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Da bleibt was hängen

Die Freie Universität Berlin (FU) rollt den Fall um die Plagiatsvorwürfe gegen Franziska Giffey noch einmal auf. Mit Konsequenzen für die Politikerin. Aber welche Konsequenzen hat die Sache eigentlich für die FU? Ein Kommentar.

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Artikelbild: Da bleibt was hängen

Illustration: Mohamed Hassan / pixabay.

"KOPFSCHÜTTELN ÜBER DAS VORGEHEN DER FU", titelte der Tagesspiegel , Beobachter an der Freien Universität und bundesweit sprechen von einer "Peinlichkeit" für das FU-Präsidium um Günter M. Ziegler, das vergangenen Freitag mitgeteilt hat, dass es den Plagiatsfall gegen Franziska Giffey aufrollen werde.

Angefangen hatte alles mit Recherchen der Online-Plattform VroniPlag Wiki, die im Februar 2019 berichtete, bereits auf 49 von 200 Seiten der Doktorarbeit Giffeys verdächtige Textstellen identifziert zu haben. Woraufhin Giffey mitteilte, sie habe nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet – gleichzeitig aber die FU, an der sie promoviert hatte, um die Einleitung eines Prüfverfahrens gebeten habe.

Während die von der FU eingesetzte Prüfungskommission ermittelte, kündigte Giffey an, im Falle einer Aberkennung ihres Doktortitels von ihrem Ministeramt zurückzutreten. Im Oktober 2019 kam die Kommission zu dem Ergebnis, die Dissertation erhalte eine größere Zahl von Stellen, die als "objektive Täuschung" zu bewerten seien und auf bedingten Vorsatz hindeuteten. Doch seien die Vergehen qualitativ und quantitativ weniger ...

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Kommentare

#2 -

Liberaler | Do., 12.11.2020 - 19:08
@ Jan-Martin Wiarda Das ist Ihr gutes Recht, denn Sie betreiben diesen Blog. Aber es ist dann auch das gute Recht potentieller Whistleblower, ihre vertraulichen Informationen nicht bei Ihnen zu veröffentlichen, sondern andernorts -- dort, wo man begriffen hat, wie wichtig Whistleblower sind für eine freie Gesellschaft.

#3 -

Jan-Martin Wiarda | Do., 12.11.2020 - 20:47
@Liberaler:



Es bedrückt mich, dass auch unter den Kommentaren in meinem Blog der Ton rauer wird, weniger wertschätzend. Das ist leider ein Trend in der öffentlichen Debatte insgesamt. Warum kann man nicht häufiger unterschiedlicher Meinung sein, ohne einander zugleich etwas unterstellen zu müssen? Wirklich schade. Whistleblower sind wichtig – sehr wichtig. Aber sie können sehr gern (und tun das zum Glück auch häufiger) per Alias-Mailadresse schreiben, ohne ihre Identität preiszugeben. Ich habe selten erlebt, dass Whistleblower sich direkt in einem öffentlichen Kommentar auf einer Website betätigen. Klar, das gibt es. Viel häufiger erlebe ich aber, dass Menschen sich in der ...

#4 -

Liberaler | Fr., 13.11.2020 - 08:38
@Wiarda



Natürlich kommt es häufig vor, dass sich Leute in Kommentarspalten wichtig machen oder einfach Dampf ablassen: Schwadronieren über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben. Ich ärgere mich ebenfalls darüber!



Aber es gibt eben auch Insider, die genau wissen wovon sie schreiben, jedoch gerade deshalb unerkannt bleiben möchten. Genau hier liegt doch die Logik des Whistleblowing (im weiteren Sinn von Insiderinformationen).



Erfahrene Leser erkennen in der Regel schnell, welche Kommentatoren Schwadronierer sind und welche Insider mit legitimem Schutzinteresse. Ich persönlich halte es so, dass ich zu Themen, die mich wirklich interessieren, selbst dann mal eine Kommentarspalte überfliege, wenn das ...

#5 -

Working Mum | Mo., 16.11.2020 - 11:02
@Liberaler: Ich glaube, das es sehr viele Leser*innen gibt, die diesen Blog gerade wegen des überlegten und transparenten Vorgehens von Herrn Wiarda bisher gelesen haben und das auch in Zukunft tun werden. Ich zähle in jedem Fall dazu.

#6 -

K. Bahns | Mo., 16.11.2020 - 13:58
Es ist schlimm, daß dieses leidige Thema im Wahlkampf in Berlin benutzt wird. Genauso schlimm ist, daß wenig klare Zeichen in Richtung Qualitäts-Sicherung bei Promotionen gesetzt werden. Es gibt in diesem Land einfach zu viele Promovenden. Fatal ist dazu der unsägliche Dammbruch gegenüber Fachhochschulen.
Im konkreten Fall kommt flankierend die Nachricht über
den Verlust des Beamtenstatus beim Ehemann. Sehr,
sehr schade.

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