Keine roten Linien!
Sobald es um die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit bestimmten Staaten geht, pendelt die Debatte zwischen moralischer Aufgeblasenheit und naiver "Anything goes"-Mentalität. Zeit für eine nüchtern-rationale Betrachtung. Ein Gastbeitrag von DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee.

Joybrato Mukherjee. Foto: Kay Herschelmann .
Ob CHINA, IRAN ODER RUSSLAND, die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Institutionen aus sogenannten "schwierigen Partnerländern" gerät derzeit schnell in schweres Fahrwasser. "Dual Use", Missbrauch geistigen Eigentums, Wissensabfluss aus kooperativen Projekten oder Überwachungstechnologien im Hörsaal sind nur vier Stichworte aus einer langen Liste mit Herausforderungen, um die sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der internationalen Zusammenarbeit Gedanken machen müssen. Die öffentliche Debatte darüber, wie mit schwierigen Partnerländern und den mit ihnen zusammenhängenden Herausforderungen umzugehen ist, bietet dabei bislang für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder Hochschulleitungen wenig konkrete Anhaltspunkte für eigene und differenzierte Entscheidungen.
Einen generellen Bezugsrahmen bieten die kürzlich von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) beschlossenen Leitlinien und Standards zur internationalen Hochschulkooperation ; innerhalb dieses Rahmens in individuellen Kooperationskontexten konkret zu handeln, bleibt eine Aufgabe, der auch wir als Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) uns stellen.
Als DAAD sind wir auch unter schwierigen Rahmenbedingungen der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit anderen Staaten verpflichtet. Dies hat für uns drei unabdingbare Gründe: Erstens schaffen wissensbasierte Fakten Freiräume für unabhängiges Denken, ...
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