Direkt zum Inhalt

Verschiebebahnhof DATI

Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger wehrt sich gegen den Vorwurf, sie schichte ihren Haushalt zugunsten von "schnellem Impact" um. In Wirklichkeit steckt hinter dem geplanten Rekord-Zuwachs für die neue Transferagentur vor allem eines: eine Mogelpackung.

Bild
Artikelbild: Verschiebebahnhof DATI

Foto: Pixabay.

DAS SEI NICHT ihre Formulierung, schrieb Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger auf Twitter und reagierte damit auf einen Hashtag, der dort in den vergangenen Tagen Karriere gemacht hatte. Und zwar als Symbol für tatsächliche oder befürchtete Kürzungen des BMBF: "#schnellerimpact".

Der Verdacht vieler Wissenschaftler: Das BMBF wolle mit den Einsparungen vor allem das Budget der bestehenden Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) und der geplanten Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) auffüllen.

Es gebe keine Verschiebung hin zu Forschungsaktivitäten mit einem "schnellen Impact", versicherte indes die FDP-Ministerin. "Diese Formulierung ist nicht meine und entspricht weder meiner Haltung noch meiner Politik."

Mehrere Forschende berichteten allerdings, genau dieser Ausdruck sei in dem Schreiben des BMBF an einen Projektträger, das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR), enthalten gewesen, das alle Forschungsanträge für die geplante Phase 2 des BioTip-Förderschwerpunkt abgesagt hatte. Die Absage werde doch in dem Brief begründet mit "aktuell geringeren zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln und neuen Schwerpunktsetzungen hin zu Forschungsaktivitäten, die einen schnellen Impact erzeugen", reagierte denn ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Düsentrieb | Do., 21.07.2022 - 15:25
Natürlich ist die Finanzierung der DATI eine Mogelpackung. Das ist nur konsequent, denn auch an der inhaltlichen Ausrichtung gibt es nichts Neues (abgesehen von Wortgeklingel wie "Agilität" usf.). Der jetzt laufende Stakeholder-Dialog dürfte das nicht verbessern: Im Gegenteil, diese "Stakeholder" haben natürlich jedes Interesse daran, die wenigen frischen Mittel auch noch in die alten Strukturen zu leiten.

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Artikelbild: Lauterbachs verschleppte Medizin-Reform

Lauterbachs verschleppte Medizin-Reform

Wenn es so weitergeht, ist der "Masterplan Medizinstudium 2020" auch 2030 noch nicht umgesetzt. Pokert der Gesundheitsminister zulasten der Wissenschafts-Etats?


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Spardebatte: Das BMBF nennt Einzelheiten zu den betroffenen Förderlinien

Man bedauere den Unmut durch die "kurzfristigen Verschiebungen", sagt  eine Sprecherin. Was laut Ministerium auf die Projekte zukommt – während sich die Proteste der Wissenschaftsszene weiter verstärken.


  • Die Ruhe vor dem Handschlag?

Die Ruhe vor dem Handschlag?

Seit vier Jahren herrscht offiziell Funkstille zwischen dem weltgrößten Wissenschaftsverlag Elsevier und dem deutschen Wissenschaftskonsortium DEAL. Kommt bald Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen?


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Post aus dem BMBF

Viele Forschungsprojekte zu Corona und Rechtsextremismus sollen mit monatelanger Verzögerung nun doch gefördert werden, bestätigt das Ministerium von Bettina Stark-Watzinger. Andere werden dagegen gestrichen.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Einfach nicht hinzunehmen

Was bedeuten abgesagte Forschungsprojekte für die Antragsteller? Nach der BMBF-Entscheidung vom Dienstag melden sich mehr und mehr Forschende zu Wort, deren Projekte trotz positiver Begutachtung abgelehnt wurden. Sie üben teilweise heftige Kritik am Ministerium.


  • Artikelbild: Bitte besser machen

Bitte besser machen

Ein Forscherkonsortium übt nach der Ablehnung seines Förderantrags massive Kritik am DFG-Begutachtungsverfahren – und formuliert Vorschläge, was die Förderorganisation ändern sollte.