Streit ums Geld: Politik vertagt Reform der Medizinerausbildung
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hatte ihr Nein angekündigt, weil sie einseitige Belastung für die Wissenschaft befürchtete.
BUNDESGESUNDHEITSMINISTER HERMANN GRÖHE (CDU) hatte schon die Pressekonferenz geplant, bei der er den Erfolg verkünden wollte: den Masterplan Medizinstudium 2020, einhellig verabschiedet von allen, die in Sachen Gesundheit etwas zu sagen haben. Von den Gesundheitsministern also. Von den Wissenschaftsministern. Von den Finanzministern. Aus allen Ländern und aus dem Bund. Kein Wunder, dass einige bereits vom „großen Wurf“ schwärmten. Daraus allerdings wird vorerst nichts. Weder aus dem großen Wurf noch aus Gröhes Pressekonferenz. Die für heute geplante Verabschiedung des Reformpapiers durch die Kultusministerkonferenz (KMK) wurde kurzfristig abgesagt. Und hinter den Kulissen beginnen bereits die Schuldzuweisungen.
Das sind die Fakten: Baden-Württembergs grüne Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hatte Anfang der Woche für einige ihrer Kollegen offenbar überraschend angekündigt, dass sie dem Masterplan nicht zustimmen werde. Nach zweitägigem Hin und Her einigten sich die Kultusminister schließlich am Donnerstagnachmittag, den Masterplan von der Tagesordnung zu nehmen.
Wahlkampf sei das, kommentieren nun einige von Bauers Kollegen, der Masterplan sei im Großen und Ganzen eben ein Projekt der großen Koalition im Bund, und deshalb, gestehen sie großzügig zu, sei es „politisch legitim“, wenn eine ...
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