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Michael Kretschmer könnte Ministerpräsident in Sachsen werden. Eine Überraschung – und eine große Gelegenheit für die Bildungspolitik.

SO SCHNELL KANN es gehen. Kaum hatten sich für Michael Kretschmer die bundespolitischen Karrierepläne vorerst verstopft, entschloss sich Sachsens angezählter Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zur Flucht nach vorn. Er werde sein Amt im Dezember abgeben, teilte Tillich mit – und schlug Kretschmer als seinen Nachfolger vor.

Dass die AfD bei der Bundestagswahl in Sachsen mit 27 Prozent stärkste Partei wurde und die CDU auf Platz zwei verwies, war ein Schock für die Partei. Drei Direktmandate wanderten ebenfalls zur AfD, eines davon: das von Kretschmer. " Ein Verlierer geht – ein Verlierer übernimmt ", formulierte die Welt heute süffisant.

Direkt nach dem Bundestags-Aus hatte der 42 Jahre alte Kretschmer sich in Demut geübt. Er strebe derzeit kein Ministeramt an, sagte er laut Leipziger Volkszeitung , vielmehr benötige er erstmal Zeit, um sich neu zu sortieren. Die Selbstfindungsphase fällt nun offenbar kürzer aus als gedacht. Eine auch für Kretschmer selbst überraschende Wende, zumindest überraschend schnell.

Damit schließt sich auch bildungspolitisch ein Kreis. Tillich war gerade mal fünf Monate im Amt, als er im Oktober 2008 alle Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Merkel ...

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