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Der Rat der 16

Es ist ein bildungspolitischer Meilenstein: Die Kultusminister wollen sich künftig von einer Ständigen wissenschaftlichen Kommission unabhängig beraten lassen. Morgen werden deren Mitglieder offiziell benannt – fünf Männer und 11 Frauen.

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Artikelbild: Der Rat der 16

Zur Abwechslung mal ein großer Wurf im Bildungsföderalismus? Foto: Heung Soon / Pixabay.

GUTE NACHRICHTEN von der KMK: Ein Satz, der fast komisch klingt angesichts monatelanger Schulschließungen, holprigem Distanzunterricht und der immer gleichen Debatte über die Verantwortung der Kultusminister für die Misere – und über die Frage, was sie anders hätten tun können, ja müssen in den vergangenen Monaten und Jahren.

Inwieweit die Debatte immer fair verlief, ob die Kultusminister in der Krise vielleicht mehr für die Bildungsgerechtigkeit getan haben, als viele ihnen zugestehen wollen, dazu ein Anderes mal. Fest steht: Wenn Britta Ernst, die amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die für Donnerstag um 15 Uhr einberufene Pressekonferenz eröffnet, geht es tatsächlich um eine Erfolgsgeschichte. Noch dazu um eine, die vor anderthalb Jahren nahezu ausgeschlossen schien. Die unabhängige Ständige wissenschaftliche Kommission der KMK kann ihre Arbeit aufnehmen. Sogar früher als gedacht, eigentlich war ihre Wahl erst für den Juni vorgesehen. Doch alle ihre Mitglieder stehen bereits fest. Fünf Männer und elf Frauen. 16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die, wenn alles gut läuft, zusammen die bildungswissenschaftliche Politikberatung in der Bundesrepublik auf eine neue Ebene heben werden.

Die Idee entstand als Reaktion auf ein dramatisches Scheitern

Dabei entstand die "StäWiKo", irgendwie typisch für die KMK, aus Verlegenheit heraus. Als Notlösung. Manche witterten gar eine Alibiveranstaltung. Denn als die Kultusminister am 6. Dezember 2019 verkündeten, sie hätten einstimmig die Einrichtung eines "Bildungsrates/wissenschaftlichen Beirates" beschlossen, war dies die Reaktion auf ein dramatisches Scheitern.

Zehn Tage vorher hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), assistiert von seinen Kollegen aus NRW und Baden-Württemberg, den Nationalen Bildungsrat für überflüssig und die Verhandlungen darüber für beendet erklärt. Nach fast ...

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Kommentare

#1 -

Dominik Esch | Mi., 05.05.2021 - 22:59
Hallo, finde das die Einrichtung dieses Expertengremiums "Ständige wissenschaftlichen Kommission" sehr gut. Warum? Weil ich der Überzeugung bin, dass die Orientierung an wissenschaftlichem Rat bei der "Corona-Aufholjagd im Bildungswesen" hilfreich ist: https://www.eleven.ngo/media/pages/media/298d5edb70-1614875819/eleven_policy_paper_mentoring.pdf



Wer will sich mit uns für Grundschüler einsetzen? Wir helfen Ihnen mit unserem Konzept, dass Sie wirksam sind.



Gruß



Dominik Esch

Vorsitzender Balu und Du e. V.

www.balu-und-du.de

#2 -

Th. Klein | Do., 06.05.2021 - 08:17
"Es bleibt vorerst ein kleiner Laden" und wie unten steht später 10 Mitarbeiter:innen, oder wie in den Ausschreibungen heißt: "Die Geschäftsstelle wird zunächst mit zwei Vollzeitstellen besetzt und wächst im Jahr 2022 auf sieben Vollzeitstellen auf. Ein weiterer Aufwuchs auf bis zu zehn Vollzeitstellen ist möglich."



Für den Anfang finde ich das, wenngleich das Themenspektrum alleine entlang des Bildungsweges schon groß ist, gar nicht so klein. Man darf sich durch die Analogie zum Wissenschaftsrat nicht täuschen lassen. Der hat ja auch mal klein angefangen, und die 100 Mitarbeiter:innen sitzen nicht alle auf einer Stelle. Außerdem scheint mir die Dotierung doch ...

#3 -

Marlene66 | Fr., 07.05.2021 - 12:54
Prinzipiell finde ich die Einrichtung gut. Was mir nur aufgefallen ist: Hat sich keine Expertin/kein Experte aus einer Einrichtung in den ostdeutschen Bundesländern gefunden, die/den man hätte berufen können? Es bleibt für mich ein schaler Geschmack, weil (wieder mal) die Expertise von Menschen aus ostdeutschen Hochschulen (und möglicherweise auch mit Einsichten, die sich aus einem Leben in Ostdeutschland ergeben) nicht wertvoll genug zu sein scheint.

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