Ich weiß, wie Politik tickt
Am Dienstag wurde Sabine Kunst zur Präsidentin der Humboldt-Universität gewählt. Ich habe sie für die heutige ZEIT-Ausgabe interviewt. Den ungekürzten Interviewtext finden Sie hier.
Respekt, Sie haben es geschafft. An der Humboldt-Universität zur Präsidentin gewählt zu werden, ist an sich ja schon eine diplomatische Meisterleistung. Wie sehr mussten Sie sich dafür verbiegen?
Überhaupt nicht. Die Humboldt-Universität ist eine ganz besondere Universität, das stimmt, mit einer besonderen Diskussionskultur. Möglichst jeder soll hier mitgenommen werden bei den grundlegenden Entscheidungen, die Beteiligungsmöglichkeiten der Statusgruppen und Fächer sind äußerst vielfältig. Wer hier Präsidentin sein will, muss das wissen und darin eine Stärke der Universität erkennen, keine Schwäche.
Werden Sie das auch noch sagen, wenn es bei den noch anstehenden Strukturreformen ans Eingemachte geht?
Ich bin nicht sicher, ob wir jetzt über weitere Strukturreformen reden sollten. Der amtierende Präsident Jan-Hendrik Olbertz hat die HU in vielen Punkten auf den richtigen Weg gebracht. Die Fakultätsreform ist im Großen und Ganzen umgesetzt. Was sicher noch ansteht: die hier und da entstandenen Doppelstrukturen, zum Beispiel beim Thema Internationalisierung, wieder zusammenzuführen, und zwar möglichst in der regulären Verwaltung.
Auch das klingt sehr zahm. Allerdings gelten Sie als Persönlichkeit, die ihre ganz eigenen Vorstellungen hat ...
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