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Sie bekommen es allein hin!

Vergangene Woche durfte man sich wieder einmal wundern, womit sich Wissenschaftsminister so alles beschäftigen. Da war es der Nachrichtenagentur dpa eine Meldung wert, dass Senatorin Sandra Scheeres ankündigte, die Berliner Hochschulen von Zigarettenwerbung frei halten zu wollen. Zu Scheeres' Ehrenrettung sei gesagt, dass ihr Engagement nicht ganz freiwillig kam, sondern als Reaktion auf einen Offenen Brief des "Aktionszentrums Forum Rauchfrei", das sich über Tabakreklame vor einem Schöneberger Hochschulgebäude beschwert hatte. Die Senatsverwaltung nehme den Brief zum Anlass, "an die Berliner Hochschulen mit der Bitte heranzutreten, das Mögliche zu tun, um Werbeveranstaltungen in unmittelbarer Nähe zur Hochschule zu verhindern und selbstverständlich keine derartigen Veranstaltungen auf dem Hochschulgelände selbst zu genehmigen."



Damit kein Missverständnis aufkommt: Der Autor dieser Zeilen ist passionierter Nichtraucher, und der Kampf gegen die Tabakindustrie ist ein würdiges Unterfangen. Aber glaubt die Berliner Wissenschaftssenatorin wirklich, dass Hochschulen erst dann "das Mögliche" tun, wenn ihre Dienstherrin sie dazu auffordert?



Ein anderer Ort, ein anderes Beispiel. Nordrhein-Westfalens rot-grüne Regierung hat die Anwesenheitspflicht von Studenten bei Lehrveranstaltungen bis auf wenige Ausnahmen abgeschafft. So wolle die Koalition einer Verschulung des universitären Betriebs entgegenwirken, hatte Ministerin Svenja Schulze erklärt. Einmal abgesehen von pädagogischen Argumenten, die die Gegenwart von Studenten ...

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Kommentare

#1 -

René Krempkow | Di., 06.09.2016 - 14:09
Lieber Herr Wiarda,

auch ich sehe es als eine zentrale Frage für die deutsche Wissenschaftslandschaft an, wie viel Autonomie die Hochschulen für eine möglichst gute Leistungsfähigkeit brauchen. Ich fände es schön, wenn wir diese Frage mit Hilfe empirischer Daten beantworten könnten.

Leider liegen größere empirische Studien zu diesem Thema bereits etliche Jahre zurück und eine jüngere, kleinere Studie konnte dieser Frage nur für die in den Hochschulgesetzen gewährte Autonomie und nur für ausgewählte Indikatoren für Forschungsleistungen nachgehen. Immerhin lässt sich aber soviel als zwei erste Ergebnisse dieser Studie festhalten:

1.) Es gibt zwar in Bundesländern, die zuvor Vorreiter waren, eine ...

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Di., 06.09.2016 - 18:59
Vielen Dank, lieber Herr Krempkow, für Ihre differenzierte Rückmeldung. Eine spannende Studie, die wichtige Einblicke gibt.

Was Ihren ersten Punkt angeht, stimme ich Ihnen zu: Hier war viel Symbolpolitik und Rhetorik zu verzeichnen und relativ wenig konkrete Veränderung in Richtung mehr Kontrolle von oben. Aber die öffentliche Wirkung solcher Symbolhandlungen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.
Mit besten Grüßen
Ihr Jan-Martin Wiarda

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