JAN-MARTIN WIARDA

Journalist     Moderator     Fragensteller


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Wenn Sie mehr erfahren wollen über mich und meine Themen, sind Sie hier richtig. Schauen Sie doch auch mal in meinen Blog, in dem ich regelmäßig aktuelle Ereignisse in Bildung und Forschung aufspieße. Ich freue mich auf Ihr Feedback.


10. August 2020

Doch dann kam Dieter Nuhr

Die DFG, der Comedian und ein bemerkenswerter kommunikativer Schlingerkurs: Wird der Forschungsförderer an der Causa Nuhr wachsen?

Da steht er wieder: Der Beitrag Dieter Nuhrs auf der DFG-Kampagnenwebsite. Foto: Screenshot.

"FÜR DAS WISSEN ENTSCHEIDEN" heißt die Kampagne, mit die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Gründung ihrer Vorgängerorganisation vor 100 Jahren feiert. Vor allem aber will sie, wie Deutschlands größte Forschungsförderorganisation zum Kampagnenstart im Januar verkündete, "die Prinzipien einer freien und unabhängigen Wissenschaft sowie deren Wert für eine offene und informierte Gesellschaft prominent öffentlich sichtbar machen".

 

Festveranstaltungen waren geplant, ein Schauspielerkollektiv sollte monatelang mit einem eigens gebrandeten Expeditionsbus durch die Lande fahren und mit den Menschen über Wissenschaft ins Gespräch kommen. Doch "dann kam Corona", wie es wenig originell auf der Kampagnen-Website heißt.

 

Viele Live-Events fielen ins Wasser, die Expedition konnte gar nicht erst starten, es blieb vor allem die Online-Aktion „#fürdasWissen“, die, so die DFG, "allen Interessierten eine Bühne für Text-, Bild- und Video-Statements" bieten solle. Ansonsten wurde es ruhig um die einst mit Millionen geplante Kampagne.

 

Doch dann kam Dieter Nuhr. Und eines ist sicher: Die Aufmerksamkeit hat die Kampagne seitdem. Aber anders als gedacht.

 

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Besorgnis? Ja. Alarmismus? Nein.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es an zwei Schulen Corona-Fälle. Die politische Reaktion darauf ist problematisch. Ein Teil der Berichterstattung ist es auch.

DAS GEHT JA GUT LOS. Und nein, damit sind nicht die Corona-Fälle an zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern gemeint, die heute bekannt wurden. Sondern die Reaktionen darauf. 

 

Kaum hatten die beiden zuständigen Landkreise die Schließungen mitgeteilt, überschlugen sich viele große Online-Medien mit eiligen, meist auf der Grundlage einer dpa-Meldung zusammengestöpselten Berichten. Tenor zumeist: Kaum öffnen in einem Bundesland wieder die Schulen, müssen die ersten schon wieder zugemacht werden. Womit bei vielen Lesern hängengeblieben sein sollte: Echt gefährlich, dieser Regelbetrieb, den die Kultusminister da versprochen haben. 

 

Um es ganz klar zu sagen: Die Debatte über die Risiken des Schulbetriebs unter Corona-Bedingungen und ihre Begrenzung ist essentiell. Aber sie sollte reflektiert geführt werden. Was in den vergangenen Tagen in zahlreichen Stellungnahmen verschiedener Fachgesellschaften und der Nationalakademie Leopoldina, bei manchen Schwächen im Detail, auch ziemlich gut gelungen ist.

 

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"Eine schnelle Aufholjagd? Halte ich für einen Wunschtraum"

Christoph Igel war einer der führenden deutschen KI-Forscher. Dann ging er zur Bundeswehr – und ist jetzt erster Direktor der Agentur für Cybersicherheit. Wie seine Professorenkollegen reagiert haben, warum er Deutschlands Digitalisierungs-Rückstand für so gefährlich hält und wie er mit den öffentlichen Erwartungen umgeht.

Soldat, Professor, Agenturdirektor: Christoph Igel. Fotos: privat.

Herr Igel, Sie zählen zu den angesehensten KI-Forschern in Deutschland, Sie waren Sprecher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin – bis Sie vergangenes Jahr überraschend aufhörten und bei der Bundeswehr anheuerten. Was viele verwunderte, ergibt seit ein paar Wochen Sinn: Sie sind jetzt Forschungsdirektor der Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit, getragen von Verteidigungs- und Innenministerium.

 

Das mag für Sie nach einem lange vorbereiteten Plan aussehen, aber tatsächlich wusste ich, als ich beim DFKI aufhörte, noch nichts davon, dass ich eines Tages Forschungsdirektor und Geschäftsführer der Cyberagentur werden würde. Auf den Posten habe ich nicht einmal geschielt. Ich habe schlicht aus einer gewissen Ernüchterung heraus der Wissenschaft nach über 20 Jahren den Rücken kehren wollen. 

 

Von welcher Ernüchterung sprechen Sie?

 

Vor allem der permanente Druck zur Akquisition von Drittmitteln hat auf meine Motivation geschlagen. Die wachsenden Aktivitäten in – unternehmerisch gesprochen – Vertrieb und Marketing von Forschung, das ständige Definieren, Messen und Bewerten von Forschungsleistungen unter Innovations- und ökonomischen Gesichtspunkten, aber auch die meiner Meinung nach unverhältnismäßige Zunahme an administrativem Aufwand. Irgendwann dachte ich: Wenn Du in Deiner Karriere nochmal etwas ganz Anderes machen möchtest, dann jetzt.

 

Aber deshalb gehen die meisten Wissenschaftler noch lange nicht zur Bundeswehr.

 

Die meisten Wissenschaftler haben wohlmöglich auch nicht wie ich eine Beziehung zu den Streitkräften, die bis zum Ende meiner Schulzeit zurückreicht. Vielen meiner Kolleginnen und Kollegen war das sicherlich nicht bekannt, aber ich habe auch nach meinem Wehrdienst in verschiedener Weise immer den Kontakt zur Truppe gehalten. Als 2017 der militärische Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum aufgestellt wurde, kam ich – im ganz positiven Sinne – ins Grübeln.

 

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Stark im Grundsatz, schwach im Detail

Die Nationalakademie Leopoldina hat Empfehlungen für ein "krisenresistentes Bildungssystem" in der Corona-Pandemie vorgelegt. Als kurzfristige Handlungsanleitung taugt das Papier wenig.
Dafür liefert es spannende Anhaltspunkte für die Zukunft von Schule und Unterricht insgesamt.

ALS DIE LEOPOLDINA im April ihren Fahrplan aus dem Shutdown vorstellte, ging es irgendwann weniger um das, was in ihrer Stellungnahme stand, als um den Kreis der ExpertInnen, die sie formuliert hatten. Zwei Frauen, 24 Männer, und damit mehr Autoren mit dem Namen Thomas als weibliche Unterzeichnerinnen. Dass diese dann auch noch dafür plädierten, die Kitas zunächst "nur sehr eingeschränkt" wieder zu öffnen, schien für viele ins Bild zu passen.

 

Der Kollateralschaden war, dass darüber die ungewöhnliche fachliche Breite und Expertise der Arbeitsgruppe aus dem Blick geriet, dabei hatten an ihnen einige der angesehensten Virologen, Biologen, Ethiker Bildungsforscher, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler, Theologen und Historiker mitgeschrieben – und zum Beispiel dafür plädiert, zuerst die jüngeren Kinder in die Schulen zurückzuholen, und das möglichst bald. Die Politik war es, die es dann andersherum machte.

 

Kein Wunder, dass bei der heute Vormittag veröffentlichten fünften Adhoc-Stellungnahme der Nationalakademie zur Corona-Pandemie, noch dazu einer, die sich ausschließlich Kindern und Jugendlichen widmet, der erste Blick auf die Mitglieder der Autorengruppe fällt: 24 herausragende Forscherpersönlichkeiten, darunter elf Frauen. Kritik angekommen. Auch die fachliche Verteilung zwischen Medizinern, Geistes- und Sozialwissenschaftlern ist noch ausbalancierter als im April. Dass rund die Hälfte der beteiligten Wissenschaftler Bildungsforscher und Pädagogen sind, ist viel, geht aber angesichts des Schwerpunktes der Stellungnahme in Ordnung.

 

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