Direkt zum Inhalt

Wissenschaftsfreiheit als Freiheit von Kritik?

Welchen Begriff von Wissenschaftsfreiheit unser Netzwerk wirklich hat, warum wir Kritik jeglicher Art und Richtung unterstützen, aber zugleich die akademische Verbannung von Kritikern wie Kritisierten entschieden ablehnen. Eine Replik von Dieter Schönecker.

Bild
Artikelbild: Wissenschaftsfreiheit als Freiheit von Kritik?

Dieter Schönecker ist Professor für Praktische Philosophie an der Universität Siegen und Gründungsmitglied des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit. Foto: privat.

IN SEINEM BEITRAG für den Wiarda-Blog versteigt Karsten Schubert sich zu der These, das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit (NW) vertrete einen negativen Freiheitsbegriff als "die Freiheit von der Kritik durch andere wissenschaftliche Ansätze"; Freiheit bestehe für das NW darin, "frei zu sein von der Einmischung durch kritische Forschung", sie sei die "Freiheit von politischer Einmischung".

Das ist eine geradezu irrwitzige Unterstellung, die nicht dadurch besser wird, dass man sie schon oft genug gelesen hat. Denn Kritik ist für die Wissenschaft eine conditio sine qua non. In jeder Wissenschaft werden Hypothesen, Thesen und Theorien entwickelt, um Dinge zu erklären oder zu verstehen. Sie werden nicht nur ständig kritisiert, sie müssen auch kritisiert werden dürfen; niemand bestreitet das, selbstverständlich auch nicht das NW.

Kritik ist aber etwas anderes als akademische Verbannung (etwa durch Niederbrüllen, Deplatforming und so weiter), die Karsten Schubert in seinem Beitrag zu Recht ablehnt. Wer ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Josef König | Fr., 19.04.2024 - 18:46
Moin,

es ist bemerkenswert, dass dieser Beitrag, dem ich zustimme, keine kritische Diskussion bislang erfahren hat, wohingegen der Beitrag, gegen den er hier die Stimme erhebt, eine Fülle vor allem positiver Zuschriften erhalten hat. Auch durch Schweigen lässt sich widersprechen …

#2 -

na ja | Sa., 20.04.2024 - 12:12
Ein ausgezeichneter Beitrag, der sich u.a. durch unaufgeregte, argumentative Klarheit auszeichnet. Wie angenehm, in der Debatte einmal einen Text zu lesen, der auf Argumenten, statt moralischen Empörungstiraden aufgebaut ist. Das könnte ein Grund sein, warum keine Erwiderung der Unterstützer der Gegenseite kommt. Es hieße ja jetzt, sich sachlich mit Argumenten auseinanderzusetzen.

#5 -

Jan-Martin Wiarda | Mo., 22.04.2024 - 10:29
Liebe Leserinnen und Leser,



aus gegebenen Anlass der Hinweis, dass ich mir gern auch Teile des Wochenendes mit der Familie gönne und es deshalb gelegentlich bis Montagfrüh dauern kann, bevor Kommentare freigeschaltet werden. Dies bedeutet keineswegs, dass ich bestimmte Beiträge aufgrund mir angeblich nicht genehmer Meinungen nicht zulasse.



Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich es üblicherweise öffentlich mache, wenn ich Kommentare nicht freischalten kann und die Gründe nenne: In den meisten Fällen handelt es sich dann um persönliche Angriffe und Verunglimpfungen, die ich in meinem Blog nicht haben möchte. Gibt es einen inhaltlichen Kern, suche ich darüber hinaus den ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Ein Anything Goes in Zeiten des Lehrkräftemangels

Ein Anything Goes in Zeiten des Lehrkräftemangels

Was die Pläne der Kultusminister zur Reform des Lehramtsstudiums tatsächlich bedeuten. Ein Gastbeitrag von Susanne Lin-Klitzing.


  • Artikelbild: Zwei Begriffe der Wissenschaftsfreiheit

Zwei Begriffe der Wissenschaftsfreiheit

Die Unterstützer des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit wollen sich für einen offenen Diskurs einsetzen und plädieren doch in Teilen für seine Beschränkung. Wie ist das zu erklären? Und was folgt daraus? Ein Gastbeitrag von Karsten Schubert. Karsten Schubert ist Associate Fellow am Lehrbereich Politische Theorie der Humboldt-Universität zu Berlin.


  • Hilfe für heute statt Hype von morgen

Hilfe für heute statt Hype von morgen

Die KI-Methoden, um Schüler individuell zu fördern und Lehrkräfte zu entlasten, existieren. Doch damit sie den Unterricht wirklich verändern können, muss die Politik die Kooperation von Wissenschaft, EdTech und Bildungspraxis systematisch unterstützen. Ein Gastbeitrag von Detmar Meurers.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Wir brauchen ein positives Narrativ, um Schule (wieder) attraktiv zu machen

Wir brauchen ein positives Narrativ, um Schule (wieder) attraktiv zu machen

Solange das Bild des Lehrkräfteberufs in der Gesellschaft vor allem eines von Zweifeln und Überlastung ist, muss die Lehrer*innenbildung selbst den Optimismus liefern. Was Hochschulen tun können und welche Maßnahmen sie bereits ergreifen. Ein Gastbeitrag von Antje Kampert und Jan Springob.


  • Digitalpakt 2.0: Die Schuldenbremse darf nicht zur Schulbremse werden!

Digitalpakt 2.0: Die Schuldenbremse darf nicht zur Schulbremse werden!

Die Verhandlungen von Bund und Ländern ziehen sich. Die Schulen brauchen aber endlich ein Zeichen, wie es nach Auslaufen des aktuellen Digitalpakts Schule weitergeht. Ein Gastbeitrag von Franziska Krumwiede-Steiner.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Was Hochschulleitungen leisten können – und was nicht

Inmitten der aufgeregten politischen Debatten stehen Rektorate und Präsidien unter Druck, Partei zu ergreifen. Doch sie können und sollten nicht stellvertretend für Politik agieren. Ein Gastbeitrag von Ute Clement und Sonja Buckel. UNIVERSITÄTEN SIND NICHT NUR Orte der Erkenntnis und des Wissenserwerbs.