Wenn die Maschine Unsinn macht, zieh den Stecker raus!
Wie verändert die Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft? Wie kann die Wissenschaft mit Vorbehalten in der Bevölkerung produktiv umgehen? Ein Gespräch zwischen der KI-Expertin Fruzsina Molnár-Gábor und dem neuen Generalsekretär der Volkswagen-Stiftung, Georg Schütte.

Über den Dächern von Berlin: Georg Schütte, Fruzsina Molnar-Gabor. Fotos: Gordon Welters.
Frau Molnár-Gábor, alle reden drüber. Wir heute auch – aber worüber eigentlich genau? Wie würden Sie "künstliche Intelligenz" definieren?
Molnár-Gábor: Ich habe bisher eigentlich nur Tagungen besucht, bei denen wir uns nicht auf eine Definition einigen konnten. Manche sagen, bereits die Biostatistik sei eine Form von KI gewesen und die KI daher nicht wirklich etwas Neues. Ich selbst würde die KI am ehesten darüber definieren, dass sie Entscheidungen und Aktionen maschinell übernehmen kann, die bisher Menschen getroffen und ausgeführt haben.
Schütte: Im Digitalrat der Bundesregierung sagt mir eine junge Unternehmerin: "Immer wenn wir nicht wissen, womit wir es zu tun haben, nennen wir es KI. Wenn wir es wissen, dann benennen wir es genauer, etwa als Mustererkennung von Gesichtern, also Gesichtserkennung, oder auf Röntgenbildern zur Krebsdiagnose." Ich finde, das charakterisiert die aktuelle gesellschaftliche Debatte sehr gut. Das Wort wird so allgemein benutzt, dass es bisweilen nicht mehr greifbar ist.
Ist diese mangelnde Greifbarkeit der Grund, warum sich in Teilen der Gesellschaft eine kritische Haltung gegenüber der KI aufgebaut hat?
Schütte: Es hilft, wenn wir das "Wer" der Betroffenen durch das "Was" der Betroffenheit ersetzen. Dass wir anstatt abstrakt ...
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