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Marketingkampagne für die Exzellenz: Berlin University Alliance gibt 900.000 Euro aus

Der Exzellenzverbund der Berliner Universitäten hat eine Kampagne für mehr Sichtbarkeit aufgesetzt. Ob das hilft, die Identifikation mit der BUA zu stärken?

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Artikelbild: Marketingkampagne für die Exzellenz: Berlin University Alliance gibt 900.000 Euro aus

Foto: Screenshot der Kampagnen-Website .

DER ERFOLG in der sogenannten "Exzellenzstrategie" bedeutete für die Berliner Universitäten neben dem Ruhm auch einen ordentlichen Batzen Geld. Gut 200 Millionen Euro, verteilt über sieben Jahre, erhalten sie bis einschließlich 2026 allein für ihren Verbund, die Berlin University Alliance (BUA). Der (kleinere) Anteil der Landesförderung ist darin enthalten.

Doch lange wirkte die BUA, in der Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische Universität und Charité zusammengeschlossen sind, wie eine Kopfgeburt: wissenschaftsstrategisch schlau auf die Wettbewerbskriterien zugeschnitten, aber ohne Identität oder Identifikationspotenzial für Berliner Wissenschaft und die Stadtgesellschaft.

Anstatt den Aufbau einer funktionierenden Governance für das große Ganze zu priorisieren, beschäftigte die einzelnen Verbund-Unis in ihren ersten Jahren vor allem die Sorge, bei der Verteilung der Exzellenz-Millionen auf keinen Fall zu kurz zu kommen.

Was umso bedauerlicher war, weil der 2019 prämierte Antrag spannende Ansätze enthält, formuliert in den fünf BUA-Missionen, in Antrags-Englisch "Objectives" genannt. Da ist zum einen der Fokus auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, die seit Corona, Ukrainekrieg und Energiekrise noch drängender ...

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Kommentare

#1 -

Lilly Berlin | Mo., 15.07.2024 - 01:08
Die BUA ist überflüssig wie ein Kropf. Während die Wissenschaftlerinnen (exzellent) zusammenarbeiten, was sie auch ohne den BUA-Wasserkopf machen würden, feiert eben jener Wasserkopf vor allem sich selber und hält die Fleischtöpfe für ihresgleichen warm.

Die Chance, Probleme der Unis gemeinsam zu lösen und innovative und wirksame Ansätze zu realisieren, wurde vertan. Das dämmert jetzt auch den Verantwortlichen, die das flugs mit einer Imagekampagne lösen möchten. Das passt zumindest an meiner TU ins Bild, wo auch mehr Energie auf sogenannte Kommunikation verwendet wird als auf die Lösung von irgendwelchen Problemen.

#2 -

E. Bullmann | Mo., 15.07.2024 - 06:08
Es ist schade, daß man für eine Wissenschafts-Vereinigung
derartige Summen für Werbung ausgeben kann und will. Aus
welchen Töpfen kommen eigentlich die Mittel? M.E. gehören die Mittel der (hier interessanterweise als 'sogenannte')
Exzellenz-Initiative bezeichnete Förderung in die Grundfinanzierung der Wissenschaft.

#3 -

Anonym | Mo., 15.07.2024 - 12:12
Herr Wiarda,
kennen Sie das denn schon?

https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/lobbyismus/wie-johannes-kahrs-seine-parteifreunde-mit-millionen-gluecklich-machte

https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R001202/27652?backUrl=%2Fsuche%3Fq%3DDESY%26pageSize%3D10%26filter%255Bactivelobbyist%255D%255Btrue%255D%3Dtrue%26sort%3DRELEVANCE_DESC

Hier werden jedes Jahr gute 240.000 EUR für Lobby ausgegeben, nicht für Forschung.

#4 -

Spengler | Mo., 15.07.2024 - 12:24
Sich auf die "großen gesellschaftlichen Herausforderungen" konzentrieren zu wollen, ist inzwischen doch zu einem billigen Klischee geworden: Von vielen Einrichtungen zum Fundraising genutzt, aber bisher von keiner eingelöst. Echte Wissenschaft ist kritisch -- bricht also Klischees auf, anstatt sie zu befördern.

#5 -

Edith Riedel | Mo., 15.07.2024 - 13:06
Es ist hier nicht anders als bei anderen Projekten, in denen Universitäten "strategisch" handeln sollen, gerade auf der EXU-Ebene. Es ist unendlich mühsam, die wissenschaftsunterstützenden Thematiken anzugehen, um die es in dieser Förderlinie geht. Eine große Imagekampagne täuscht dann darüber hinweg, dass man ansonsten nicht viel erreicht hat, und die Beharrungskräfte den Status Quo erhalten haben. Gleichstellung und Bereinigung des Gender Pay Gap, verlässliche Vertragslaufzeiten für Promovierende, eine funktionierende Verwaltung zur Unterstützung und Entlastung der Wissenschaftler*innen: das sind hehre Ziele, die jedoch, wie oben schön ausgeführt, in den Verteilungskämpfen um das EXU-Geld untergehen, und mit denen man ja auch keinen ...

#6 -

Django | Mo., 15.07.2024 - 15:46
#5: Die benannten Themen sind wichtig, aber es ist das Geheimnis der BUA und der sie tragenden Hochschulen, warum sie die BUA brauchen, um hier handlungsfähig zu sein.

Es gibt in Berlin aber auch einen gewissen politischen Druck, dass die Universitäten mehr gemeinsam machen sollen. Teils berechtigt, aber teils einfach die feuchten Träume mancher Politiker:innen von einer einigen großen "Berliner Universität". Also schreibt man lieber einen gemeinsamen Antrag, wohl wissend, dass Aufwand und Ertrag in einem schlechten Verhältnis stehen werden.

#7 -

ettenna | Di., 23.07.2024 - 15:55
"schick designte Kampagnen-Website"? so etwas basteln mittlerweile Grundschüler*innen! und warum nicht diese integrieren - Durchlässigkeit der Systeme war doch mal ein Thema, stattdessen diese Elfenbeintürme - gerade weil sie ein add-on und nicht ein part-of sind, wird auch die Kampagne nichts bringen, außer der Agentur ein paar Einnahmen; wirtschaftlicher Umgang mit Steuergeldern?

#8 -

HannaWillStück… | Di., 23.07.2024 - 17:34
Wann fängt eigentlich die Veruntreuung öffentlicher Gelder an? PR-Arbeit ist ja eigentlich ein wichtiges Thema in der Forschung und wird leider oft nicht genug gefördert. Dabei geht es darum, Forschung nach außen auch in die breite Gesellschaft zu transportieren.

Aber eine Image-Kampagne wie hier dargestellt ist irgendwie etwas anderes, und in dieser Größenordnung muss man sich fragen, ob die Verantwortlichen sich in irgendeiner Weise für diese Ausgaben rechtfertigen müssen, oder ob sichergestellt wurde, dass da nicht etwas über Beziehungen lief.

Das Problem der Exzellenzinitiative ist ja, dass sehr viel Geld an einzelne Standorte geht. Das Geld fehlt dann woanders. Wenn ...

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