Was die Kultusminister verbockt haben und was nicht
Die GEW wirft den Ländern vor, zu lange am Präsenzunterricht festgehalten zu haben – als wären die Schulschließungen die Quittung dafür. Objektive Belege dafür gibt es nicht. Ein Kommentar.
IN DAS STATEMENT der GEW-Bundesvorsitzenden mischte sich ein gönnerhafter Unterton. Die Vereinbarung von Bund und Ländern, Schulen und Kitas weitgehend zu schließen, sei eine "harte, aber richtige Entscheidung", kommentierte Marlis Tepe gestern per Pressemitteilung. "Die Länder müssen sich vorwerfen lassen, zu lange am Präsenzunterricht festgehalten zu haben, ohne ausreichend für den notwendigen Gesundheits- und Infektionsschutz an Schulen und Kitas gesorgt zu haben. Dennoch müssen wir jetzt nach vorne schauen und Lösungen finden."
Moment! Will Tepe damit sagen, Kitas und Schulen hätten nicht in den Lockdown gehen müssen, wenn die Länder nicht, wie sie es formuliert, "zu lange am Präsenzunterricht festgehalten" hätten? Will sie ausdrücken, die Schulschließungen seien die Quittung für die Versäumnisse der Kultusminister? Und dass die GEW jetzt trotz dieser Versäumnisse ein Auge zudrücken will – den Schülern, Eltern und Lehrkräften zuliebe?
All das würde zwar zum seit Monaten erzählten Narrativ vieler Lehrerverbände passen, hielte aber wohl kaum einer objektiven Betrachtung statt. Oder glaubt Tepe ernsthaft, die Regierungschefs hätten Restaurants, Friseure und ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen