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Der Bildungs-Gipfel 2017

Wie gut sind unsere Kitas, Schulen und Hochschulen wirklich? Und vor allem: wie gerecht? Ein Gespräch mit Jutta Allmendinger, Marcel Fratzscher und Ludger Wößmann.

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Artikelbild: Der Bildungs-Gipfel 2017

Marcel Fratzscher, Ludger Wößmann, Jutta Allmendinger (von links nach rechts). Fotos: Kay Herschelmann

Frau Allmendinger, stellen Sie sich vor, Sie wären Bildungsministerin. Was würden Sie als erstes machen?

Jutta Allmendinger: „Ich würde ressortübergreifend dafür werben, Kinder so lange wie möglich miteinander groß werden zu lassen, bis hin zu einem verpflichtenden Zivildienst, für Männer und Frauen. Der würde ein Jahr lang dauern und wäre im Kern ein teilweise bezahltes gesellschaftliches Engagement. Wir brauchen wieder soziale Marktplätze, auf denen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen können. Auch das ist ein Stück Bildung. Der Verlust dieses gemeinsamen Raums in den vergangenen Jahrzehnten hat den Zusammenhalt unserer Gesellschaft erodieren lassen.“

Und Sie, Herr Fratzscher? Was wäre Ihre erste Entscheidung als Bildungsminister?

Marcel Fratzscher: „Ich würde eine Bildungsoffensive bei der frühkindlichen Bildung anstoßen wollen, um deren Qualität zu verbessern und vor allem mehr Kinder mitzunehmen, damit die Kitas zu solchen Marktplätzen werden, von denen Frau Allmendinger spricht. Ich sehe die Verbesserung der Chancengleichheit als eine der wichtigsten gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Aufgaben in Deutschland heute. Wenn wir alle Talente und Fähigkeiten unabhängig vom sozialen Hintergrund fördern wollen, geht das am wirkungsvollsten über die frühkindliche Bildung. Darum müssen gezielt dort in bessere Betreuungsschlüssel, verbesserte Inhalte und mehr Zielgenauigkeit investieren, wo es noch mangelt.“

Frau Allmendinger sprach von einer Zivildienst-Pflicht. Brauchen wir auch eine Kitapflicht für alle?

Fratzscher: „Zuerst einmal muss eine bessere Qualität des Bildungsangebots überhaupt geschaffen werden, um so auch Anreize zu schaffen für Eltern, die diese dann auch zu nutzen. Wenn die Bedingungen in den Kitas gut sind, kommen auch die Kinder. Und wenn die Qualität stimmt, profitieren Kinder aus sozial schwächeren Familien, aus Familien mit Migrationshintergrund besonders stark.“ >>


DIESES GESPRÄCH ERSCHIEN GESTERN ZUERST IM DSW JOURNAL. GESTERN ERSCHIEN ZUDEM DIE 21. SOZIALERHEBUNG DES STUDENTENWERKS. EINEN BERICHT FINDEN SIE HIER .


Jutta Allmendinger , 60, zählt zu den führenden Soziologinnen und Arbeitsmarktforscherinnen in Deutschland. Seit 2007 leitet sie das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) , vorher war ...

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