Total bedeutend, machen wir dann später irgendwann
Exzellenzstrategie, Innovative Hochschule, Nachwuchspakt sind durch, die Legislaturperiode auch. Was fehlt? Stimmt, Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft. Die sei ihnen natürlich immens wichtig, beteuern die Regierungsfraktionen – und schreiben Positionspapiere.

DIE UNIONSFRAKTION IM BUNDESTAG hat auf der Zielgeraden der Legislaturperiode ein Positionspapier zur „Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem“ verabschiedet. Die wichtigere Nachricht ist allerdings, was CDU/CSU und ihr Koalitionspartner SPD nicht hinbekommen haben: einen gemeinsamen Regierungsantrag in Sachen Gleichstellung.
Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als könnte das klappen – aber dann, so stellt es die SPD-Abgeordnete Marianne Schieder da, habe die Union einen Rückzieher gemacht. „Das ist doch irgendwie peinlich“, sagt Schieder. „Wir sind die Regierungsfraktionen, und alles, was wir zu dem Thema zustande bringen, sind Positionspapiere.“
Ein Positionspapier der SPD-Fraktion, Arbeitstitel: „Chancengleichheit als Grundlage eines gerechten und zukunftsfähigen Wissenschaftssystems“ soll jetzt auch noch vor der Sommerpause kommen.
Claudia Lücking-Michel ist die für Frauen in Wissenschaft und Forschung zuständige Fraktionsberichterstatterin der Unionsfraktion. Sie weiß nicht so recht, ob sie sich jetzt demonstrativ über das von ihr koordinierte Papier freuen soll – oder ob sie ihre Enttäuschung eingesteht. Sie entscheidet sich für einen Mittelweg. „Chancengerechtigkeit ist bei keiner Bundestagsfraktion das Topthema gewesen, bei der SPD nicht, und bei uns leider auch nicht.“ Umso wichtiger sei es, dass die Fraktion sich jetzt über das Positionspapier nochmal positioniert habe, „ein wichtiges Papier“ sei ...
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