JAN-MARTIN WIARDA

Journalist     Moderator     Fragensteller


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22. Januar 2020

Verquirlte Argumente

Die Rechtspopulisten im Bundestag blasen zur Rettung der Wissenschaftssprache Deutsch. In ihrem Antrag finden sich gleich mehrere aufschlussreiche Stellen.

Die AfD SORGT SICH um die Wissenschaftssprache Deutsch und fordert einen "nationalen Aktionsplan" für ihren "Erhalt", zu ihrer "Stärkung und Pflege". Der Antrag, den die ihre Bundestagsfraktion dazu vor Weihnachten eingebracht hat, hat eine teilweise bemerkenswerte Argumentation.

 

Die angeführten Zahlen sind erst einmal unbestritten: Vor 100 Jahren seien 45 Prozent der naturwissenschaftlichen Publikationen auf Deutsch verfasst worden, 2005 seien es nur noch zwei Prozent gewesen, referieren die Rechtspopulisten. In den Geistes- und Sozialwissenschaften erschienen 2005 sogar 77 Prozent der Bücher und Fachartikel auf Englisch, auf Deutsch nur sieben Prozent.

 

Interessant ist die Interpretation der Fakten: Die "Vormachtstellung des Englischen" (O-Ton AfD-Antrag) oder genauer: die Tatsache, dass Deutsch "zunehmend als Wissenschaftssprache verdrängt" werde, sehen die Rechtspopulisten begründet in der "Diskreditierung der deutschen Sprache durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg“ und in der "bis heute ungebrochene(n) Dominanz der angloamerikanischen Kultur weltweit“.



2020 wird zum Jahr der Wahrheit

Bildung, Forschung und Innovation: Die politischen Versprechungen und Pläne der vergangenen zwölf Monate waren gut. Jetzt müssen die Taten folgen. Ein Ausblick von Ernst Dieter Rossmann.

Foto: PIX1861 /pixabay - cco.

DAMIT HAT JAN-MARTIN WIARDA, diese ziemlich einmalige Mischung aus Chronist, Kritiker und Vordenker, ja Recht in seinem Jahresausblick 2020: dass die große Breite der Probleme, Herausforderungen und Entwicklungen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation am Ende dazu verführen kann, ein Potpourri der Themen zu servieren, das den Geist ins Rotieren bringt und hoffentlich auch manches an den Verhältnissen zum Tanzen. Als Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung möchte ich im Blick auf das Jahr 2020 allerdings doch lieber eine nüchterne strukturierte Perspektive aufmachen.

 

2019: Es ist geliefert worden

 

Wenn das zweite Jahre einer Legislaturperiode aus guten Gründen das Jahr sein muss, in dem die Regierung und die sie tragenden Fraktionen konzeptionell und gesetzgeberisch liefern müssen, weil das dritte schon die praktische Umsetzung und den Beginn der allseitigen Profilierung und das vierte dann endgültig den Wahlkampf im Zentrum hat, darf mit Fug und Recht festgehalten werden: Es ist geliefert worden.

 

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Unpopulär, aber richtig

Während andere Länder– wie Berlin – massenhaft Quereinsteiger einstellen, beweist Bayern Mut beim Kampf gegen den Lehrermangel: Die Pädagogen müssen vorübergehend mehr arbeiten.

BIS 2025 SOLLEN Tausende Grundschullehrer fehlen. Die Bertelsmann-Stiftung sagt: über 26 000. Die Kultusministerkonferenz (KMK) sagt: knapp 11 000. Jetzt kann man lange darüber diskutieren, wie die Prognosen derart unterschiedlich sein können und wer am Ende Recht hat. Fest steht: Die Lücke wird richtig wehtun. Und Folgen haben vor allem für jene Kinder, die in den nächsten Jahren die Grundschule durchlaufen.

 

In Berlin etwa wurden die neuen Lehrerstellen 2018 zu 60 Prozent mit Quereinsteigern besetzt. Ohne deren Motivation oder Engagement abwerten zu wollen: Wenn laut aktueller Pisa-Studie schon jetzt mehr als 20 Prozent der 15-Jährigen zum Beispiel nicht richtig lesen können, bleibt es angesichts solcher Einstellungsquoten abzuwarten, wie viele es bei der nächsten Generation ehemaliger Grundschüler sein werden.

 

Die Bundesländer liefern sich derweil einen ins Absurde reichenden Wettbewerb um die vorhandenen Lehramtsabsolventen, der sie durch diverse Höherstufungen der Lehrergehälter schon jetzt teuer zu stehen kommt und in ein paar Jahrzehnten noch teurer: Bis auf Berlin winken alle Bundesländer inzwischen wieder mit der Verbeamtung, und in Berlin würde die Partei von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wenn sie könnte, sofort nachziehen. Dabei waren sich die meisten Bildungspolitiker mal einig, dass die Verbeamtung wegen der langfristig enormen Pensionslasten keine gute Idee sei.

 

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