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Was wichtig wird (Teil 3): Führen Agenturen aus der Innovationskrise?

Eine Bundesagentur für Sprunginnovationen gibt es schon, eine Deutsche Agentur für Transfer und Innovation soll folgen. Sind SPRIND und DATI nur der Auftakt für eine völlig neue BMBF-Förderstrategie?

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Artikelbild: Was wichtig wird (Teil 3): Führen Agenturen aus der Innovationskrise?

Bild: Michal Jarmoluk / Pixabay.

SIE ZÄHLT zu den zentralen wissenschaftspolitischen Vorhaben der Ampel-Koalition. Und auch zu den ambitioniertesten: die "Deutsche Agentur für Transfer und Innovation", kurz DATI, die SPD, Grüne und FDP auf Seite 20 ihres Koalitionsvertrages in ein paar dürren Sätzen angekündigt haben.



So unspektakulär die Sprache, so gravierend ist das Problem, zu dessen Lösung die DATI beitragen soll. Deutschlands Innovationsschwäche. Die Forschungslandschaft der Bundesrepublik zählt zu den stärksten weltweit und generiert Unmengen neuen Wissens, das auch Grundlage bahnbrechender Geschäftsideen und Wirtschaftszweige werden könnte. Doch die meisten dieser Ideen schaffen es nicht in die Anwendung, und noch weniger davon in so kurzer Zeit, dass Wettbewerber anderswo nicht schon längst das Rennen gemacht hätten. Komplett auf der Strecke bleiben meist die besonders ausgefallenen Einfälle.

Dass Deutschland bei der Corona-Impfstoff-Entwicklung international vorn mit dabei war, ändert wenig an dieser Diagnose. Im Gegenteil: Der überschwängliche Stolz darüber zeigt, wie selten solche Spitzeninnovationen made in Germany geworden sind.

Rechnungshofprüfungen, Dienstwege

und Kästchendenken

Die Gründe dafür sind vielfältig, sie liegen irgendwo zwischen deutscher Unternehmenskultur und Risikobereitschaft, zwischen dem Selbstverständnis deutscher Wissenschaftler, knappen Wagniskapital und einer staatlichen Förderpolitik, die oft in vertrauten Antragsschemata, Rechnungshofprüfungen, Dienstwegen und Kästchenzuständigkeiten denkt.

Als erster Teil der Lösung wurde 2018 die Bundesagentur für Sprunginnovationen ("SPRIND") gegründet. Sie soll sich auf die wirklichen Querköpfe konzentrieren, die Individualisten, Tüftler und Forscher mit der einen großen, womöglich ein bisschen verrückten Idee. Ideen, die grandios scheitern oder ...

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Kommentare

#1 -

Elmar Neitzert | Mi., 12.01.2022 - 19:39
Der Ansatz von Arbeitsauslagerungen aus den Ministerien im Rahmen der Forschungsförderung ist nicht so neu, wie es hier klingt. Bereits seit vielen Jahren wickeln (teilweise beliehene) Projektträger Förderprogramme ab.



Insofern wäre eine Agentur nichts wirklich neues.

Wenn man wirklich eine "Entflechtung" will, dann muss der Einschnitt tiefer gehen und die Budgethoheit komplett auf eine Agentur übergehen und vor allem muss man sicherstellen, dass das bereits hier benannte Problem des Haushaltsreechts gelöst wird.



Das jedoch geht nur mit dem "Hüter" des Bundeshaushaltes, sprich dem BMF oder - um es ganz oben aufzuhängen - mit der Mehrheit des Parlaments ...



Man darf ...

#2 -

Kreuzberger | Do., 13.01.2022 - 14:51
Sie zitieren den Koalitionsvertrag zu SPRIND selektiv: Denn es ist auch eine zeitnahe Evaluation der Agentur geplant (S. 21). Eine solche wollte SPRIND zwar unbedingt vermeiden, doch sie ist dringend nötig. Immerhin arbeitet diese Organisation jetzt im vierten Jahr, ohne daß --bei beträchtlichem Overhead-- auch nur ein erster Erfolg wenigstens in Sichtweite wäre. Zudem produziert SPRIND ohne Not Negativschlagzeilen: Angeblich sind immer andere schuld an der eigenen Misere, und das muss laut hinaus posaunt werden, in selbstgerechten und defensiven Interviews. So zerstört man seine eigene Reputation, wenigstens unter Kennern dieses sehr speziellen Themas. Und natürlich lassen BMBF, Rechnungshof et al. ...

#4 -

Erfinder | Mo., 17.01.2022 - 01:00
@Nörgler



Ist nicht gerade das ein weiteres Warnsignal? Wer als Innovationsagentur so viel Geld und Zeit für die eigene Selbstvermarktung ausgibt, setzt die falschen Prioritäten.



Auf der SPRIND-Homepage werden die Ausgaben der Agentur nicht transparent gemacht. Insbesondere erfährt man fast nichts über Marketing- und andere Verwaltungsausgaben. Mit Ausnahme spärlicher Angaben zu Geschäftsführergehältern, aus denen hervorgeht: Rafael Laguna verdient 1. deutlich mehr als der Bundeskanzler und 2. fast dreimal soviel wie die zweite Geschäftsführerin Alina Allritz. Einige der vergebenen Aufträge sind aufgeführt, aber ohne die dazugehörigen Ausgaben.

#5 -

Klaus Röhm | Mo., 31.01.2022 - 13:53
Als Innovationsmanager im Technologietransfer an der UNI Tübingen sollte die Erfahrung von bestehendem wahrlich genutzt werden:

Schaut man sich nur die Verwertungsergebnisse vom "Inventionstore.de" der Transfer-Allianz als e.V. an, dann ist es geradezu schändlich, wie deutsche Innovationen ungenutzt der internationalen Konkurrenz bereitstehen (Patentverletzungen werden von Hochschulen und Transfer-Einrichtungen sehr selten eingeklagt, da teuer, geschweige dass Sie entdeckt werden) , denn es fehlt ja als e.V. ja schon das Geld um diese größte deutsche Technologie-Plattform (Patente) ausreichend in DE publik zu machen, um insbesondere den Mittelstand damit anzusprechen !



Die in den einzelenen Bundesländern ansässigen Transfer-Gesellschaften müssen normale Hochschulgehälter-Niveaus bezahlen, so ...

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