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Beispielhafte Entscheidung

Die Berliner Beuth-Hochschule will sich umbenennen, weil ihr Namensgeber Antisemit war. Bemerkenswerter noch als dieses Ergebnis war die jahrelange Debatte, die sich die Hochschule zum Glück nicht erspart hatte.

MEHR ALS ZWEI JAHRE dauerte der Streit um Christian Peter Beuth, nun hat die gleichnamige Berliner Fachhochschule entschieden, sich einen neuen Namensgeber zu suchen. Ihre Akademische Versammlung votierte gestern Abend mit 30 Ja- bei 14-Neinstimmen und einer Enthaltung für die Umbenennung.

Es war kein Schritt, mit dem sich die Hochschule leicht getan hat. Es wurde debattiert und gerungen, zuerst hochschulintern, dann unter öffentlicher Beobachtung. Darf eine Hochschule nach einem Mann heißen, der bei allen Verdiensten als Bildungs- und Wirtschaftsreformer zwei Gutachten zufolge eben auch Antisemit war? Gestritten wurde allerdings auch um die Frage, wie gut belegt die Vorwürfe gegen Beuth wirklich seien.

Irgendwann suchte die Beuth-Hochschulleitung sogar aktiv die Öffentlichkeit und veranstaltete zwei viel beachtete Symposien über die historische Person Beuth, die judenfeindliche Deutsche Tischgesellschaft, deren Mitglied er war – und über die Rede, die Beuth 1811 vor der Tischgesellschaft gehalten hat und die von antisemitischen Motiven durchzogen war.

Streit um die Quellenlage

Es gab aber auch einflussreiche Stimmen wie den ehemaligen Hochschulpräsidenten Reinhard Thümer, der bestritt, dass Beuth ...

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Kommentare

#1 -

Steffen Prowe | Sa., 25.01.2020 - 18:30
Danke für diese gute Reflexion von außen! Immerhin konnten Sie ja eine der Veranstaltungen aktiv moderieren und haben daher auch einen guten Innenblick in die Diskussion erleben können.



Bzgl der Kostendiskussion sei gesagt, dass diese Frage auch einen wichtigen Anteil haben muss. Zum einen ist es die Pflicht im Rahmen des Haushaltes solche Kosten transparent zu machen (wobei es eine ERSTE KostenSCHÄTZUNG war). Auch, um die Bedeutung für und die Chancen auf Neues (Wandel kostet auch immer) reflektiert und mit Augenmaß in etwas Neues umsetzen zu können. Grundlage war es immer und ist auch immer die inhaltliche und sehr gut ...

#2 -

Josef König | Mo., 27.01.2020 - 12:00
Danke für den differenzierten Artikel. Dennoch stellt sich die Frage, ob man nicht wirklich mal überlegen sollte, alle diese Namenspatronate abzuschaffen? Als erstes z.B. den Namen von Martin Luther aus der Universität Halle, der nun wahrlich auch ein strammer Antisemit war, der gegen Juden gewittert hat, und dessen Name erst seit 1933 die Uni Halle „ziert“, also seit aus einer für Deutschland unrühmlichen Zeit.



Und bei den sonstigen Fürsten, Königen und Kaisern und Heiligen wird man sicher, wenn man genauer nachforscht, auch den einen oder anderen Antisemiten finden, der in den heutigen Zeiten nicht mehr genehm sein kann.



Bei allen ...

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