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Exzellenz-Entscheidung: Erste Reaktionen

Was die Gewinner zu sagen haben – und die Verlierer.

DIE PRÄSIDENTEN DER siegreichen Berliner Verbunduniversitäten verstehen sich mittlerweile offenbar so blind, dass sie im Chor sprechen. Zumindest zitierte ihre gemeinsame Pressemitteilung Günter Ziegler (Freie Universität), Sabine Kunst (Humboldt), Christian Thomsen (TU) und Karl Max Einhäupl (Charité) wie folgt und unisono: "Heute ist ein ganz besonderer Tag für unsere vier Häuser, unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, unsere Studierenden sowie für die Berlinerinnen und Berliner. Wir freuen uns sehr, nun noch intensiver zusammenarbeiten zu können und unsere seit über drei Jahrzehnten gewachsenen Kooperationen institutionell übergreifend weiter zu entwickeln."

Berlins Regierender Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD) sagte: "Das ist ein Erfolg auf ganzer Linie. Berlin rockt als Team!" Es sei richtig gewesen, auf Kooperation zu setzen. "Wir zünden jetzt gemeinsam die nächste Stufe auf unserem Weg zur internationalen Forschungsmetropole."

"Diese Fahrt wird himmlisch werden"

Ähnlich freudetrunkene Worte kamen aus Hamburg. Von heute an wolle er nie wieder hören, die Universität Hamburg sei "bestenfalls mittelmäßig", sagte ihr Präsident Dieter Lenzen. "Es wäre eine dreiste Unwahrheit. Der Erfolg beruht nach Auffassung des Wissenschaftsrats auf den steilen Leistungssteigerungen der letzten fünf Jahre und auf dem gemeinsamen Konzept einer Flagship University." Apropos Flagship ...

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Kommentare

#1 -

Stefan Thyssen | Sa., 20.07.2019 - 13:53
Wem nützt denn das?



Die Exzellenzinitiative ist, ich kenne sie aus eigener direkter Anschauung, die Mutter aller Verbundförderfressgemeinschaften. An die 50 Personen tun sich hier zusammen, um zusammenzubringen, was nicht zusammengehört. Wer nicht dabei ist, verliert seinen letzten Bleistift, denn die Universität muss hier mit eigenen Mitteln einstehen, das bedeutet Umverteilung. Offensichtliche Nutznießer sind die Sprecher, die auf den Schultern vieler stehend sich für höhere Ämter in Hochschuladministration oder Bildungspolitik empfehlen. Meist sind es schon etwas ältere Kolleg/Innen, die auf Ihrem Weg vom Wissenschaftler zum Wissenschaftsimpresario schon eine Weile unterwegs sind. Daneben profitieren auch die Hochschulleitungen im täglichen politischen Gerangel ...

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