JAN-MARTIN WIARDA

Journalist     Moderator     Fragensteller


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31. März 2020

Gefährlicher Stresstest

Die Ausgangsbeschränkungen treffen Eltern und Kinder mit besonderer Härte. Es drohen Konflikte und Gewalt. Nicht nur die Wirtschaft, auch die Familie braucht jetzt ein Hilfsprogramm, wenn sie nicht zerstört werden soll. Ein Gastbeitrag von Dieter Dohmen und Klaus Hurrelmann.

DIE VON BUND und Ländern beschlossenen Einschränkungen der sozialen Kontakte im öffentlichen und privaten Raum erscheinen notwendig und gerechtfertigt, um die exponentielle Wachstumskurve bei den Neuerkrankungen abzuschwächen, die Versorgung in den Krankenhäusern in einem Rahmen zu halten, den diese bewältigen können, und somit auch möglichst vielen Menschen, die am Coronavirus erkranken, das Leben zu retten.

 

Die damit verbundenen Einschränkungen für Unternehmen aller Größenordnung haben bei vielen Menschen den Verlust der Einkommensquelle zu Folge, was durch Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld aufgefangen wird. Bei anderen ersetzt das Homeoffice den bisherigen Arbeitsplatz. Beides ist für viele Menschen in der einen oder anderen Form belastend und herausfordernd. Für Eltern – und noch stärker bei Alleinerziehenden – kommt hinzu, dass gleichzeitig Kindertagesstätten und Schulen geschlossen wurden, sodass die Kinder nunmehr den ganzen Tag zu Hause sind. Das "soziale System Familie" wird einem Stress-Test noch nie gekannten Ausmaßes unterworfen, und es besteht das große Risiko sehr ernster psychischer und sozialer Konsequenzen für die Familien.

 

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Wo die Politik tatsächlich Erklärungen schuldig bleibt

Bund und Länder haben die Krise bislang gut gemanagt. Anstatt ihnen haltlose Vorwürfe zu machen, sie würden die Shutdown-Phase leichtfertig verlängern, sollte die Opposition an anderer Stelle mehr Druck ausüben. Drei dringend nötige Beispiele.

"ICH MUSS SIE BITTEN", sagte die Kanzlerin in ihrem wöchentlichen Podcast, "seien Sie geduldig." Niemand könne heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhalte, sagte Angela Merkel, die sich selbst in häuslicher Quarantäne befindet und deshalb ihre Botschaft am Telefon einsprach.

 

Doch die Ungeduld wächst. Wirtschaftsforscher prognostizieren eine tiefe Rezession, die umso tiefer ausfallen werde, je länger die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens in Deutschland anhalte. Sozialwissenschaftler warnen vor der explorierenden häuslichen Gewalt, je länger die Menschen den Großteil ihrer Zeit auf engstem Raum verbringen. Es gibt Berichte von übervollen Frauenhäusern, Jugendämter sorgen sich um das Wohl von Kindern in prekärer familiärer Lage. "Was ist das Leben wert, wenn wir uns die Freiheit zu leben nehmen lassen?" twitterte die stellvertretende FDP-Vorsitzende Katja Suding heute Morgen – und erntete neben Zustimmung wütende Proteste. Ein paar Stunden später legte Suding nach: Die Reaktionen zeigten ihr, dass eine Debatte über die Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen überfällig sei. "Einigermaßen entsetzt bin ich, wie leicht manchem offenbar der Vorwurf fällt, mir seien Menschenleben nichts wert."

 

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Föderales Hauruck

Die Bundesregierung öffnet allen Schulen, die es brauchen, den Zugang zu der von ihr geförderten Schul-Cloud. Für viele Standorte bedeutet das dringende Hilfe in der Not. Doch die großzüge Geste wirft auch Fragen auf.

Foto: Screenshot der Cloud-Startseite.

AUCH ANJA KARLICZEK hat, wie etliche ihrer Kollegen im Bundeskabinett, in den vergangenen Tagen ein bemerkenswertes Tempo vorgelegt. 150 Millionen für ein neues Forschungsnetzwerk gegen Covid-19. Neue BAföG-Regeln in Corona-Zeiten. 100 Millionen Euro Digital-Soforthilfe aus dem Digitalpakt. Und zuletzt: Die Öffnung der HPI-Schul-Cloud für alle. 

 

Einige Maßnahmen gehen womöglich immer noch nicht weit genug, wie Kritiker zum Beispiel beim BAföG bemängeln. Die CDU-Bundesforschungsministerin selbst hat versprochen, wo nötig, kurzfristig nachzusteuern. Doch schon jetzt zählt eine Erkenntnis zu den ermutigenderen Begleiterscheinungen der Pandemie: Wenn die Politik in Deutschland muss, kann sie schnell agieren. Sogar in der Bildung. Plötzlich scheinen dort sogar Dinge möglich, die in normalen Zeiten ausgeschlossen wären. Unter anderem weil in normalen Zeiten die Kultusminister der Länder viel stärker auf ihre Bildungshoheit pochen würden.

 

Und doch darf die Krise nicht davon abhalten, auch den verteilten Wohltaten mit ein paar kritischen Fragen zu begegnen. Zum Beispiel mit dieser: Werden in der Not Tatsachen geschaffen, die einen neuen bildungspolitischen Zustand auch nach Corona zementieren? Und selbst wenn man dies inhaltlich begrüßen mag, sind sich dessen eigentlich alle bewusst?

 

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"Da war mir klar: Es geht los"

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger hatte Covid-19. Jetzt ist er genesen. Wie er die Krankheit erlebt hat, warum die Krise für Deutschland einem gesundheits- und innovationspolitischen Offenbarungseid gleichkommt – und wieso er nicht gern über die Zeit nach Corona redet. Ein Interview.

Thomas Sattelberger. Foto: Wolfgang Maria Weber.

Herr Sattelberger, vor zwei Wochen haben Sie auf Twitter öffentlich gemacht, dass Sie an Covid-19 erkrankt waren. Wie geht es Ihnen heute?

 

Sehr gut! Meine eigene laienärztliche Diagnose besagt, dass ich durch bin. Ich habe keinerlei Symptome mehr. Kein Fieber, kein Kopfweh, keine Schweißanfälle, keine Kurzatmigkeit. Alles weg. Aber zwischendurch war es schwierig. Zweimal war ich kurz davor, mich selbst ins Krankenhaus einzuweisen. 

 

Haben Sie damit gerechnet, dass es Sie treffen kann?

 

Vor ein paar Wochen war das Virus scheinbar noch weit weg, ein paar vereinzelte Fälle in Bayern und Nordrhein-Westfalen, das war’s. Trotzdem war ich früh hellhörig, was mit meiner Zeit als Personalchef bei der Telekom zusammenhängt. Vor zehn Jahren, als die Schweinegrippe sich ausbreitete, habe ich für zehntausende Mitarbeiter weltweit Pandemieanweisungen herausgeben müssen und für 20 Millionen Euro das Grippe-Mittel Tamiflu bestellt. Insofern war mir bewusst, wie exponentiell sich Viren ausbreiten können und dass es jeden treffen kann. 

 

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