Das Ende der Sonderkonjunktur
Seit die Pflichttests an den Schulen ausgesetzt sind, ist der statistische Effekt weg, der die Corona-Inzidenzen von Kindern ungleich höher scheinen ließ. Was bedeutet das? Und warum belegt Karl Lauterbach mit seinen Aussagen unfreiwillig die Notwendigkeit eines repräsentativen Corona-Panels? Eine Analyse.

Bild: Fernando Zhiminaicela / Pixabay.
BUNDESGESUNDHEITSMINISTER Karl Lauterbach (SPD) sieht keine Notwendigkeit zu einem repräsentativen Corona-Panel, das regelmäßig die Infektionsdynamik aufgeschlüsselt nach Alter und sozialen Lebensumständen abbilden könnte. Dabei sind die Verzerrungen der offiziellen Sieben-Tages-Inzidenz durch Testhäufigkeiten und die nicht gleichmäßig über die Bevölkerung verteilten Testpflichten so gewaltig, dass ihre gewinnbringende Interpretation kaum mehr möglich ist.
Lauterbachs eigene Äußerungen waren dafür zuletzt ein guter Beleg. Gab er doch erst diese Woche auf Twitter seiner Erwartung Ausdruck, durch die bald beginnenden Sommerferien könnte die laufende "Sommerwelle sich selbst begrenzen". Offenbar ist der Gesundheitsminister immer noch der Auffassung, dass die in den vergangenen anderthalb Jahren stets zu beobachtenden Rückgänge bei den Schülerinzidenzen zu Ferienbeginn und deren Wiederanstieg nach Unterrichtsstart Zeichen eines dämpfenden Effekts der Urlaubszeit gewesen seien – und nicht die statistisch erwartbaren Folgen der in den Ferien unterbrochenen Corona-Testpflicht an den Schulen und zuletzt auch an den Kitas.
Wie stark der Effekt der Pflichttests war, ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen