Direkt zum Inhalt

Wenn die KMK mal hilfreich sein will

Der Club der Bildungsminister veröffentlichte auf seiner Website eine Liste mit digitalen Bildungsangeboten – und musste nach Protesten zurückrudern.

ES SOLLTE EIN SERVICE sein. Auf der Website der Kultusministerkonferenz (KMK) tauchte vor einigen Tagen eine Liste digitaler Lernangebote auf – fürs " Lernen von zu Hause " in Zeiten von Corona und geschlossener Schulen. Nach dem obligatorischen Verweis auf die von den Ländern verantworteten Onlineportale und Lernmanagement-Systeme kam der eigentlich spannende Teil: die Aufzählung sonstiger, auch privater, Plattformen und Tools. Mittendrin: Microsoft Teams, Moodle, Jitsi und Google for Education.

Da standen sie ein paar Tage – dann entbrannte eine rege, teils empörte Debatte über die "Empfehlung" der KMK, zu Microsoft und Google zu greifen. Einige Kommentatoren in den Sozialen Medien gaben zu denken, dass das ja gar keine Empfehlung seien, sondern lediglich eine Aufzählung. Der Online-Bildungsexperte Jöran Muuß-Merholz kommentierte am 3. April auf Twitter: "Es mag heute nicht so aussehen. Aber das hier ist historisch. Wenn Schule in einen Normalbetrieb zurückkehrt, wird man das nicht wieder zurücknehmen können."

Der Bildungsjournalist Christian Füller erwiderte: "Das ist nicht historisch, es ist nicht mal Beschluss der KMK. Diese Liste ist einfach so zusammengeschrieben nach dem Motto: ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

scheppler | Di., 07.04.2020 - 19:35
Von realitätsferne kann gar keine Rede sein. Denn offenbar verkennt der Autor, wie realitätsnah diese Debatte ist.



Denn genau mit diesem Druck auf derartige "Hinweise" ohne "Empfehlungscharakter" reagieren Lehrkräfte deswegen auch so energisch, weil sich darin das permanente Alleinlassen der Schulen exemplarisch abbildet. Auch der "Disclaimer" ist doch wieder der Hinweis darauf, dass die Verantwortung alleine auf die Schulen - womöglich sogar die einzelne Lehrkraft - abgewälzt werden soll. Existiert da tatsächlich die Vorstellung, dass eine Lehrkraft oder eine schule in bilaterale Verhandlungen mit Microsoft oder Google treten möge, um zu prüfen, ob die Datenverarbeitung legitim und im Sinne der ...

#2 -

Edith Riedel | Mi., 08.04.2020 - 23:03
Der Datenschutz und die Datensicherheit werden, wie so oft, vorgeschoben, um zu verschleiern, dass man keine Lösungen hat und auch weder die Kompetenz noch die Motivation, welche zu suchen oder gar zu finden. Das ist ein absolutes Armutszeugnis, gerade in diesen Zeiten. Die Lehrer*innen arbeiten in einem unterfinanzierten, rückständigen System, um Bildung möglich zu machen, und werden selbst in einer Notsituationen wie dieser alleine gelassen.

#3 -

Christian Füller | Mo., 20.04.2020 - 20:24
@Frau Riedel, ich darf ihnen gerne mal übersetzen, was Datenschutz meint. Es geht darum, die informationelle Selbstbestimmung der Schüler zu achten und zu schützen. Ein Grundrecht erkennt man daran, dass es sich in der Verfassung befindet. Das Grundrecht auf Inform- Selbstbestimmung ist hoch angesiedelt. Und ein solches entzieht sich Abstimmungen (und seine es noch so viele, die es abschaffen wollen) und es richtet sich auch nicht danach, ob eine Plattform oder ein Tool besonders fluffig ist. Hier ein Film, er kurz erklärt, worum es geht. https://pisaversteher.com/2020/04/20/empfiehlt-die-kmk-microsoft/

#4 -

besorgtervater | Do., 10.09.2020 - 12:24
Was die KMK da gemacht hat ("Empfehlung" von Lösungen, die Datenschutzexperten zur Verzweiflung bringen), ist schlichtweg skandalös. Es gibt eine ganz klare Rechtslage im Bereich Datenschutz. Und nicht genug, dass diese von den Schulträgern weitgehend ignoriert wird - selbst die Kultusministerien scheinen sich darum nicht ernsthaft kümmern zu wollen.

Wenn Firmen so fahrlässig mit dem Datenschutz umgingen, müssten sie unter Umständen Millionenstrafen zahlen - und das völlig zu recht.

Und die Kultusministerien? Ziehen sich aus der Verantwortung zurück!

Wenn eine solche Liste veröffentlicht wird, muss die Datenschutzkonformität vorher geprüft und bestätigt werden. Das würde wirklich helfen!

Und was mich wirklich ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Artikelbild: Wann wieder Schule ist? Das wüssten auch die Kultusminister gern

Wann wieder Schule ist? Das wüssten auch die Kultusminister gern

Erst müssen die Regierungschefs nächste Woche sagen, wie es mit dem Shutdown weitergeht, dann sind die Bildungspolitiker an der Reihe. Ihre Antwort soll möglichst einheitlich ausfallen.


  • Der Fahrplan der Leopoldina

Der Fahrplan der Leopoldina

Die Nationalakademie hat ihre mit Spannung erwarteten neuen Corona-Empfehlungen an die Politik vorgelegt. Der Fahrplan, den sie formuliert, sollte Bund und Ländern den Weg aus dem Shutdown weisen.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Bitte öffnen!

Wer fordert, wegen Corona müssten die Schulen geschlossen bleiben, macht es sich zu einfach. Ihre schrittweise Öffnung, wie sie die Leopoldina fordert, ist angemessen – und für die Gesellschaft insgesamt die sicherste Option. Ein Plädoyer vor dem Treffen der Regierungschefs.