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Eine Einladung zum Andersmachen

Wir sollten akzeptieren, dass KI-gestützte Lehre der neue Normalfall sein wird. Wie verändert das unser Selbstverständnis und unsere Rolle als Hochschullehrende? Ein Gastbeitrag von Marie Luise Schreiter.

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Artikelbild: Eine Einladung zum Andersmachen

Marie Luise Schreiter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin am Psychologischen Institut der Universität Tübingen. Foto: privat.

BEVOR KI-SYSTEME perfekte Sätze formulieren konnten, die klingen, als würde ein Experte aus Wissenschaft, Politik oder Gesellschaft reden, war künstliche Intelligenz (KI) ein Nischenthema. An der University of Sussex, wo ich studiert habe, waren die Fragen nach der Schnittstelle von KI, Robotik und Bewusstsein und ihrer Interaktion mit der menschlichen Intelligenz dagegen schon früh Thema für Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen.

Was ich davon gelernt habe, was ich in der heutigen Debatte manchmal vermisse und was ich selbst heute als Wissenschaftlerin vertrete: Bei all dem Hype um die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz, all den (berechtigten und unberechtigten) Spekulationen über ihre Fähigkeiten und ihr gesellschaftliches Veränderungspotenzial ist zentral, dass wir Menschen unsere eigene Rolle im Umgang mit KI-Systemen besser verstehen. Nur dann können wir künftige KI-Entwicklungen mitgestalten. Als Lehrende und Forschende müssen wir uns fragen: Wie beeinflussen KI-Systeme die universitäre Lehre und die wissenschaftliche Arbeit? Und wie verhalten wir uns dazu?

Es ist unbestritten, ...

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Kommentare

#1 -

Leif Johannsen | Mi., 28.02.2024 - 13:25
'dieser Eintrag wurde von keiner KI verfasst' ;)

Die Kernfrage ist doch, welchen Nutzen soll KI letztlich im Hochschulsektor leisten? Wessen Leben soll durch den Einsatz erleichtert werden, das der Studierenden oder der Lehrenden? Eine KI als Tutor oder sparring partner, die mir z.B. das Loesen von Differenzialgleichungen beibringt ist doch super. Oder eine KI, die meine Vorlesung optimiert. Eine KI die mir das Loesen von Differenzialgleichungen soweit abnimmt, dass ich mich nicht mehr um das Wieso-Weshalb-Warum kuemmern muss, waere eine Katastrophe. Mit einem Auto als Hilfsmittel komme ich in derselben Zeit weiter als zu Fuss oder mit dem Rad ...

#2 -

Hanna | Mi., 28.02.2024 - 17:14
Die Autorin hat es auf den Punkt gebracht: KI ist bereits da oder wird noch verstärkt kommen. Es geht also beim Einsatz in der Lehre um die Frage des Wie. Auch der Rechtsrahmen dafür muss sich (weiter-)entwickeln.



Viele rechtliche Fragen sind noch nicht geklärt. Einige Praktiken sind aktuell verboten: Eine rechtlich geschützte PDF-Datei darf ich mir oft gar nicht von einer KI wie ChatGPT zusammenfassen lassen, u.a. weil diese die eingespeisten Daten als Trainingsdaten verwendet.



Als Dozent:in darf ich keine Aktivitäts- oder Prüfungsleistungen von Studierenden einer solchen KI zuführen.



Mich würde interessieren, welche KI an der Universität der Autorin eingesetzt ...

#3 -

Niels Seidel | Mi., 28.02.2024 - 20:26
Ich stimme Ihnen zu, möchte aber drei Punkte ergänzen:



(1) ChatGPT ist nur _ein_ Produkt. Lassen Sie andere Generative Pretrained Transformer (GPTs) nicht außer Acht. Es gibt eine Reihe von Open Source Large Language Models (LLMs), die vergleichbar gut sind und immer besser werden. Hochschulen müssen, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, eine technologische Autonomie von Unternehmen und deren Produkten anstreben. Bestrebungen wie in den Niederlanden, eigene LLMs zu erstellen, sind deshalb zu begrüßen und zu fördern. Wenn allerdings die in Deutschland für KI-Zentren bereitgestellten Mittel (50 Mio/Jahr) geringer ausfallen wie die Mittel, die eine US-Uni wie Carnegie Mellon für KI ...

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