Ihr ganzer Stolz
Kurz vor den Abgeordnetenhaus-Wahlen bringt Rot-Rot-Grün noch das neue Berliner Hochschulgesetz durchs Parlament. Doch ist es tatsächlich der große Wurf mit bundesweiter Strahlkraft, als den die Koalitionäre es feiern?
BERLINS ROT-ROT-GRÜNE KOALITION feiert sich für ihr buchstäblich in letzter Sekunde verabschiedetes neues Hochschulgesetz. Es gibt da dieses Foto vom Donnerstag , aufgenommen vor dem Berliner Abgeordnetenhaus, auf dem die wissenschaftspolitischen Sprecher:innen von "R2G" mit Sekt aus Gläsern und Pappbechern anstoßen. So zelebriert man historische Momente. Und genau einen solchen, so finden die Koalitionäre offenbar, bedeutet ihr Gesetz. Und damit auch die letzten dies verstehen, haben sie ihm auch noch den Namen "Gesetz zur Stärkung der Wissenschaft" gegeben.
Zwei Adjektive rechtfertigt das Werk auf jeden Fall. Es ist umfangreich und ambitioniert. Und fügen wir drittens noch eine Prognose hinzu: Es wird bundesweit für Debatten sorgen.
Das mit der Stärkung ist allerdings eine Frage des Betrachters. Die Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten (LKRP) hatte wiederholt vor einer Schwächung der Berliner Wissenschaftslandschaft durch das neue Gesetz gewarnt. Vor allem, weil es die seit mehr als zwei Jahrzehnten bestehende "Erprobungsklausel" in eine "Innovationsklausel" abschwächt. Praktisch bedeutet das, dass die Hochschulleitungen an weniger Stellen als bislang eigene Governance-Strukturen schaffen können – und ...
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Kommentare
#1 - Wäre ja schön, wenn die Junior-Professur (in Berlin und…
Bei dem Thema Promotion an HAW darf und sollte man skeptisch bleiben. Die Promotion darf nicht inhaltlich versanden.
#2 - @Robert Beltzig: Eine Studie zu Juniorprofessuren haben wir…
#3 - "Doch, das zeigt der Blick etwa in die USA, funktioniert…
Geau das ist die Krux mit dem aktuellen deutschen Tenure-Track-System. Ganz offensichtlich traut sich keine Universität zu, hier ein rechtssicheres Verfahren aufzuziehen. De facto ist eine Tenure-Track-Stelle eine feste Stelle. So funktioniert das nicht mit der Bestenauslese.
#4 - @3: Vielen Dank für den Hinweis auf die Analyse der Jungen…
#5 - Lieber Herr Beltzig,ja, es gibt eine umfassende…
ja, es gibt eine umfassende Untersuchung mit dem Titel "Die Juniorpofessur - Alte und neue Quzalifizierungswege im Vergleich", erschienen im NOMOS Verlag. Die wesentlichen Ergebnisse sind auch in einem online abrufbaren Artikel nachlesbar: https://www.bzh.bayern.de/archiv/artikelarchiv/artikeldetail/die-juniorprofessur-vergleichende-analyse-neuer-und-traditioneller-karrierewege-im-deutschen-wissenschaftssystem
#6 - Eine Leistungsselektion wäre in der Tat wichtig für das…
#7 - @6: Es geht wohl vor allem um eine geeignete Förderung und…
doch wohl Ergebnis einer jüngeren Bundes-Initiative.
Wenn mit beiden Kategorien richtig gearbeitet wird (oder würde), kommt man doch gut klar mit der Einschätzung von Reinhard Jahn zur #Ich-bin-Hanna Problematik. Der
Kern ist einfach die Wahrung des Leistungsprinzips.
#8 - Eine recht interessante Gesetzesänderung. Es wird auf…
Der empfindlichste Punkt ist vielleicht die Anschlusszusage, die bei jeder postdoktoralen Qualifikationsstelle zu vereinbaren ist (§110 Abs. 6). Da die finanziellen Anreize für die Hochschulen unverändert bleiben, bin ich eher skeptisch, ob diese Vorschrift die beabsichtigte Wirkung entfalten wird. Wie Kurt Reumann in der FAZ vom 19.09.1984 schrieb: „Die Universitäten und Wissenschaftsorganisationen übten immer stärker Zurückhaltung bei der Einstellung von Mitarbeitern auf Zeit. Wo man ...
#9 - Zur Abschaffung von postdoc Stellen aus Haushaltsmitteln…
Profitieren werden diejenigen Glücklichen die in den nächsten diese Stellen ergattern und dann die nächsten drei bis vier Jahrzehnte besetzten. Wer danach kommt schaut in die Röhre.
Nachhaltiger wäre generell die Zahl der Doktoranden zu reduzieren (es gibt eh in praktisch keinen Staat der Erde so viele Doktoranden wie in Deutschland) und die so freigewordenen Mittel für Mittelbaustellen umzuwidmen.
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