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Ein paar Monate keine Schule, ein Leben lang weniger Geld?

Verpassen Kinder mehrere Monate Unterricht, können ihre Leistungen sogar noch im Erwachsenenalter schlechter ausfallen. Die Ökonomin Kamila Cygan-Rehm wies dies an Schulausfällen der 1960er Jahre nach.
Portraitfoto von Kamila Cygan-Rehm.

Kamila Cygan-Rehm ist Professorin für Quantitative Verfahren, insbesondere Ökonometrie, an der Technischen Universität Dresden. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf empirischer Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Bevölkerungsökonomik und der öffentlichen Gesundheit. Foto: Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi).

Frau Cygan-Rehm, viele denken bei Unterrichtsausfall sofort an Corona, Lehrkräftemangel oder auch an Extremwetter. Ihre Forschung schaut 60 Jahre zurück auf die Kurzschuljahre 1966/67. Worum ging es da?

Eine ziemlich vergessene Geschichte! Die wenigsten wissen heute noch, dass die Schuljahre in Deutschland früher nach den Osterferien anfingen. Im Nationalsozialismus wurde der Schulstart erstmals einheitlich ans Ende der Sommerferien gelegt, in Westdeutschland kehrten dann aber viele Bundesländer zunächst zum alten Schulkalender zurück. Bis sich die Kultusminister in den 60er Jahren endgültig auf den heute üblichen Beginn einigten. Für die betroffenen Bundesländer gab es zwei Optionen: ein einmalig sehr langes Schuljahr, von Ostern des ersten bis zum Sommer des zweiten Jahres – oder zwei stark verkürzte Schuljahre. Die meisten Kultusminister entschieden sich für die zweite Option. Mit der Folge massiver Unterrichtsausfälle.

Wie massiv?

Ein Kurzschuljahr bedeutete etwa ein Drittel weniger Zeit im Klassenraum, ohne dass die Lehrpläne entsprechend angepasst wurden. Zusammengerechnet gingen zwei Drittel eines Schuljahres verloren. Die Idee war: Wir haben weniger Zeit, nehmen aber im Grunde denselben Unterrichtsstoff durch.

Die Parallele zur Corona-Pandemie ...

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Kommentare

#1 -

Gast | Do., 16.04.2026 - 17:29

"Nur ändern Abschlüsse nichts, wenn Kompetenzen fehlen." Dies scheint mir ein sehr zentraler Satz, der auch in der Hochschulbildung häufiger eine Rolle spielen sollte. Und dies gilt nicht nur für die Effekte der Corona-Pandenie, sondern auch generell: Schließlich gibt es auch bezüglich der Kompetenzausprägungen von Studierenden und Graduierten - freundlich ausgedrückt - noch so manches Potential (siehe z.B.: https://www.researchgate.net/publication/384268685_Graphic_Novel_meets_Assessment_-_Enriching_the_Assessment_of_Digital_Competences_using_Gamification).

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