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Das Feuer an vielen Enden entfachen

Die neue Dresdner TU-Rektorin Ursula Staudinger sagt, warum sie ein Rektoratsressort für "Universitätskultur" eingeführt hat, wieso Hochschulen mehr Begeisterung für Vielfalt brauchen – und weshalb die Politik dringend den Zukunftsvertrag nachbessern muss.

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Artikelbild: Das Feuer an vielen Enden entfachen

Ursula Staudinger. Fotos: TU Dresden.

Frau Staudinger, vor wenigen Wochen haben Sie Ihr Amt als neue Rektorin der Technischen Universität Dresden angetreten – als zweite Frau in der mehr als 190-jährigen Geschichte der Hochschule. Als eine Ihrer ersten Amtshandlungen haben Sie die ein erweitertes Rektorat eingerichtet: Es gibt jetzt unter anderem einen "Chief Officer Digitalisierung und Informationsmanagement", einen "Chief Officer Technologietransfer und Internationalisierung" und eine Prorektorin für Universitätskultur. Fesche Titel.

Es geht darum, die TU Dresden für das 21. Jahrhundert aufzustellen. Dazu gehört schon in den Führungsstrukturen die Betonung, dass die Digitalisierung ebenso wie die Internationalisierung und der Technologietransfer alle Bereiche der Universität gleichermaßen berühren und insofern von strategisch herausgehobener Bedeutung sind: für die Organisation von Forschung und Lehre, für die Entwicklung der gesamten Organisation Hochschule.

Und was hat es mit der Prorektorin für Universitätskultur auf sich?

Das knüpft direkt an den Gedanken an, dass unsere Universität sich mit hoher Geschwindigkeit verändert und weiterentwickelt. Die Exzellenzinitiative ist hier ein zusätzlicher Faktor. Diesen Prozess der Veränderung wollen und müssen wir begleiten, ihn moderieren: durch Transparenz in der internen Kommunikation, durch Möglichkeiten zur Partizipation, indem wir erklären und zuhören.

Ist das bislang nicht ausreichend geschehen?

Das will damit nicht sagen. Aber ich halte es für zentral, dass sich möglichst jede und jeder an der Universität mitgenommen fühlt, dass sie von neuen strategischen Plänen im Rektorat nicht aus irgendeiner Rundmail erfahren, sondern den Weg dorthin mitprägen können. Doch es geht um mehr als nur um klassisches Change Management. Es geht im wörtlichen Sinne um das Prägen einer gemeinsamen Kultur, um das Herstellen eines uniweiten Konsenses, dass wir alle von der Unterschiedlichkeit der vielen Perspektiven profitieren können, die die Angehörigen der TU Dresden mitbringen. Ein weiter Weg, ich weiß. Aber auf dem Weg hilft uns das neue Ressort mit seinen vier Schwerpunkten: "Diversität und Integration", "Work/Life", "TUD als gesellschaftliche Akteurin" und "Campus Life".


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Kommentare

#1 -

René Krempkow | Do., 17.09.2020 - 21:47
Ein sehr interessantes und in einem gewissen Sinne geradezu schwungvolles Interview! Aus Frau Staudingers Äußerungen spricht Gestaltungswillen und längerfristiges Denken. Ich wünsche ihr (als einer der TU-Dresden-Alumni, der sich bis vor ca. 15 Jahren dort für die Universitätsentwicklung und Förderung von Vielfalt engagierte), dass der gerade für Veränderungen der Universitätskultur benötigte Optimismus in die Umsetzung von konkreten Zukunftsprojekten übertragen werden kann.

#2 -

Mascha Hansen | Fr., 18.09.2020 - 12:51
Schön, dass alle mitgenommen werden sollen. Aber dann doch wieder so:
"Und wir müssen Unterstützungsangebote einrichten für unsere Studierenden und für die Professorinnen und Professoren."
Solange an den Unis nur und immer wieder nur reflexhaft in diesen beiden Gruppen (oder überhaupt in Statusgruppen) gedacht wird, sehe ich wenig Veränderung in der deutschen Universitätskultur...

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