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Neuanfang mit Fragezeichen

Fraunhofer-Präsident Holger Hanselka hat seine Governance-Reform erfolgreich durchgebracht. Ein guter erster Schritt. Doch bis die von ihm beschworene Aufbruchstimmung die Forschungsgesellschaft wirklich erfasst, bleibt für ihn noch viel zu tun.

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Artikelbild: Neuanfang mit Fragezeichen

Bild: Foto Mecky / Pixabay.

FRAUNHOFER-PRÄSIDENT Holger Hanselka hat es geschafft. Die Mitgliederversammlung der Forschungsgesellschaft hat am Donnerstag umfangreiche Governance-Reformen durchgewinkt, die Hanselka öffentlich erstmals hier im Blog präsentiert hatte. Die Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Reimund Neugebauer, gegen den die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt, waren ein wesentlicher Grund, warum der Senat als Aufsichtsorgan deutlich mehr Kontrollkompetenzen (und -verantwortung!) gegenüber dem Vorstand erhält. Ein Rechnungsprüfungsausschuss soll entstehen, ein Ausschuss für Vorstandscompliance und ein Normierungsausschuss, letzter um den Senat nach transparenten Regeln und Prozessen zu besetzen – damit sich da kein Präsident mehr einmischen kann.

Es bräuchte gar nicht mehr die ebenfalls beschlossene Abschaffung der Richtlinienkompetenz des Präsidenten, um zu erkennen: Mit der Reform schwächt Hanselka vor allem seine eigene Macht. Formal zumindest. Denn moralisch beansprucht er so eine Führungsrolle in der Zeit nach Neugebauer.

Leider jedoch gibt es ein paar Schönheitsfehler beim Neustart-Narrativ. Wie die Fraunhofer-Pressestelle bestätigte, wurde am Donnerstag der gesamte Vorstand von der Mitgliederversammlung entlastet, inklusive Elisabeth Ewen, Vorständin für Personal, Unternehmenskultur und Recht, die zu ...

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Kommentare

#1 -

H. Schöbel | Fr., 14.06.2024 - 11:51
Man kann der Fraunhofer-Leitung nur Erfolg wünschen bei der Reorganisation. Man sollte aber auch mal sagen, daß es Institute gibt, die völlig skandalfrei laufen. So hätte es sich bestimmt der Wissenschaftsorganisator Felix Klein vor mehr als 100 Jahren gewünscht. Auf dessen Betreiben war damals aus der geplanten Gauß-Weber-Gesellschaft die Fraunhofer-Organisation geworden.

#2 -

Leo Kuhn | Fr., 14.06.2024 - 16:19
Solange es nichts gegen Frau Ewen zu belegen gibt, wird sie bleiben. Und das gibt es nicht, außer dass sie schon bei Neugebauer war. Alles hat Elisabeth Ewen unter Neugebauer auch nicht kritiklos mit sich machen lassen. Besser in den Neuanfang investieren, was angesichts steigender Baustellen jedoch zunehmend steiniger wird.

#3 -

Roman Held | Fr., 14.06.2024 - 21:54
Wieder einmal ein gelungener Bericht mit kritischem Unterton.

Ein richtiger und wichtiger erster weitreichender strategischer Schritt von Senat und Präsident, der damit nach 75 Jahren Fraunhofer eine neue Governance geschaffen hat. Ein dickes Ausrufezeichen dahinter! Das alleine reicht aber sicher noch nicht, um weitere Fraunhofer interne Probleme zu lösen. Es bleibt noch viel zu tun - hoffen wir mal, dass Frau Müller et al. den neuen Aufgaben als Aufsichtsgremium auch ernst nehmen. Die neue Governance muss aktiv gelebt werden und die Mitarbeitenden sofort mitgenommen werden. Momentan ist unklar, was diese Neuerungen für die Institute konkret bedeuten.

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