JAN-MARTIN WIARDA

Journalist     Moderator     Fragensteller


Willkommen auf meiner Website.

Wenn Sie mehr erfahren wollen über mich und meine Themen, sind Sie hier richtig. Schauen Sie doch auch mal in meinen Blog, in dem ich regelmäßig aktuelle Ereignisse in Bildung und Forschung aufspieße. Ich freue mich auf Ihr Feedback.


30. November 2021

Der doppelte Irrtum

Die Debatte über angeblich besonders viele Ansteckungen unter Kindern und Jugendlichen beruht auf zwei falschen Annahmen. Das lässt sich statistisch recht einfach zeigen. Aber interessiert im Streit um vorgezogene Weihnachtsferien überhaupt noch die Empirie? Ein Essay.

WENDET DIE SCHNELLTESTS nicht gegen die Kinder und Jugendlichen, forderte ich am 17. März hier im Blog. Das war, als die Schulen nach monatelanger Schließung allmählich wieder aufgesperrt wurden, verbunden mit der Einführung regelmäßiger Pflichttests.

 

Es sei richtig und wichtig, dass diese eingesetzt würden, schrieb ich. "Sie wurden den Kindern und ihren Familien sogar als Instrument versprochen, um die Bildungseinrichtungen offenzuhalten. Es wäre dramatisch, wenn die Gesellschaft nun nicht in der Lage sein sollte, mit den daraus folgenden, zwangsläufig höheren offiziellen Infektionszahlen in dieser Altersgruppe vernünftig umzugehen."

 

Stattdessen müsse sie sich des zunehmenden Ausleuchtens der seit den Schulschließungen gewaltigen Dunkelziffer bewusst sein. Und die Erwachsenen, fügte ich hinzu, dürften die relativ gesehen künftig höheren Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen nicht als "angenehm einfachen Grund" dafür nehmen, in der nächsten Welle anstatt sich selbst als erstes die Kinder und Jugendlichen nach Hause zu schicken. 

 

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Bundesverfassungsgericht erklärt Corona-Notbremse inklusive Schulschließungen für zulässig

Die Maßnahmen seien "in der äußersten Gefahrenlage der Pandemie" mit dem Grundgesetz vereinbar gewesen. Heute Mittag beraten Bund und Länder über neue Schritte zur Corona-Eindämmung.

Der Sitz des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Foto: Nicola QuarzCC BY-SA 2.0.

DAS BUNDESVERFASSUNGSGERICHT hat heute mehrere Verfassungsbeschwerden gegen die Bundesnotbremse im April zurückgewiesen, darunter auch zwei, die sich gegen Schulschließungen und Wechselunterricht gewandt hatten.

 

Zwar erkenne das Verfassungsgericht "erstmals ein Recht der Kinder und Jugendlichen gegenüber dem Staat auf schulische Bildung" an, teilte der Erste Senat des Gerichts mit, und in dieses Recht hätten die Maßnahmen seit Beginn der Schulschließungen "in schwerwiegender Weise" eingegriffen. Doch habe zum Zeitpunkt der Verabschiedung der Bundesnotbremse ein dynamisches Infektionsgeschehen geherrscht, außerdem habe die Impfkampagne damals erst begonnen gehabt – so dass die "überragende(n) Gemeinwohlbelange in Gestalt der Abwehr von Gefahren für Leben und Gesundheit und für die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystem" so groß gewesen seien, dass nach der "seinerzeit vertretbaren Einschätzung des Gesetzgebers" auch Schulschließungen gerechtfertigt gewesen seien.

 

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Vor der Trendwende?

Die Corona-Dynamik lässt nach, das Fall-Wachstum hat sich im Wochenvergleich erneut halbiert. Ist die Hoffnung auf bundesweit fallende Zahlen berechtigt? Eine Analyse.

DIE CORONA-ZAHLEN SIND ENORM, aber die Trends machen Hoffnung. Heute Morgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) eine bundesweite 7-Tages-Inzidenz von 452,2. Erstmals seit drei Wochen ein Rückgang zum Vortag. Und zur Vorwoche nur noch ein Anstieg um 13,1 Prozent (um 53,4 Punkte). Damit hat sich die Wachstumsrate innerhalb von sieben Tagen halbiert: Am vergangenen Dienstag war sie noch um 28 Prozent im Wochenvergleich gestiegen, am Dienstag davor sogar um 46 Prozent.

