Tesla: Die Grüne Liga ist nicht das Problem
Nach dem gerichtlich verfügten Rodungsstopp ist die Empörung groß in Wirtschaft und Politik. Doch sie richtet sich gegen die Falschen.
DIE AUFREGUNG IST GROSS. Die bei Berlin geplante Tesla-Fabrik sei ein "Leuchtturmprojekt", sagte Mario Ohoven vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft im Handelsblatt . "Scheitert das Projekt an Bürokratie und Überregulierung, wäre das ein katastrophales Signal des Standortes Deutschland an ausländische Investoren." Die per Agenturmeldungen durch die Republik weiterverbreitete Warnungen Ohovens und weiterer Wirtschaftsvertreter wie BDI-Präsident Dieter Kempf passen zu der gegenwärtigen Krisenstimmung in der deutschen Industrie. Motto: Nichts klappt mehr bei uns.
Womit sie nicht einmal Unrecht haben. Nur dreschen sie im konkreten Fall auf die Falschen ein.
Richtig ist: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat am Wochenende die Rodungen für das geplante Werk in Grünheide vorläufig gestoppt. Die "Grüne Liga Brandenburg" hatte Beschwerde eingelegt, bis zum gerichtlichen Entscheid dürften keine weiteren Bäume gefällt werden, teilte das Gericht mit.
Richtig ist aber auch: Bislang ist das Genehmigungsverfahren geradezu in Rekordzeit verlaufen. Nicht einmal zwei Monate sind vergangen, seit Tesla die ersten Anträge bei Brandenburgs Behörden gestellt hat. Wenige Wochen nur hat es gedauert, bis der Autokonzern die Genehmigung zur Rodung hatte. Der außerordentliche Amtseifer hat ...
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