2,8 Milliarden Gründe
Die Koalitions-Sondierer suchen das große Bildungsprojekt. Die IT-Misere in den Schulen dürfte es ihnen liefern.

Foto: ebayink: " Tablet use 2", CC BY-NC-ND 2.0
IN BERLIN LAUFEN die Jamaika-Sondierungsgespräche, zu den beliebtesten und zugleich schwammigsten Schlagwörtern zählen dabei „Digitalisierung“ und „Bildung“. Deutschland solle künftig zu den „Spitzenländern bei den Bildungsinvestitionen“ aufschließen, haben Union, Grüne und FDP verkündet. Und allen Bürgern die digitale Teilhabe und die Nutzung der damit verbundenen "großen Chancen" versprochen.
Wohlklingende Ziele, auf die man sich im Gegensatz zu anderen Themenfeldern wie Migration oder Klima schnell einigen konnte. Das Problem, das die potenziellen Koalitionäre jetzt lösen müssen: Was heißen ihre Bekenntnisse, abgesehen davon, dass sie viel kosten würden, eigentlich konkret?
Dass es deutlich mehr echte (=gebundene) Ganztagsschulen geben soll und der Bund dabei helfen wird, scheint bereits ausgemacht. Aber für den demonstrativ-programmatischen Schul-Kraftakt wäre das zu wenig. So ist es erneut die Bertelsmann-Stiftung, die in fast schon traumwandlerischer Sicherheit Agenda-Setting betreibt. Am Freitag und damit mitten in die Sondierungen hinein hat sie eine Studie veröffentlicht, derzufolge die vernünftige IT-Ausstattung aller Schulen in Deutschland mit 2,8 Milliarden Euro zu Buche schlagen würde. Pro Jahr. Dauerhaft. Die Berechnung stammt von Forschern um den Bremer Informatikprofessor Andreas ...
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