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Nach Aus kommt Weiter

Wir Deutschen rühmen uns für unser System beruflicher Bildung. Wenn wir es retten wollen, müssen wir endlich ernst machen mit dem Schlagwort vom "lebenslangen Lernen".

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Artikelbild: Nach Aus kommt Weiter

WIE ES MIT der beruflichen Bildung weitergeht, gilt als bildungspolitische Kernfrage angesichts von Digitalisierung und einer sich wandelnden Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur. Die Unternehmen klagen schon jetzt über einen ausgeprägten Nachwuchsmangel. Der dualen Ausbildung einen höheren Stellenwert einzuräumen, liege ihr "besonders am Herzen", sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Doch sind ihre praktischen Möglichkeiten an der Stelle begrenzt. Mehr Azubis erhalten die Betriebe nicht durch wohlwollende politische Rhetorik, sondern indem sie potenziellen Bewerbern bessere Arbeitsbedingungen bieten, mehr Gehalt und – ja, auch das – indem sie aufhören, in vielen Branchen fast ausschließlich auf Abiturienten zu schielen.

Dass sie die berufliche Bildung zu einem ihrer Leitthemen gekürt hat, kann sich für Karliczek dennoch als politischer Glücksfall erweisen – wenn sie in der Angelegenheit ganzheitlich denkt. Vor einigen Tagen hat der Ökonom Thomas Straubhaar in der WELT eine bemerkenswerte Rechnung aufgestellt: Gut 90 Prozent aller Bildungsausgaben würden in die ersten 25 Lebensjahre gesteckt, bleiben weniger als zehn Prozent für die übrigen sechs Jahrzehnte Lebenserwartung, und das schon inklusive der ...

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Kommentare

#1 -

tmg | Mo., 30.07.2018 - 17:55
Lieber Herr Wiarda,



Sie schreiben



''Mehr Azubis erhalten die Betriebe nicht durch wohlwollende politische Rhetorik, sondern indem sie potenziellen Bewerbern bessere Arbeitsbedingungen bieten, mehr Gehalt und – ja, auch das – indem sie aufhören, in vielen Branchen fast ausschließlich auf Abiturienten zu schielen.''



Das ist eine bemerkenswerte verzerrte Darstellung der Ursachen des Nachwuchsproblems für Betriebe. Letztere

MÜSSEN auf 'Abiturienten schielen', weil diejenigen, die früher (sinnvollerweise) einen Lehrberuf ergriffen haben, inzwischen Abitur machen.

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Di., 31.07.2018 - 00:04
Liebe/r tmg,
ich kann die Verzerrung nicht erkennen. Am Donnerstag veröffentliche ich zu dem Thema noch einen Artikel, der meine Sichtweise auf die Thematik Abiturienten-/"Akademikerwahn" recht gut wiedergibt. Ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldung daraufhin!
Beste Grüße für heute
Ihr Jan-Martin Wiarda

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