Abschied vom Lehrstuhl?
Vor einigen Tagen hatte ich an dieser Stelle eine Lobeshymne auf die strukturierte Promotion verfasst. Der Kernsatz: Mehr Karrierechancen für Nachwuchsforscher in und nach der Postdoc-Phase sind schön und wichtig. Genauso wichtig: Wir brauchen insgesamt weniger Doktoranden, und wir brauchen noch mehr strukturierte Promotionsprogramme.
Daraufhin gab es Widerspruch von Klaus Diepold, nachzulesen bei den Kommentaren unter dem Blogeintrag. Meine Forderung nach weniger Doktoranden passe nicht zusammen mit der Tendenz an den Unis, immer mehr Studierende bei immer besseren Betreuungsverhältnissen haben zu wollen: „Wer leistet die Betreuung, wenn es weniger DoktorandInnen geben soll?“
Ich halte den Einwand für so bedeutend, dass ich Herrn Diepold nur zurufen kann: Ja, Sie haben Recht. Und genau das ist das Problem!
Ich will das erläutern. In der Tat leisten die Doktoranden einen großen Teil an der Lehre, an der Betreuung der Studenten – einen so großen Anteil, das ihr eigenes Weiterkommen oft an zweiter Stelle kommt. Systemimmanent kann man daher nur sagen: Ja, stimmt, weniger Doktoranden geht nicht, funktioniert nicht. Dann – ich übertreibe der Anschaulichkeit wegen – bräche das ganze System zusammen.
Also: Herr Diepold hat Recht, und genau das ist das Problem. Wenn ich weniger Doktoranden forderte und davon sogar ...
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