Medizin-Studienplatzvergabe: Provisorium könnte länger dauern
Die zuständige Stiftung für Hochschulzulassung warnt: Der von der Politik gesteckte Zeitplan sei wahrscheinlich nicht zu halten.
ES WAR EIN zentrales Versprechen bei der Reform der Studienplatzvergabe in der Medizin: Die Übergangsregelung, die aufgrund einer umfangreichen Software-Neuentwicklung nötig ist, sollte nach zwei Jahren auslaufen. Sie beschränkt die Hochschulen in ihren Auswahlmöglichkeiten, und sie ist kein schönes Symbol für den vom Bundesverfassungsgericht verordneten Neustart. Deshalb will der KMK-Hochschulausschuss, die Ebene der Ministerialbeamten in der Kultusministerkonferenz, sie auf jeden Fall nach vier Semestern auslaufen lassen. So hat er es vor der heutigen Sitzung der KMK-Amtschefs, der Spitzenbeamten in den Ministerien, nochmal bekräftigt.
Doch jetzt deutet sich neuer Ärger an. Die für die Studienplatzvergabe zuständige Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) hat intern gewarnt, den ihr gesteckten Zeitplan nicht halten zu können. Ein weiteres Jahr Entwicklungszeit sei nötig, um auf der sicheren Seite zu sein. Als verantwortlich für die Verzögerung sieht die SfH nicht sich selbst, sondern die Politik: Bedingung für die Zwei-Jahres-Frist seien rechtzeitige politische Entscheidungen und eine Vereinfachung des Zulassungssystems gewesen – beides hätten die Wissenschaftsministerien nicht geliefert.
Aus der Stiftung sind trotzdem optimistische Töne zu hören: Man habe jetzt eine klare Analyse der IT-Experten zum technischen Stand ...
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