Direkt zum Inhalt

30 Tage gefehlt und nix passiert

Wenn ein Kind die Schule schwänzt, beginnt die Selbstblockade der Behörden. Die Politik schaut zu und schiebt die Verantwortung den Schulen zu. Ein Gastkommentar des Berliner Schulleiters Detlef Pawollek.

Bild
Artikelbild: 30 Tage gefehlt und nix passiert

SCHULSCHWÄNZER NENNEN die Medien sie. Wir Pädagogen bezeichnen sie als Schuldistanzierte. Schüler, die regelmäßig den Unterricht verpassen, obwohl sie nicht krank sind. In Berlin diskutieren Politiker, Bildungsforscher und Lehrer derzeit besonders heftig über dieses Phänomen, nachdem die Bildungsverwaltung Anfang Januar die aktuelle Schulschwänzerstatistik veröffentlicht hat. Ihr zufolge haben im vergangenen Schulhalbjahr mehr als 2000 Schüler über vier Wochen oder sogar über acht Wochen lang unentschuldigt gefehlt. An der Neuköllner Röntgen-Sekundarschule, die ich leite, zählt die Schulsozialpädagogik bei 430 Schülern derzeit 80 Fälle, wobei die Gründe für das Fernbleiben der Schüler vielfältig sind. Doch immer heißt es: Die Schulen können. Die Schulen müssen.

Als Schulleiter fühle ich mich allein gelassen. Seit der - auf Initiative des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrink erfolgten - Beschlussfassung des Berliner Abgeordnetenhauses vom Februar 2014 sind die Schulen angehalten, bereits nach fünf unentschuldigten Fehltagen eine Schulversäumnisanzeige zu stellen. Klingt gut.

Für den unkundigen Leser möchte ich jedoch anmerken, dass pädagogisches Handeln für gewöhnlich früher anfängt. Gut geführte Schulen pflegen den engen Kontakt ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Schwetzingen | So., 18.08.2019 - 16:47
Sehr geehrte Damen und Herren ,

Ich bon doch sehr verwundert was dann hier in inserem Fall Bade. Wü. Passiert unser Sohn bekam 11 Tage Bußgeld , die Entschuldigungen hat der Leher verweigert und wenn angenommen nicht ausgetragen , oft haben wir es bemängelt.

Irgendwann hatte ich mir als Muttet die Mühe gemacht zu einem zeitnahen Telefonat in der Schule noch eine E Mail zu schreiben und habe vorsb die Entschulfigung eingescannt das,Orginal gab ich noch unserem Sohn mit .

Alleine dieser Aufwand .

Die Schule befindet sich seit über einem Jahr im Bau die Schület sind in Container , ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Schlechte Leistung, gute Leistung

Hamburgs Abiturienten schneiden in Mathe-Probeklausur unterirdisch ab. Warum Schulsenator Ties Rabe dennoch Lob verdient.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

TIMSS: Ungemütliche Zeiten für Schulreformer

Vor vier Wochen erst schmierten Baden-Württembergs Schüler im IQB-Ländervergleich ab, und die meisten Bildungsjournalisten hatten schnell die Ursache identifiziert: zu viele Reformen, die die Schulen durchgeschüttelt haben. „Reformitis“, diagnostizierte zum Beispiel die FAZ. Und heute nun die Ergebnisse der TIMS-Studie.


  • Wankas Digitalstrategie: Schlau eingefädelt, doch ohne Fachleute in den Schulen wird es trotzdem nix

Wankas Digitalstrategie: Schlau eingefädelt, doch ohne Fachleute in den Schulen wird es trotzdem nix

Im Grunde wissen wir noch nicht viel darüber, was Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) mit den fünf Milliarden vorhat, die sie den Bundesländern zur Digitalisierung der Schulen angeboten hat. Was damit zusammenhängen mag, dass sie selbst weiß: In dieser Legislaturperiode wird das nichts mehr mit dem Überweisen großer Summen.