JAN-MARTIN WIARDA

Journalist     Moderator     Fragensteller


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Wenn Sie mehr erfahren wollen über mich und meine Themen, sind Sie hier richtig. Schauen Sie doch auch mal in meinen Blog, in dem ich regelmäßig aktuelle Ereignisse in Bildung und Forschung aufspieße. Ich freue mich auf Ihr Feedback.


23. September 2021

Was die neue Regierung anpacken muss

Egal, wer die nächste Bundesregierung bildet: Zehn wissenschaftspolitische Ziele, die in jeden Koalitionsvertrag gehören.

Foto: Arek Socha / Pixabay.

IM WAHLKAMPF waren Bildung und Forschung überraschend selten Thema, noch weniger waren sie es in den Fernsehdebatten der drei Bundeskanzler-Kandidat:innen. Wobei so überraschend das dann doch nicht war, wenn doch das wichtigste Anliegen für die meisten Deutschen eine sichere Rente zu sein scheint – wie unter anderem der Spiegel-Wirtschaftsmonitor ergab. Es gibt nun einmal nur gut 35 Millionen Menschen unter 40 in Deutschland, aber 23 Millionen zwischen 40 und 60 und weitere 24 Millionen, die 60 und älter sind.

 

Was bedeutet das für die Prioritätensetzung in der nächsten Legislaturperiode? Hoffentlich vor allem, dass die Politik in der Lage ist, sich nicht von den bloßen Quantitäten ihrer Wählerschaft leiten zu lassen, sondern von Fragen der Zukunft und der Generationengerechtigkeit. Denn dann müssten Bildung und Wissenschaft ganz oben auf der Agenda einer neuen Bundesregierung landen. Doch was hieße das abgesehen von der in keiner Sonntagsrede fehlenden Forderung nach "mehr Geld" für Kitas, Schulen, Ausbildungsbetriebe, Hochschulen und Forschungsinstitute?

 

In zwei Teilen versuche ich mich an Antworten. Ich starte mit einer  Liste der zehn wichtigsten wissenschaftspolitischen Aufgaben. Subjektiv natürlich, doch ich finde, dass sie in jeden  Koalitionsvertrag gehören – egal, wer die Wahlgewinner am Ende sein werden. 

 

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Warum sinken die Corona-Zahlen?

Ob die vierte Welle wirklich gebrochen ist, weiß keiner. Doch die Trends hinter der aktuellen Entwicklung sind spannend – und, was die älteren Menschen angeht, weiter besorgniserregend. Eine Analyse in neun Punkten.

Illustration: Gerd Altmann / Pixabay.

DIE CORONA-ZAHLEN SEHEN WIEDER GUT AUS: Heute Morgen gab das Robert-Koch-Institut (RKI) die bundesweite 7-Tagesinzidenz mit 68,5 an. Ein Rückgang um gut 12,6 Inzidenzpunkte bzw. 15,5 Prozent zur Vorwoche. Der Abwärtstrend beim Fall-Wachstum hält damit jetzt schon die vierte Woche an, wie der Blick auf die Wachstumsraten der vergangenen fünf Wochen zeigt. 17. bis 24. August: +55 Prozent; 24. bis 31. August: +29 Prozent; 31. August bis 07. September: +12 Prozent; 07. bis 14. September: -3 Prozent. 14. bis 21. September: -16 Prozent. Doch was genau passiert da gerade? Acht Beobachtungen und ein paar Fragen am Ende.

 

1. Der Trend wird einheitlicher

Zwar gibt es beim Fallwachstum im Wochenvergleich immer noch eine große Bandbreite zwischen den Bundesländern (von -35,9 Prozent in Niedersachsen bis zu +34,9 Prozent in Sachsen-Anhalt), doch bewegen sich elf Bundesländer in einem Korridor zwischen +7,4 Prozent (Thüringen) und -22,2 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern). 

 

2. Der Ferieneffekt ist fast durch

Die Entwicklung der Fallzahlen in den Bundesländern folgte in den vergangenen zwei Monaten dem immer gleichen Muster. Ein stetiger Anstieg während der Ferien, dann ein großer Sprung in den ersten zwei Schulwochen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen und bei diesen vor allem bedingt durch die Rückkehr zu den Pflichttests. Dann Stagnation und eine schrittweise Abwärtsbewegung, ausgehend von den jüngeren Jahrgängen. Mit anderen Worten: Ferien und Urlaubszeit haben die Corona-Dynamik getrieben, der Schulanfang hat das sichtbar gemacht, und nach dem Schulanfang wird die Entwicklung spürbar eingedämmt. Aktuell sind alle Bundesländer bis auf vier durch mit dem Effekt. Und Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen, die als letzte aus den Ferien kamen, dürften es nach dieser Woche auch sein. 

 

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Unter Generalverdacht

Ministerpräsident Söder kämpft gegen "Genderstrafzettel" an bayerischen Hochschulen. Nur dass es für deren Existenz gar keine Belege gibt, wie das Wissenschaftsministerium auf Nachfrage einräumt.

Symbolfoto: Filmbetrachter / Pixabay.

