Ungeliebte Lückenfüller
Stiftungen und Verbände veröffentlichen eine Bildungsstudie nach der anderen. Anstatt sie für ihr Einflussnahme zu kritisieren, sollten wir lieber die Kultusminister fragen: Warum sorgt ihr nicht selbst für die nötigen Evaluationen?

Foto: geralt/Pixabay
VERGANGENE WOCHE war es wieder soweit. Da verkündete die Bertelsmann-Stiftung: „Das kostet gute Ganztagsschule für alle“ und listete die Ausgabenposten auf: 2,8 Milliarden Euro pro Jahr für zusätzliches Personal, dazu 15 Milliarden Investitionen in Gebäude und Infrastruktur, immerhin nur einmal.
Ein Rauschen ging durch den Blätterwald, den analogen wie den digitalen, Politiker aller Parteien gaben zu Protokoll, dass Bildung nun aber wirklich und besonders in einer eventuellen Jamaika-Koalition ganz oben auf die Agenda gehöre.
So ist das meistens. Eine Stiftung, ein Verband, manchmal auch ein Unternehmen veröffentlicht eine neue Studie mit Zahlen zur bildungspolitischen Lage an Kitas, Schulen oder Hochschulen, beziffert wie zuletzt ebenfalls die Bertelsmann-Stiftung den Lehrermangel oder lässt wie die Kindermoden-Marke Jako-o Forscher untersuchen, wie Eltern von schulpflichtigen Kindern die Verteilung der Bildungschancen wahrnehmen. Und die Kultusminister beeilen sich zu versichern: Sind wir dran, wir kümmern uns.
Oft vermischt sich die Entrüstung über die berichteten Missstände mit einem wachsenden Misstrauen gegenüber den Auftraggebern der Studien. Ein Medienkonzern wie Bertelsmann, heißt es dann, ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Kommentare
#1 - (Ein) Grund dafür dürfte sein, dass das Interesse von…
#2 - Zitat: '' Denn ob Bertelsmann-Stiftung & Co aus…
Wie kommt denn diese Bewertung zustande, Herr Wiarda? Für WEN steht das fest? Haben Sie dafür Belege? Können Sie Referenzen dafür angeben, oder handelt es sich um Ihre persönliche Meinung?
#3 - Lieber tmg,wenn ich mir die Autoren der verschiedenen…
wenn ich mir die Autoren der verschiedenen Studien anschaue, sind darunter einige der wirklich herausragenden Bildungsforscher. Deshalb dazu meine Einschätzung, die natürlich persönlich ist.
Viele Grüße
Ihr Jan-Martin Wiarda
Neuen Kommentar hinzufügen