Sie sich beziehen; alle, die ich kenne, sind ganz anders strukturiert.

- Sie haben zwischen 3 und 4 Prüfungen pro Semesterferien - 180 Punkte, Standardmodulgrößen von 5 oder 10 Punkten, diverse Module ohne eigene Prüfungen (Seminare, Bachelorarbeiten, überfachlicher Wahlbereich), macht ca. 20-25 Prüfungen pro Studiengang, geteilt durch 6. Und das nur, man in Regelstudienzeit studiert, was quasi niemand macht. Die tatsächliche Belastung dürfte eher bei 2-3 Prüfungen pro Semester liegen

- Prüfungszeiträume sind eng vorgegeben - so eng, dass die Studierenden eher wegen Überlappungen der Lernzeiträume stöhnen. Wer einen Urlaub plant, hat ja zwei Prüfungstermine zur Wahl.

Und wie war das früher? Klar, nur wenige Prüfungen - die dann aber den Stoff von Jahren beinhaltet haben. Während die Studis heute laut Protokollen so 10 Tage bis 2 Wochen pro Prüfung lernen, waren das damals dann 8-12 Monate am Stück. Wenn eine Prüfung daneben ging, hat das sofort drastische Konsequenzen auf die Gesamtnote; heute merkt man einzelne Prüfungen kaum. Für die allermeisten nimmt das viel Druck raus.

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