 

Sicherlich kann die abflachende Kurve auch teilweise mit den ausgereizten Testkapazitäten zusammenhängen, aber nicht nur. Denn dafür verläuft die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern zu unterschiedlich. Bayern, absolute Inzidenz heute 618,2, hat im Vergleich zur Vorwoche einen Rückgang um 4,1 Prozent erreicht. Die harten Maßnahmen scheinen also zu greifen – übrigens trotz offener Schulen. 

 

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Was heißt hier 3,5 Prozent?

Die grüne Spitzenkandidatin in Berlin soll wohl Wissenschaftssenatorin werden, der neue Senat will den Hochschulen weiter 3,5 Prozent im Jahr zusätzlich gönnen. Erleichterung für die Hochschulen – die auch im Bund künftig jedes Jahr garantiert mehr bekommen sollen? Leider nur auf den ersten Blick.

AM WAHLABEND ENDE SEPTEMBER sah es kurzzeitig so aus, als könnte die grüne Spitzenkandidatin in Berlin, Bettina Jarasch, Regierende Bürgermeisterin werden. Jetzt soll sie zumindest ein Amt von Michael Müller übernehmen: Sie werde Wissenschaftssenatorin, berichtete zuerst die Berliner Morgenpost, inzwischen bestätigten dies Verhandlungskreise. Auch "Gesundheit" gehört künftig zu dem Groß-Ressort.

 

Schön für die Wissenschaft: Um dieses Politikfeld reißt sich also weiter das Spitzenpersonal der Parteien. Auch dürfte es für die Berliner Universitäten, gebeutelt wie sie bereits sind durch die Debatte ums neue Hochschulgesetz, eine Erleichterung sein, wenn kein Linker Senator für Wissenschaft wird. In der neuen Legislaturperiode steht die Verteidigung ihrer gemeinsamen "Berlin University Alliance" in der Exzellenzstrategie an, und es wäre kaum vorstellbar gewesen, dass ein Tobias Schulze oder ein Klaus Lederer vor den Begutachtern und an der Seite der Unipräsidenten enthusiastisch weitere Exzellenz-Unterstützung durch die Politik gelobt. Obwohl genau das im Wettbewerb unverzichtbar ist.

 

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Vergebliche Digital-Schwüre

Auch 2020 konnten angehende Lehrkräfte studieren, ohne ein Modul zum digitalen Lernen zu belegen. Es braucht bundesweite Vorgaben.

Bildmontage: Alexas_Fotos / pixabay.

EIGENTLICH IST ES KAUM ZU FASSEN. Vor fünf Jahren hat die Kultusministerkonferenz (KMK) ihre Strategie "Bildung in der digitalen Welt" beschlossen. Vor zweieinhalb Jahren startete der Digitalpakt. Nachdem schon jahrelang darüber diskutiert worden war. Und bald sind zwei Jahre vergangen, seit die Schulen über Nacht in den ersten flächendeckenden Corona-Lockdown mussten. Ein Turbo nach dem anderen für die Digitalisierung der Schulbildung, sollte man denken.

 

Bis man liest, was Forscher an aktuellen Zahlen für eine neue Ausgabe des "Monitors Lehrerbildung" zusammengetragen haben. Das wichtigste – und verstörende – Ergebnis: Noch immer ist es in Deutschland möglich, ein Lehramtsstudium abzuschließen, ohne auch nur eine Veranstaltung zu digitalen Medien und Lehrformaten zu belegen.

 

Nicht als seltener Sonderfall, sondern an vielen Orten, in vielen Fächern. Das Tempo der Veränderung war in den vergangenen Jahren so niedrig, dass es nach einer Hochrechnung der Forscher bis 2040 dauern würde, bevor zum Beispiel alle künftigen Gymnasiallehrer im Studium verpflichtend Digitalkompetenzen vermittelt bekämen.

 

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Eine dringliche Bitte

Leider entwickelte sich die Finanzierung meines Blogs zuletzt nicht gut. Bitte helfen Sie bitte mit, ihn auf eine stabile Grundlage zu stellen.

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Der Gipfel der Bildung

Patrick Honecker und Jan-Martin Wiarda bitten zum "Gipfel der Bildung".

 

Hören Sie doch mal rein! Alle Folgen des Podcast finden Sie hier.



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