JAN-MARTIN WIARDA

Journalist     Moderator     Fragensteller


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22. JANUAR 2019

WIE EUROPÄISCH WOLLEN WIR SEIN?

Der Bologna-Prozess war die Gelegenheit, Studium und Universität ganz neu zu denken. Leider wurde sie vielerorts verpasst. Die Europäischen Universitäten bieten nun eine zweite Chance – wenn die Hochschulen zündende Ideen entwickeln. Sieben Thesen von Ulrich Grothus.

Foto: Silvia & Frank/Pixabay/cco.

IM SEPTEMBER 2017 hat der französische Staatspräsident Macron bei seiner programmatischen Rede zur Zukunft der Europäischen Union in der Sorbonne unter anderem vorgeschlagen, "Europäische Universitäten" zu schaffen. Anders als die meisten der anderen, größeren und kontroverseren, Vorschläge in Macrons Rede ist dieser einer Realisierung seitdem näher gerückt:

 

Am 28. Februar endet die Ausschreibungsfrist für vier bis sechs Pilotvorhaben, für die die Europäische Kommission in drei Jahren 30 Millionen Euro ausgeben will. Eine zweite Runde von Pilotvorhaben soll im nächsten Jahr folgen. Es geht dabei nicht um die Neugründung von Universitäten, sondern um Netzwerke von bestehenden Universitäten aus mindestens drei Ländern, die ganz neue Formen der Kooperation ins Werk setzen sollen.

 

In der nächsten Generation des Erasmus-Programms (von 2021 an) sollen etwa 20 Europäische Hochschulnetzwerke gefördert werden. Von 150 bis 200 Millionen Euro jährlich ist die Rede. Zum Vergleich: Heute wird in Erasmus+ im Hochschulbereich etwas über eine Milliarde im Jahr ausgegeben. Schon jetzt haben sich mit Blick auf das Projekt eine Reihe von Hochschulkonsortien in Positur geworfen. Bisher kennt man freilich mehr Besetzungslisten als Drehbücher mit radikalen und innovativen Ideen, wie Europäische Hochschulen im 21. Jahrhundert aussehen könnten. Solche Ideen werden aber gebraucht, wenn Universitäten denn wirklich die Zukunft unserer Union mitgestalten sollen – und wenn man dafür eine Menge Geld ausgeben will, das bei bewährten Teilen des traditionellen Erasmus-Programms fehlen würde. Die zündenden Ideen müssen aus den Hochschulen selbst kommen. Vielleicht können ein oder zwei der folgenden Thesen dabei anregen.

 

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"Im Zustand der systematischen Überforderung"

Die Wissenschaftsadministration braucht dringend ein eigenes Förderprogramm, fordert die Verwaltungsexpertin Cornelia Raue – sonst misslingt der Sprung ins digitale Zeitalter. Ein Interview.

So alt ist die Technik in der Wissenschaftsverwaltung zum Glück nicht. Fühlt sich aber manchmal so an. Foto: Free-Photos / Pixabay - cco. 

Frau Raue, Sie fordern ein Förderprogramm für die Wissenschaftsverwaltung. Meinen Sie das ernst? 

 

Natürlich. Seit vielen Jahren investiert die Politik verstärkt in Bildung, Wissenschaft und Forschung. Nur ein zentraler Bereich blieb bei allen groß angelegten Pakten und Initiativen ausgenommen: die Administration. An ihr wurde vorbeigefördert, als sei sie ein blinder Fleck – mit der unausgesprochenen Erwartung, dass sich die Wissenschaftsverwaltung von selbst irgendwie zurecht ruckelt – trotz des enormen Wachstums der Wissenschaftslandschaft und technologischer Sprünge, die gewaltig waren und weiter sein werden.

 

Moment mal. Klagen nicht alle Wissenschaftler darüber, dass die Bürokratie beständig zunimmt, dass die Vorgaben der Verwaltungen immer stärker ihr Handeln einschränkt?

 

Ja. Die Wahrnehmung ist, dass sich die Verwaltungsabteilungen aufblähen. Fakt ist aber, dass dem nicht so ist: Das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) hat gerade gezeigt, dass das Wachstum der Verwaltungen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen nicht im Entferntesten Schritt halten konnte mit den starken Steigerungen beim wissenschaftlichen Personal.

 

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Geld sucht Basis

Heute treffen sich die Staatssekretäre von Bund und Ländern, um über die Architektur des künftigen Hochschulpakts zu verhandeln. Bei den Unterhändlern steigt die Spannung.

Foto: Rudy u. Peter Skitterians / Pixabay - cco

ZWEIMAL IM MONAT verschickt Anja Karliczek einen Newsletter. "Über die Schulter geschaut" heißt der, und er berichtet, so Karliczek, über "meine Arbeit als Ministerin und Bundestagsabgeordnete". 

 

Hier versucht sich die Ministerin selbst an dem, was sie sonst regelmäßig von der Wissenschaft verlangt: das, was sie tut, so zu erklären, dass auch Nicht-Experten verstehen können, warum es für sie wichtig ist. 

 

Den letzten Absatz ihres aktuellen Newsletters widmete Karliczek vergangene Woche der Bildung und der Forschung. Auch hier stünden 2019 große Veränderungen bevor, schrieb sie: "der Digitalpakt, die berufliche Bildung, das Aufstiegs- bzw. Meister-BAföG, die BAföG-Novellierung, das Berufsbildungsgesetz und auch die Mindestausbildungsvergütung", wobei das nur "einige der Schlagwörter" seien, die in den kommenden Monaten noch wichtig sein würden. 

 

Einige in den Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen dürften sich angesichts des kurzen Jahresausblicks die Augen reiben. Und zwar nicht so sehr wegen der Überzahl an Berufsthemen, sondern vor allem wegen dem, was Karliczek nicht erwähnt. Kein Wort zu den Entscheidungen, die – sollten sie wie erwartet fallen – 2019 mit Abstand die meisten Milliarden bewegen werden: Hochschulpakt, Pakt für Forschung und Innovation, Qualitätspakt Lehre. Sie alle sollen im nächsten halben Jahr neu besiegelt werden zwischen Bund und Ländern. Und dieses Paket der großen Pakte wird die Geschicke von Forschung und Lehre, von Wissenschaft und Hochschulen die gesamten 2020er Jahre hindurch prägen.

 

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