Direkt zum Inhalt

Große Wissenschaftsorganisationen protestieren gegen BILD-Berichterstattung

Einzelne Forschende öffentlich an den Pranger zu stellen, sei "diffamierend", "in keiner Weise akzeptabel" und "gegen die Grundprinzipien unserer Demokratie", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat.

ES IST EIN ZWISCHENRUF, den es so noch nicht gegeben hat. Inhaltlich nicht, und auch nicht in solch einer Geschwindigkeit. Alle großen deutschen Wissenschaftsorganisationen haben heute Mittag in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Berichterstattung der BILD in Zusammenhang mit der Corona-Krise protestiert.

"Dass und auf welche Weise hier einzelne Forscherinnen und Forscher zur Schau gestellt und persönlich für dringend erforderliche, aber unpopuläre Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung verantwortlich gemacht werden, ist... diffamierend", schreiben die in der sogenannten "Allianz" zusammengeschlossenen Wissenschaftsorganisationen. Zudem, fügen sie hinzu, könne eine solche Form der Berichterstattung zu einem Meinungsklima beitragen, das an anderer Stelle bereits zu Gewalt oder Gewaltdrohungen gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geführt habe.

Bild
Artikelbild: Große Wissenschaftsorganisationen protestieren gegen BILD-Berichterstattung

Konkret richtet sich der Protest gegen den Beitrag "Die Lockdown-Macher", den Deutschlands größte Boulevard-Zeitung am Sonnabend veröffentlicht hatte. Unter der anklagenden Überschrift wurden drei Forschende präsentiert, dieses "Experten-Trio", formulierten die BILD-Redakteure darunter, "schenkt uns Frust zum Fest."



Michael Meyer-Herrmann leitet am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig die Abteilung System-Immunologie. Dirk Brockmann ist ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Müde Maus | Mi., 08.12.2021 - 16:55
Das reiht sich sehr schön ein in die täglichen Angriffe, denen diejenigen ausgesetzt sind, die die Beschränkungen für Ungeimpfte umsetzen "dürfen". Polizistinnen und Polizisten, das Personal im öffentlichen Nahverkehr, die Menschen, die im Einzelhandel arbeiten, Lehrerinnen und Lehrer, oder auch, seit 3G am Arbeitsplatz, all diejenigen, die Nachweise überprüfen müssen und angehalten sind, gegebenenfalls Hausrecht auszuüben. Pöbeleien, Beschimpfungen und Drohungen der ungeimpften Querdenker*innen sind an der Tagesordnung und machen den Alltag nur schwer erträglich.

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Debatte um degradierte Max-Planck-Direktorin: Jetzt melden sich MPG-Doktoranden zu Wort

Frauen werde schneller Führungsfehlverhalten vorgeworfen – doch die Schlussfolgerung könne nicht sein, Vorwürfe gegen sie weniger zu beachten. Stattdessen müssten junge Wissenschaftler auch vor männlichem Machtmissbrauch besser geschützt werden.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Jetzt sind die Hochschulen dran

Der wissenschaftspolitische Teil des Koalitionsvertrages ist ein Mutmacher, das Versprechen eines wirklichen Aufbruchs. Organisiert werden soll er vor allem über die Hochschulen. Gut so.


  • Bremen duckt sich weg

Bremen duckt sich weg

Wissenschaftliche Experimente mit Primaten? Ein schwieriges, ein komplexes Thema. Deshalb macht es sich der rot-rot-grüne Senat der Hansestadt bei den Bremer Affenversuchen zu einfach. Weniger als ein Makake pro Jahr komme neu in sein Labor, sagt Forscher Andreas Kreiter. EIN SCHMÄCHTIGER AFFE hockt auf grauem Betonboden und sieht dem Betrachter mit weit aufgerissenen Augen direkt ins Gesicht.