Hochschulen jetzt diverser machen!
Wenn die Hochschulrektoren tagen, begegnen einem Menschen mit Zuwanderungsgeschichte fast nur beim Geschirrabräumen. Höchste Zeit, dass sich auch Unis mit ihren Vorurteilen auseinandersetzen.

EIGENTLICH ERSTAUNLICH, welchen Wirbel ein Zitat auslösen kann, das bei genauerem Hinsehen eine Selbstverständlichkeit benennt. Dass es auch in Deutschland "latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte" gebe, hatte SPD-Chefin Saskia Esken Anfang Juni den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt – und erntete dafür so heftige Proteste, dass sie sich Tage später gezwungen sah klarzustellen: Es sei nicht ihre Absicht gewesen, die Polizeibeamten "unter Generalverdacht" zu stellen.
Dabei hatte Esken das gar nicht getan. Sie hatte nie behauptet, dass alle Polizisten oder auch nur die Mehrheit der Beamten Rassisten seien. Das Erschreckende ist: Käme jemand daher und würde verkünden, dass es keinerlei Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte gebe, würde er damit vermutlich weniger Entrüstung verursachen als Esken mit ihrem Satz. Und das ist das eigentliche Problem.
Anstatt auf die #BlackLivesMatter-Proteste in den USA wie auf Ereignisse von einem anderen Stern zu schauen, stünde es nicht nur der Polizei, sondern auch anderen gesellschaftlichen Institutionen hierzulande gut an, die eigenen Vorurteile und etablierten Benachteiligungsmechanismen offensiv zu hinterfragen. Denn natürlich gibt es sie, weil ...
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Kommentare
#1 - Vielen Dank für diesen Beitrag! Wenngleich der Verweis auf…
#2 - @Christiane: Vielen Dank! Was den deutschen Pass angeht:…
Viele Grüße!
#3 - Detailliertere Informationen zu internationalen…
"Internationale Mobilität und Professur" https://www.erziehungswissenschaften.hu-berlin.de/de/mobilitaet
Darüber hinaus würde ich an die Rektor*innen doch gerne die kritische Frage richten, was sie an Ihren Einrichtungen tun, damit sich die heute schon viel diverseren Studierenden anerkannt fühlen: Was tun sie, um gute Lernmöglichkeiten für alle zu realisieren? Was tun sie, um gegen Diskriminierung vorzugehen? Was tun sie, damit ihre Nachfolger*innen irgendwann auch weniger homogen sein werden?
Und Herr Wiarda, ich frage nicht rhetorisch, sondern würde mich über eine Antwort freuen: Warum machen Sie nicht reale Geschlechtervielfalt durch Ihre Sprache sichtbar? ...
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