Das System ändern? Ja – aber anders!
Die geplante Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetz schafft keine Sicherheit, sondern treibt die besten Talente ins Ausland. Ein Plädoyer für eine ganz andere Reform von Gregor Bucher.

Gregor Bucher ist Professor für Evolutionäre Entwicklungsgenetik an der Universität Göttingen und gewählter Fachkollegiat bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Foto: Christoph Mischke.
SCHON VIER JAHRE nach der Promotion soll künftig die erste wichtige Entscheidung zum dauerhaften Verbleib in der Wissenschaft fallen, so steht es im Referentenentwurf zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG). In der Tat kommt diese Entscheidung in Deutschland bislang viel zu spät, und das muss geändert werden. Allerdings ist die geplante Regelung zumindest aus Sicht der Naturwissenschaften der falsche Weg. Der erhöhte Zeitdruck benachteiligt gerade diejenigen Wissenschaftler, die neue und riskante Projekte verfolgen. Statt Sicherheit zu schaffen, treibt er unsere Talente aus der Wissenschaft oder ins Ausland. Ich und die meisten meiner Kollegen lehnen die im WissZeitVG-Entwurf enthaltene Regelung daher ab. Die Umsetzung eines Vorschlags der Jungen Akademie wäre dagegen ein großer Schritt vorwärts. Doch der Reihe nach.
Wichtige Lehr- und Wanderjahre in den Naturwissenschaften
Für Karrieren in den Naturwissenschaften ist die Zeit als Postdoktorand (Karrierestufe R2) eine wichtige Phase zur Erweiterung der Expertise. Während dieser ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen