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Das nächste Mal muss es anders laufen

Der Fall Nestler hat gezeigt: Die Wissenschaft braucht einen Kodex für den Umgang mit anonymen Anschuldigungen. Eine Replik von Peter Gumbsch.

AM DIENSTAG HAT Britta Nestler verspätet ihren Leibniz-Preis verliehen bekommen, nachdem die gegen sie erhobenen Anschuldigungen sich als haltlos erwiesen hatten. Die Schlussfolgerung in Ihrem Kommentar " Der bittere Preis der Integrität " kann ich gut nachvollziehen und will auch nicht grundsätzlich widersprechen. Ich glaube aber, dass Sie nicht weit genug gehen.

In meinen Augen müssen wir uns im Wissenschaftssystem, das völlig zu Recht anonyme Anschuldigungen aufnimmt und diesen sorgfältig nachgeht, dennoch Gedanken über die Wehrhaftigkeit des Systems machen. Dies beginnt damit, dass wir überprüfen müssen, wie und wann wir einen solchermaßen anonym geäußerten Verdacht in die Öffentlichkeit tragen. Während wir dem Schutz der Anonymität des Whistle-Blowers zu Recht höchsten Wert beimessen, schützen wir Beschuldigte nicht.

Uns fehlt hier zum Beispiel eine klar definierte Unschuldsvermutung. Wir verkehren diese sogar ins Gegenteil. Faktisch wird im Umgang mit der Anschuldigung und mit der Veröffentlichung, dass es eine solche gibt, die Beweislast sofort faktisch und öffentlich (!) auf die Beschuldigte gewälzt. Das müsste nicht sein.

Ebenso fehlt es im System an einer Möglichkeit, angemessen zu ...

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