MARKUS SÖDER war mal wieder nach einer kernigen Ansage zumute. In der Augsburger Allgemeinen warnte Bayerns CSU-Ministerpräsident vor einem "Gendergesetz oder Genderstrafzettel". Speziell die Situation an den Hochschulen sorgt ihn offenbar: "Es kann nicht sein, dass Studenten möglicherweise eine schlechtere Bewertung bekommen, nur weil sie keine Gendersternchen verwenden." Weshalb er Wissenschaftsminister Bernd Sibler (ebenfalls CSU) jetzt gebeten habe, "zu überprüfen, was es da so alles gibt."

 

Mit dem "so alles" meint Söder vor allem die Sprachleitfäden, die an vielen Hochschulen existieren und die, wie es zum Beispiel in der Version der Universität Regensburg heißt, dazu auffordern, gendergerechte Sprache "verstärkt zu verwenden". Zum Beispiel, indem es "Lehrende" statt "Lehrer" heißt oder "Bewerber*innen" statt "Bewerber".

 

Wissenschaftsminister Sibler teilte umgehend mit, er habe die Hochschulen darauf hingewiesen, dass ihre Leitfäden allenfalls Empfehlungen enthalten dürften. Daraufhin sollten sie ihre Leitfäden nun überprüfen. 

 

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Tendenz: abwärts

Deutschlands Ausgaben für die Hochschullehre fallen international weiter zurück – was durch die hohen Ausgaben für die Forschung verdeckt wird: eine Analyse der neuen OECD-Bildungsstatistiken.

Foto: 995645 / Pixabay. 

AUF DEN ERSTEN BLICK steht Deutschland bei seinen Hochschulausgaben gar nicht schlecht da. 19.324 Dollar pro Studierendem investierte die Bundesrepublik 2018, berichtet die OECD in "Bildung auf einen Blick". Das waren 2259 Dollar oder  11,7 Prozent mehr als der Schnitt aller untersuchten Industriestaaten. Klar, Spitzenreiter wie Luxemburg (47.700 Dollar), die USA (34.000 Dollar) oder Großbritannien (29.900 Dollar) geben zwei, dreimal so viel aus – aber Luxemburg ist ein reicher Kleinstaat und in den angelsächsischen Ländern müssen die Studierenden den Großteil der Kosten selbst stemmen.

 

Verbirgt sich hinter den OECD-Zahlen also eine Erfolgsgeschichte deutscher Hochschulpolitik, das dem von den Hochschulen verbreiteten Narrativ der chronisch unterfinanzierten Lehre zuwiderläuft? Auf den zweiten Blick leider dann doch nicht.

 

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Prekäre Blog-Finanzierung

Im August ist die Zahl der Unterstützer und die Summe ihrer Zahlungen stark zurückgegangen. Bitte helfen Sie mir, alle Artikel in diesem Blog für alle frei zugänglich zu halten.

 

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Und jedes Jahr dieselbe Botschaft

Pünktlich im September hat der Industriestaaten-Club OECD wieder seinen Ländervergleich "Bildung auf einen Blick" veröffentlicht. Für Deutschland ist wie gewohnt wenig Erbauliches und viel Bedenkliches dabei. Nur dass diesmal die Corona-Folgen noch obendrauf kommen.

JEDES JAHR AUFS NEUE beweist die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass sie zu Selbstironie in der Lage ist. Anders lässt sich nicht erklären, dass sie ihren diesmal 568 Seiten starken Bericht wieder unter dem Titel "Bildung auf einen Blick" erscheinen lässt. Und so inhalts- und detailreich dieser Vergleich der Bildungssysteme von 48 OECD-Mitgliedern und Partnerstaaten erneut geworden ist, erst recht vor dem Hintergrund der Corona-Krise, deren Folgen für die weltweite Bildung und Teilhabe noch viel stärker als vor einem Jahr deutlich werden: So wenig lässt sich "Bildung auf einen Blick" auf die eine Kernbotschaft reduzieren.

 

Was es Bildungspolitikerinnen wie Anja Karliczek (CDU) ermöglicht, in ihren ersten Reaktionen etwas Larifari "von Licht und Schatten" zu sprechen, die es im deutschen Bildungssystem wie überall gebe. Immerhin, die OECD versucht auf der Grundlage ihres Berichts dann doch die Zuspitzung auf die eine Schlagzeile: "Kampf gegen Chancenungleichheit erfordert mehr Bildungsinvestitionen", hat sie ihre Pressemitteilung überschrieben, und diese Forderung richtet sie an alle Regierungen. Deutschland, das zeigen die Ergebnisse, hat allerdings wieder einmal besonderen Anlass, der OECD zuzuhören. Dabei hat natürlich auch Bundesbildungsministerium Karliczek Recht: Nicht alles ist mittelmäßig oder gar schlecht in deutschen Kitas, Schulen, Hochschulen und Ausbildungsbetrieben. Aber vieles eben – leider – schon.

 

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Der Gipfel der Bildung

Patrick Honecker und Jan-Martin Wiarda bitten zum "Gipfel der Bildung".

 

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