Wieso denn Gröhe?
Mit Hermann Gröhe könnte ein Politiker das BMBF leiten, den bislang kaum einer dafür auf dem Plan hatte. Wobei die Personalentscheidung aus Sicht der Union durchaus Sinn ergeben könnte. Ein Kommentar.

Superbass: " 2017-04-03-Hermann Gröhe-hart aber fair-0547.jpg ", CC BY-SA 4.0
ZUERST WAR ES nur ein Gerücht. Mittwochvormittag gegen elf: Der Koalitionsvertrag stand kaum eine Stunde, als die mögliche Ressortverteilung die Runde machte. Das BMBF bleibt bei der CDU, hieß es. Das war die erste Überraschung. Die zweite folgte kurz nach Mittag: Neuer BMBF-Chef soll Hermann Gröhe werden. Echt jetzt?, fragten sich Journalisten, Bildungspolitiker, Landeswissenschaftsminister gegenseitig in E-Mails, Kurznachrichten und konsternierten Telefonaten. Gröhe? Wieso denn der?
Hermann Gröhe, 57, seit 2013 Bundesgesundheitsminister, könnte künftig das Bundesministerium für Bildung und Forschung führen: Wie groß die wissenschaftspolitische Ratlosigkeit angesichts dieser offiziell noch nicht bestätigten Personalie ist, zeigte auch der Blick in die Tageszeitungen vom Donnerstag. Alle vermeldeten die Namen der möglichen neuen Minister, auch den Gröhes, doch die Wissenschaftsjournalisten schwiegen zumeist. Kein Spin, keine Einordnung, nicht mal Kopfschütteln.
Bis Mittwoch hatte alles darauf hingedeutet, dass die Sozialdemokraten sich das Ministerium sichern würden. Offensiv wie nie zuvor hatten sie Bildung und Forschung an die Spitze ihrer Wahlkampagne gesetzt, mit Verve und Sachverstand hatten sich ihre Bildungspolitiker in die Verhandlungsrunden mit der Union gestürzt. Als SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil vergangenen Freitag per Twitter das Ergebnis der von ihm mitgeleiteten AG "Bildung ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen