Bitte öffnen!
Wer fordert, wegen Corona müssten die Schulen geschlossen bleiben, macht es sich zu einfach. Ihre schrittweise Öffnung, wie sie die Leopoldina fordert, ist angemessen – und für die Gesellschaft insgesamt die sicherste Option. Ein Plädoyer vor dem Treffen der Regierungschefs.
ES IST das absolute Argument für alle, die eine Lockerung des Shutdowns ablehnen: Das würde Menschenleben gefährden, lautet es, wollt ihr das? Besonders häufig taucht es auf, sobald die Rede auf die mögliche Öffnung von Schulen und Kitas kommt. Auf keinen Fall!, lauten die zahllosen auch in den Sozialen Medien nachzulesenden Mahnungen: Die Kleinsten sind die größten Virenschleudern, noch dazu können besonders Kita- und Grundschulkinder die nötigen Schutzmaßnahmen nicht einhalten. Eine unzumutbare Gefährdung sei das, vor allem für die Lehrkräfte, für die ErzieherInnen und Eltern mit Vorerkrankungen.
Das Problem, vielleicht aber auch die Absicht hinter derart absolut vorgetragenen Argumenten ist, dass sie gesellschaftliche Debatten über alternative Wege von vornherein abzuwürgen drohen – weil jene, die über solche Wege nachdenken, nach der Logik der Mahnenden ja offenbar bereit sind, den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen.
Zum Glück denken die meisten Regierungschefs in den nötigen Schattierungen
Zum Glück lassen sich die meisten in der Wissenschaft und Politik dennoch nicht davon abbringen, in den nötigen Schattierungen zu denken. Wenn sich heute die Bundeskanzlerin mit den 16 Ministerpräsidenten zur Videokonferenz trifft, um den künftigen Umgang mit der Corona-Pandemie zu besprechen, wird es auch um den Einstieg aus dem Ausstieg aus den schärfsten Eindämmungsmaßnahmen gehen. Es lässt sich kaum prognostizieren, wie die Entscheidung der 17 ausfällt, auch wenn die Wissenschaft mehrheitlich für eine – mit strengen Bedingungen verknüpfte –Lockerung zu plädieren scheint. Denn andererseits hat zum Beispiel erst gestern Abend Thüringens linker Ministerpräsident Bodo Ramelow, wie die Spiegel- Website berichtet, bezogen auf die mögliche Öffnung der Schulen gesagt, er könne doch niemanden zwingen, "sich ungeschützt einem potenziell tödlichen Virus auszusetzen". >>
Wann wieder Schule ist? Das wüssten
auch die Kultusminister gern
Erst müssen die Regierungschefs nächste Woche sagen, wie es mit dem Shutdown weitergeht, dann ...
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