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Das geht so nicht, BMBF!

Das Agieren des Bundesforschungsministeriums in der Kürzungsdebatte hat gezeigt: Wir brauchen dringend mehr Transparenz und Verlässlichkeit in seiner Forschungsförderung. Ein Gastbeitrag von Nicole Bögelein, Alena Strohmaier und Aline Zucco.

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Artikelbild: Das geht so nicht, BMBF!

Daumen runter: Kürzungen und Einstellungen von Forschungsförderprojekten dürfen nicht scheinbar willkürlich erfolgen, sondern müssen transparent kommuniziert werden. Foto: pxhere.

VIEL WURDE in den vergangenen Monaten über die überraschende Kürzung oder Kompletteinstellung von BMBF-Förderlinien berichtet . Als Forschende, deren Projekte (teilweise) betroffen waren, haben wir das Agieren des Ministeriums und der von ihm beauftragten Projektträger als überaus irritierend empfunden. Wir erachten es daher als notwendig, Stellung zu den Ereignissen zu nehmen, auf Missstände hinzuweisen und notwendige Verbesserungen anzuregen.

Kommunikation und Verfahren: Was bisher geschah

Die Förderung durch das BMBF läuft seit Jahren üblicherweise nach demselben Schema: Wissenschaftler:innen reichen auf Ausschreibungen eine Projektskizze ein, diese wird intern und extern von anderen Wissenschaftler:innen begutachtet. Hierauf folgte entweder eine Absage oder die Aufforderung zur Einreichung des Vollantrags – immer mit sehr kurzen Fristen (zum Beispiel seitens des DLR Projektträgers im Auftrag des BMBF). War Letzteres der Fall, so bedeutete die Aufforderung zum Vollantrag bisher mit hoher Verlässlichkeit eine spätere Bewilligungszusage. In dieser zweiten Stufe ging es dann vor allem darum, ...

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Kommentare

#2 -

René Krempkow | Do., 13.10.2022 - 12:50
Den Autorinnen ist hier (leider) zuzustimmen, dass das Agieren des BMBF in den letzten Monaten mindestens "irritierend" war. Und dies betrifft auch noch Projekte in weiteren Förderlinien über die Vielzahl der o.g. hinausgehend, so auch die Förderlinie "Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft" (zu Zwischenergebnissen siehe z.B. ein Themenheft in: https://www.researchgate.net/publication/356108521). Auch in dieser Förderlinie gibt es Projekte, wo vom PT bereits befürwortete Aufstockungen so lange vom BMBF nicht entschieden wurden, bis die Projekt-Restlaufzeit abgelaufen war.



Was in diesem Zusammenhang aber auch erwähnt werden sollte: Nicht nur das BMBF agiert "irritierend". Teilweise haben zugleich Hochschulen, auch sogenannte "Exzellenzuniversitäten", trotz bereits bewilligter ausgabenneutraler ...

#3 -

Forschungsreferent | Fr., 14.10.2022 - 19:39
Gut! Ich sage nur: Blackbox BMBF! Es ist mir auch schleierhaft, warum der größte öffentliche Mittelgeber in der BR so instransparent agiert. Da fehlen aber so was von vielen Standards und Transparenz, die man von anderen Mittelgebern kennt. Das hat richtig Schaden angerichtet, was da passiert ist.

#4 -

FS | So., 16.10.2022 - 10:32
Es ist schon etwas naiv anzunehmen, die Einreichung des Vollantrags würde eine Förderung mehr oder weniger garantieren. Dies war auch schon früher nicht so. Auch kostenneutrale Verlängerungen sind kein Automatismus und wurden (eigene Erfahrung) auch früher schon teilweise abgelehnt. Das Problem der prekären Beschäftigungsverhältnisse des wissenschaftlichen Personals liegt eben teilweise auch an den besonderen deutschen Verhältnissen: während in UK, USA etc. Dauerstellen relativ schnell vergeben werden, weil in finanziellen Nöten diese eben auch wieder gekündigt werden können, ist eine Dauerstelle im öffentlichen Dienst nahezu unkündbar, eine spätere Anpassung an die dann tatsächlichen finanziellen Verhältnisse damit kaum möglich. Die prekären Beschäftigungsverhältnisse ...

#5 -

Aus einer Berl… | Mo., 24.10.2022 - 01:12


Ich hier FS#4 nur zustimmen. So ganz verstehe ich die laute Aufregung nicht.



Natürlich es ist frustrierend und man knirscht mit den Zähnen, aber Ablehnungen von Vollanträgen bei Befürwortung des Vorantrags kenne ich schon lange - selten, sehr ärgerlich, aber nicht eben auch nicht unmöglich. Es besteht auch kein Rechtsanspruch auf kostenneutrale Verlängerungen - da habe ich auch schon solche und solche Entscheidungen erlebt, insb. wenn Jahresgrenzen überschritten werden. Und das aktuell das Geld sehr knapp ist und auch ein BMBF zu sparen versucht, sollte doch nicht überraschen. Dass das extrem ärgerlich für die Betroffenen ist, macht daraus noch keinen ...

#6 -

Götz Gumpert, … | Mo., 24.10.2022 - 15:16
Wer, wenn nicht wir als DLR Projektträger könnte die Enttäuschung nachvollziehen, wenn beantragte Projekte nicht gefördert werden; ist es doch unsere gemeinsame Anstrengung, partnerschaftlich die investierten Überlegungen, die Zeit und das Wissen, die hinter einem Vollantrag stehen, bis zur Bewilligung und gerne bis zum Transfer und in die Umsetzung zu begleiten. Doch die Aufforderung, einen Vollantrag einzureichen, ist tatsächlich noch keine Förderzusage. Deshalb empfehlen wir auch nicht, vorab Personal einzustellen. Förderungen folgen klaren Regeln: Projektträger organisieren den Prozess, begutachtet wird durch neutrale Experten, entschieden vom Förderer - und dabei sind zur Verfügung stehende Haushaltsmittel ein begrenzender Faktor. Finanzielle Zuwendung garantieren ...

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