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Die günstige Ausgangslage ist aufgebraucht

Warum haben die ostdeutschen Universitäten bei der Exzellenzstrategie enttäuscht? Ihre Hochschulratsvorsitzenden wenden sich jetzt mit einer schonungslosen Bilanz an die Politik. Konsequenzen verlangen sie aber auch von ihren eigenen Hochschulen.

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Artikelbild: Die günstige Ausgangslage ist aufgebraucht

Außerhalb Berlins und neben der TU Dresden ist sie die einzige ostdeutsche Uni mit einem Exzellenzcluster: die Universität Jena.Foto: Vitold Muratoy / CC BY-SA 3.0 .

DER APPELL TRÄGT einen schlichten Titel. "Memorandum der Hochschulratsvorsitzenden der ostdeutschen Universitäten". Vor dem Wochenende haben die Wissenschaftsminister der fünf Ost-Länder es in ihrer Post gefunden, auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) bekam es zugeschickt.

Und so nüchtern das Papier sich verkauft, so brisant ist das, was die Autoren darin zu sagen haben. Sie beklagen das "ernüchternde Gesamtergebnis" der Exzellenzstrategie für die ostdeutschen Hochschulen, die geringe Ausbeute an Exzellenzclustern – und verlangen Konsequenzen. Von der Politik, aber auch von den Hochschulen, deren Aufsichtsgremien die Autoren vorsitzen.

Zuerst die Bestandsaufnahme: Eigentlich, so schreiben die Hochschulratsvorsitzenden, sei in den Jahren nach der Wiedervereinigung eine günstige Ausgangslage für die Hochschulen im Osten geschaffen worden. Die "großartigen Aufbau- und Transformationsleistungen der ostdeutschen Länder für ein differenziertes Hochschulsystem" finden in dem Memorandum genauso ihre Würdigung wie die Unterstützung durch den Bund: Dank der "Gemeinschaftsaufgaben Hochschulbau und Forschungsförderung" sei es "in kurzer Zeit gelungen, bei Gebäuden und Ausstattung moderne und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Arbeit an Universitäten zu schaffen".



Doch: "Nach unserem Eindruck ist die günstige Ausgangslage aus den 1990er Jahren aufgebraucht." Es herrsche ein Sanierungsstau, und die Universitäten litten unter Hochschulgesetzen, finanziellen Verfahrensvorschriften und politischen Interventionen, die vielfach rigider als im Westen gestrickt seien – mit der Folge, dass die Autonomie und Selbststeuerung der Universitäten beeinträchtigt seien und die Universitäten ihre Leistungsfähigkeit nicht voll entfalten könnten. Ergo: Das miese Abschneiden in der Exzellenzinitiative und – darüber hinaus – in der wettbewerblichen Forschungsförderung insgesamt.

Die Kritik an der Politik ist harsch – aber auch die eigenen Hochschulen nehmen die Vorsitzenden der Hochschulräte und Kuratorien in die Pflicht.

Der ...

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Kommentare

#1 -

Laubeiter | Do., 06.02.2020 - 15:43
Mir scheint, als sei das unbefriedigende Abschneiden der 6 DDR-Nachfolge-Bundesländer BB BE MV SN ST TH bei der EXU-Förderung begründet in deren unbefriedigendem Abschneiden bei der EXC-Förderung. Könnten die Universitäten in diesen Bundesländern mehr erreichen, wenn sie gemeinsame Schwerpunkte als Vorbereitung für EXC-Anträge aufbauen würden? Im Westen haben Heidelberg und KIT deshalb EXU-Förderung einwerben können, weil sie die erforderliche Zahl von mindestens zwei EXCs durch EXC-Anträge als Partner eingeworben haben. Es ist für mich schwer vorstellbar, dass in den vier Bundesländern BB MV ST TH, die derzeit keine EXU haben, bei der nächsten EXU-Auswahl zum Zuge kommen könnten in Konkurrenz ...

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