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Zweite Chance auf Ausbildung

300 000 Schulabgänger bleiben pro Jahr ohne Lehrstelle und finden auch später keinen Ausbilder. Doch es gibt einen Umweg, der immer mehr Jugendliche ans Ziel führt.

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Artikelbild: Zweite Chance auf Ausbildung

Foto: JMW.

DER SILBERFARBENE FORD C-Max hängt zwei Meter hoch in der Luft, direkt über seinem Genick. Curtis trägt Ohrstöpsel und gelbe Arbeitshandschuhe, der Hydraulikschrauber in seiner Faust surrt. Er legt den Kopf in den Nacken, gleich wird es krachen, wenn er die Hinterachse festzieht. "Na, Curtis?", fragt der Geselle. "Läuft", sagt Curtis.

Eine Werkstatthalle in Hamburg-Barmbek, Männer in grauer Kluft zwischen aufgebockten Autos, Werkzeugbänken und Stapeln mit Ersatzteilen: Das ist der Ort, an dem Curtis Sander, 18, erwachsen werden soll. Wenn man denn die Lehre so sieht, wie sie einst gedacht war, seit ihren Anfängen im Mittelalter, als sich die Berufsstände und Zünfte herausbildeten und mit ihnen eine besondere Tradition der Weitergabe von Wissen: vom Meister auf den Lehrling. Als Kind in die Lehre, als Geselle auf Wanderschaft, bevor man selbst Meister werden durfte.

Das mit der Walz ist heute Folklore, auch sonst verläuft das Leben eines Lehrlings im 21. Jahrhundert etwas prosaischer, auch im Autohaus Hermann Claaßen. Im Kern jedoch sind es für den Kfz-Mechatronik-Azubi Curtis die gleichen Aufgaben geblieben, wenn er wie an diesem Morgen nach dem Schrauben die Muttern überprüft: Er soll zuschauen und nachmachen, er ...

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