Der Drops ist gelutscht
Generative KI ist gekommen, um zu bleiben, auch in der Bildung. Was bedeutet das für unseren Auftrag als Hochschulen? Ein Gastbeitrag von Jörn Schlingensiepen.

Jörn Schlingensiepen ist Professor für Ingenieurinformatik und computergestützte Produktentwicklung (CAD/CAE) an der Technischen Hochschule Ingolstadt.Foto: Dinias/Nicole Dietzel.
GENERATIVE KI wird an Schulen und Hochschulen heute flächendeckend eingesetzt. Etwas anderes zu behaupten, wäre naiv. Keine andere Technologie hat sich in der Geschichte der Menschheit so schnell durchgesetzt wie die Textgeneratoren, die auf den sogenannten Large Language Models (großen Sprachmodellen) basieren. Allein die Nutzerzahlen des Dienstes ChatGPT zeigen dies auf brutalstmögliche Weise: Während das Mobiltelefon 16 Jahre, das Internet sieben Jahre und Facebook 4,5 Jahre brauchten, um jeweils 100 Millionen Anwender zu finden, brauchte ChatGPT ganze zwei Monate (sic!). Der Drops ist also gelutscht, jeder, der irgendwas mit Texten macht oder gar welche schreibt, nutzt ein solches Tool. Zu den Anwendern von ChatGPT kommen ja noch diejenigen dazu, die andere Dienste oder in Anwendungen integrierte Assistenten nutzen (zum Beispiel einen der Co-Pilots, Bard, YouChat oder Claude).
Müßige Debatten über Plagiate und Grauzonen
Gehen wir also davon aus, dass alle unsere Studierenden und wahrscheinlich auch alle Kolleginnen und Kollegen sich durch generative KI unterstützen ...
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Kommentare
#1 - Hallo Jörg,ich teile deine generell eher positive…
ich teile deine generell eher positive Betrachtung des Tools "generative KI", sehe aber ein grosses Problem, dass sich in deiner Abhandlung nicht oder nur indirekt erwähnt wird.
Die neuen Tools werden nach meiner Einschätzung zu einer noch grösseren Spaltung der Gesellschaft führen, diejenigen die mit den Tools umgehen können, ziehen Denjenigen die sie nicht beherrschen noch stärker davon.
Es scheint mir dabei ein ähnlicher Effekt zu wirken, wie beim Aufkommen der Suchmaschinen. Das finden der Informationen wird stark gefördert, nur muss man am Ende die gelieferten Informationen auch verarbeiten - sprich verstehen - können.
Die Gefahr sehe ich ...
#2 - Lieber Marc,ja, das ist in der Tat ein Problem, aber…
ja, das ist in der Tat ein Problem, aber Blogbeiträge sind wie Unix-Tools: Make each program do one thing well.
Daher hier nur ein Aspekt der ganzen Sache, neben der Allgemeinen Spaltung, sehe ich noch das Problem der Fragmentierung in kleine und kleinste Echokammern. Dazu hatte ich in meinem letzen Beitrag hier schon was geschrieben:
https://www.jmwiarda.de/2023/01/10/wer-hat-angst-vor-chatgpt/
Viele Grüße
Jörn
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